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EAPC-Charta Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care

Die Madrid Charta 2017 zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care mit dem Titel „Voice of Volunteering“ wurde im Rahmen des 15. Weltkongresses der Europäischen Gesellschaft für Palliative Care (EAPC) von 18.-20. Mai 2017 offiziell präsentiert. Die Charta will das Ehrenamt in den vielfältigen Aspekten und der eigenen Rolle stärken und ruft alle auf, den wichtigen Beitrag der ehrenamtlich Tätigen vom begleitenden Da-Sein bis zu organisatorischen Tätigkeiten anzuerkennen und den Einsatz in der Begleitung von Menschen zu fördern.

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Sie können die EAPC-Charta mit Ihrer Unterschrift unterstützen. Bitte senden Sie die Liste als PDF oder JPG an info@dhpv.de bzw. postalisch an DHPV, Aachener Straße 5, 10713 Berlin.

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Hospizbewegung und Palliativmedizin in ihrer internationalen Bedeutung

Palliative Care kann als eine frühe europäische bzw. internationale Initiative bezeichnet werden: Die moderne Hospizbewegung und Palliativmedizin haben ihren Ausgang von England aus genommen, wo im Jahre 1967 Dame Dr. Cicely Saunders das St. Christopher‘s Hospice gründete und damit eine weltweite Bewegung zu einem anderen Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen und zur Entwicklung einer neuen Kultur in Gang setzte.

Seither haben sich in vielfältiger Weise internationale – europäische und außereuropäische – Organisationen und Verbände über die Landesgrenzen hinweg mit den Fragen der Begleitung und Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen befasst, Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht, Untersuchungen vorgelegt und Hinweise und Empfehlungen gegeben. Zwar erfolgen die gesellschaftlichen Diskussionsprozesse und die Organisation und Finanzierung der hospizlichen und palliativen Versorgungsstrukturen nach wie vor im wesentlichen auf nationaler Ebene – insbesondere liegt die Zuständigkeit für die Gesundheitssysteme in Europa weiterhin in nationaler Verantwortung; der internationale Austausch, Benchmarking, das voneinander Lernen und eine Abstimmung in Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind aber in einer zusammenwachsenden globalisierten Welt und vor allem in einem geeinten Europa von essenzieller Bedeutung; denn der Entwicklungsstand ist in den europäischen und außereuropäischen Staaten bislang sehr unterschiedlich. Das europäische Parlament (2008 – Bericht des EU-Parlaments) und die Lien-Stiftung aus Singapur (2010) haben z.B. im internationalen Vergleich Rankings vorgenommen, bei denen Deutschland auf mittleren Plätzen angesiedelt ist (in beiden Vergleichen zwischen einer unterschiedlich großen Zahl von Ländern Platz acht).

Im Folgenden seien einige Beispiele solcher internationaler Initiativen genannt:

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): die WHO hat seit 1990 verschiedene Definitionen und Dokumente zu den Themen von Palliative Care vorgelegt. Besonders zu nennen sind die WHO Definitionen zu Palliative Care aus den Jahren 1990 und 2002 (Link);
  • Europarat (Council of Europe): das Ministerkomitee des Europarats hat im Jahre 2003 eine Empfehlung zur nationalen Entwicklung und Implementierung der Palliativversorgung für die 47 Mitgliedstaaten des Europarates verabschiedet (Empfehlung rec 2003). Diese Kriterien haben nach wie vor grundlegende Bedeutung und waren auch Maßstab für Leitsatz fünf (die internationale Dimension) in der Charta zur Betreuung schwerstkranker sterbender Menschen;
  • EU-Parlament: Das europäische Parlament hat im Jahre 2008 einen Bericht über Palliative Care in der Europäischen Union mit Einzelberichten über jeden der 27 Mitgliedstaaten, einem Ranking unter verschiedenen Aspekten und Beispielen von best practice vorgelegt (Palliative Care in the European Union);
  • Internationale Zusammenschlüsse von Experten Organisationen: Die Europäische Gesellschaft für Palliativmedizin (EAPC), die International Association for Hospice and Palliative Care (IAHPC), worldwide palliative care alliance (WPCA) u.a., die insbesondere für den internationalen Austausch von Experten eine wichtige Rolle spielen. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle die Europäische Gesellschaft für Palliative Care (EAPC), in der auch der DHPV offizielles Mitglied ist. Auch der Charta-Prozess nahm als eine Gemeinschaftsinitiative von EAPC, IAHPC, WPCA seinen Ausgang vom Kongress der EAPC im Jahre 2007. Neben Deutschland beteiligen sich inzwischen 17 weitere europäische Staaten an der Charta–Initiative. In Verbindung mit den EAPC- Kongressen finden inzwischen auch Workshops zur Arbeit der Ehrenamtlichen statt;
  • Euregios: in einem Europa ohne Grenzen spielt vor allem die wachsende Mobilität der Bürgerinnen und Bürger - auch in Fragen der gesundheitlichen Versorgung - zunehmend eine Rolle. In den europäischen Grenzregionen, den Euregios gibt es daher auch im Zusammenhang mit Palliative Care Fragen und Probleme die einer grenzüberschreitenden Diskussion und administrativer Verfahren bedürfen. Erste Zusammenarbeitsprojekte zur Aus,-Weiter-und Fortbildung sind bereits etabliert. (Beispiel: Rheinland-Pfalz – Luxemburg – Frankreich).