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Die Hospiz-Zeitschrift 65

Die CHARTA – Die europäische und internationale Dimension

Die hospiz zeitschrift
Ausgabe 65
2015/3

Um eine optimale Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen zu gewährleisten, darf unsere Zusammenarbeit nicht an den Ländergrenzen aufhören. Internationale Vernetzungen, Organisationen und Zusammenarbeit ist deshalb dringend notwendig. Besonders in der Praxis ist ein Voneinander-Lernen unverzichtbar, und nicht zuletzt ist auch unsere Hilfe für andere gefragt.

Inhalt

hospiz wissen

Arbeitsgruppe 5: „Die europäische und internationale Dimension“ im Kontext der Nationalen Strategie
Christian Petzold, Franziska Kopitzsch

Letztverlässlichkeit als Prinzip in der Palliativversorgung
Christof Müller-Busch

Menschenwürde, Autonomie und Sterbehilfe
Sebastian Muders

Spiritualität in Hospizarbeit und Palliative Care – ein neues altes Thema
Margit Gratz, Piret Paal

hospiz EAPC

White Paper der EAPC zu Kernkompetenzen sozialer Arbeit in Europa
Ulrich Bonk

hospiz USA

Palliativ- und Hospizmedizin in den USA – eine persönliche Perspektive
Carl Richard Meier

hospiz UK

Gesundheitsversorgung im internationalen Kontext – Eindrücke und Erkenntnisse über die langfristige Versorgung Krebserkrankter in Großbritannien
Heidrun Pundt

hospiz Ghana

Palliative Care in Ghana
Mawuli K Gyakobo, Edwina Beryl Addo Opare-Lokko

hospiz Äthiopien

Frauen mit Krebs in Äthiopien
Alemu Nega Tesso

hospiz aktuell

„Es ist die Normalisierung der Sterbehilfe, die mir Angst bereitet.“ 30 Jahre Erfahrung mit Euthanasie in den Niederlanden
Ein Gespräch mit Gerbert van Loenen

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Unterzeichnung der Budapest Commitments 2007 auf der EAPCTagung gab den verbindlichen Anstoß für die Erarbeitung der Charta zur Betreuung schwer kranker und sterbender Menschen in Deutschland. Die Ergebnisse entstanden in kleinteiligen Arbeitsschritten und sind eine Kulturleistung des schöpferischen Geistes der Vertreter des Runden Tisches unter Steuerung von DHPV, DGP und BÄK.

Die vorliegende Ausgabe der Zeitschrift widmet sich dem letzten Leitsatz der Charta („die europäische und internationale Dimension“) und schließt damit den Kreis zur internationalen Budapester Verpflichtung. Es geht um den weltweiten Informationsaustausch, dem Lernen voneinander und die Unterstützung derer, die unserer Hilfe bedürfen.
Die vorliegenden Beiträge werfen einige Schlaglichter auf internationale Erfahrungen, Einschätzungen und Sichtweisen als In- und Ausländer. Wie könnte eine immer noch fehlende nationale und globale Leitkultur aussehen, um allen Menschen Sicherheit und Letztverlässlichkeit zu sichern.

Seit einigen Jahren wird von Andreas Heller (Wien) die große Bedeutung des 2002 verstorbenen US-amerikanischen Sozialwissenschaftlers und Kritikers der Gesundheitssysteme Ivan Illich gewürdigt, da dieser begründet argumentierte, für das Gute aller Menschen zu wirken und nicht für abstrakte Wertebegriffe. Ivan Illich durfte ich in seinen Bremer Lebensjahren begleiten und erlebte eine hochsensible, weltläufige und polyglotte Persönlichkeit, die mich an Brecht und Nietzsche denken ließ im Habitus und in der Diktion. Wer heute von gutem Leben und Sterben spricht, kann sich auf Illich beziehen. Bereits in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ging es ihm um das Gute für die Menschen und um die Philosophie der Gratisgabe. Er trat provokativ für eine Sorgekultur ein, wie sie Andreas Heller einfordert und sich auf Illich bezieht. Die internationale Vernetzung vermittelt uns, dass es bereits Regionen gibt, in denen Sorgekultur und Fürsorge für jeden Bürger zu Public Health gehören und der Facharzt für Palliativmedizin – wie seit 28 Jahren in UK erfolgreich existent – auch im übrigen Europa als kompetenter Berater zeitgemäß und überfällig angesehen wird.

United we make a difference.

Herzlichst Ihr
Prof. Dr. Ulrich Bonk
Mitglied der Charta-Steuerungsgruppe