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Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Die fünf Leitsätze der Charta formulieren Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch.

Von 2008 bis 2016 haben rund 200 Expertinnen und Experten aus 50 gesellschaftlich und gesundheitspolitisch relevanten Organisationen und Institutionen – organisiert in Arbeitsgruppen und am Runden Tisch – im intensiven Dialog an der Entstehung der Charta mitgewirkt. Seit Veröffentlichung der Charta im September 2010 war es gelungen, viele weitere Akteure in den Prozess einzubeziehen, die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den existentiellen Phänomenen Sterben, Tod und Trauer zu fördern und die Ziele der Charta stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Über 17.500 Organisationen und Einzelpersonen – darunter auch zahlreiche Politiker aller Ebenen – haben sich mit ihrer Unterschrift für die Charta und ihre weitere Umsetzung eingesetzt (Stand 1/2017).

Ab 2010 lag das Augenmerk des Prozesses darauf, die in der Charta formulierten fünf Leitsätze im Rahmen einer Nationalen Strategie so umzusetzen, dass jeder Betroffene unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, der persönlichen Lebenssituation oder des Versorgungsortes eine qualitativ hochwertige palliative und hospizliche Behandlung und Begleitung erhält. In Ergänzung hierzu hatte das Bundesministerium für Gesundheit im Juli 2013 das Forum „Palliativ- und Hospizversorgung in Deutschland“ eingerichtet.

Am 17.10.2016 wurden zur weiteren Umsetzung der Nationalen Strategie die Handlungsempfehlungen zur „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veröffentlichung der konsentierten Handlungsempfehlungen schließt nunmehr die Entwicklung der Nationalen Strategie ab.

Die Handlungsempfehlungen basieren auf dem Anspruch auf bestmögliche Lebensqualität und dem damit verbundenen besonderen Bedarf an Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und der ihnen Nahestehenden. Sie berücksichtigen zugleich die besonderen Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft für die individuelle Unterstützung und das Miteinander in der Begegnung mit den Phänomenen Sterben, Tod und Trauer stellen muss.

Die in den dargestellten Empfehlungen zu den Handlungsfeldern der fünf Leitsätze beruhen auf drei grundsätzlichen Zielen, deren Umsetzung in einer Nationalen Strategie angestrebt wird:

  • einer in ganz Deutschland bedarfsgerechten, für alle Betroffenen zugänglichen Hospiz- und Palliativversorgung mit   hoher Qualität
  • einer in ganz Deutschland gesicherten Finanzierung einer qualitativ hochwertigen Hospiz- und Palliativversorgung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, anderen Wohnformen sowie in der häuslichen Umgebung und
  • einer auf wissenschaftlicher Grundlage und Qualitätssicherung beruhenden Hospiz- und Palliativversorgung zum Wohle der Betroffenen.             

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Handlungsempfehlungen.

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Die notwendige Implementierung und Evaluierung der Handlungsempfehlungen in alle Bereiche der Gesellschaft werden seit November 2016 von der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland vorangetrieben. Die Koordinierungsstelle wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für drei Jahre bis September 2019 gefördert. Aufgaben der Koordinierungsstelle sind die institutionelle Verankerung der Handlungsempfehlungen in den gesundheitspolitischen Organisationen und Institutionen, die Verzahnung von Informationen zur Nationalen Strategie und Erfahrungen aus (Modell-)Projekten und eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit.

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