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Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Nach einem zweijährigen Arbeitsprozess, an dem über 200 Expertinnen und Experten teilnahmen, wurde am 8.9.2010 die "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" der Öffentlichkeit vorgestellt. Über 50 Organisationen und Institutionen aus der Gesellschaft und dem Gesundheitssystem haben die Charta verabschiedet. Rund 150 Expertinnen und Experten haben an der Erarbeitung mitgewirkt.

In fünf Leitsätzen und ergänzenden Erläuterungen zeigt die Charta gesellschaftspolitische Herausforderungen auf, benennt Anforderungen an die Versorgungsstrukturen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung, skizziert Entwicklungsperspektiven für die Forschung und misst den Stand der Betreuung schwerstkranker Menschen in Deutschland an europäischen Maßstäben.

Drängende Fragen, die in der Charta angesprochen werden, sind insbesondere:

  • Wie kann gewährleistet werden, dass jeder schwerstkranke und sterbende Mensch nach dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse zur Palliativversorgung behandelt und betreut wird?
  • Was bedeutet Sterben unter würdigen Bedingungen? Wie kann ein schwerstkranker Mensch sicher sein, dass an seinem Lebensende seine Wünsche und Werte respektiert und Entscheidungen unter Achtung seines Willens getroffen werden?
  • Kann sich jeder Mensch mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung darauf verlassen, dass ihm bei Bedarf eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung und Begleitung zur Verfügung steht? Inwieweit werden Angehörige und nahestehende Menschen in die Betreuung und Begleitung einbezogen?
  • Wie werden die unterschiedlichen Professionen dafür qualifiziert, dass sie zwar eine Krankheit nicht „heilen“, aber Schmerzen und andere belastende Symptome lindern, den schwerstkranken Menschen pflegen sowie ihn und seine Familie bestmöglich umsorgen und begleiten können?

Die Charta will Orientierung geben für eine gemeinsame Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung, damit schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase gut und umfassend versorgt werden. Es ist sowohl die häufig noch unbefriedigende Alltagswirklichkeit sterbender Menschen zum Thema zu machen wie auch die existenzielle Erfahrungsdimension von Sterben und Tod. Vor diesem Hintergrund kommt der differenzierten öffentlichen Kommunikation über die mit Sterben und Tod verbundenen sozialen Fragen eine besondere Bedeutung zu. Zahlreiche Organisationen sowie Einzelpersönlichkeiten haben die Charta unterzeichnet, und damit erklärt, dass sie die Ziele und deren Umsetzung unterstützen.

Charta zeichnen

Sie können die Charta als Einzelperson oder als Institution / Organisation zeichnen. Durch Ihre Zeichnung erklären Sie, dass Sie die Ziele und Inhalte der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen mittragen.

Sie bekunden außerdem Ihre Bereitschaft, sich im Sinne der Charta für die Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen, ihrer Familien und der ihnen Nahestehenden einzusetzen und auf dieser Grundlage für die Einlösung ihrer Rechte einzutreten.

Das notwendige Formular zur Unterzeichnung der Charta können Sie direkt auf der Website der Charta herunterladen.

Außerdem können Sie sich den vollständigen Text der Charta als pdf herunterladen (pdf-Datei).
Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der Website der Charta.