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Die Hospiz-Zeitschrift 64

Die CHARTA – Entwicklungsperspektiven und Forschung

Die hospiz zeitschrift
Ausgabe 64
2015/2

Nach Satz 4 der Charta hat jeder schwerstkranke und sterbende Mensch ein Recht darauf, nach dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse behandelt und betreut zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden kontinuierlich neue Erkenntnisse zur Palliativversorgung aus Forschung und Praxis gewonnen, transparent gemacht und im Versorgungsalltag umgesetzt. Dabei sind die bestehenden ethischen und rechtlichen Regularien zu berücksichtigen.

Es ist in unser aller Sinn, dass sich hospizliche und palliative Versorgung für Betroffene und Zugehörige stetig verbessert. Doch was benötigen wir wirklich dafür? Werden die richtigen Instrumente verwendet? Wird nach dem geforscht, was wir auch brauchen? In diesem Heft möchten wir einigen dieser dringenden Fragen nachgehen.

Inhalt

hospiz wissen

Arbeitsgruppe 4 – im Kontext der Nationalen Strategie
Stephanie Stiel, Franziska Kopitzsch

Forschung in der Praxis, mit der Praxis und für die Praxis – ein Erfahrungsbericht aus der Perspektive der Wissenschaft
Simon Krutter, Nadja Nestler, Jürgen Osterbrink

Angehörige als Forschungsgegenstand – ein Überblick
Christiane Kreyer

Partizipative Forschung in Palliative Care – „Prickelnde Erfahrungen“ aus Projekten mit Schulen in Wien
Elisabeth Reitinger, Katharina Heimerl

hospiz gespräch

Forschung zu Hospizbewegung und Versorgung am Lebensende
Ein Gespräch mit Werner Schneider

hospiz komment

Hospizarbeit, Palliative Care und Regelforschung – unauflösbare Widersprüche?
Sabine Pleschberger

hospiz aktuell

Reges Interesse am Thema Sterben in der Öffentlichkeit
Ein Interview mit Gerda Graf

hospiz praxis

Die Praxis der Forschung – Reflexionen einer Forscherin im Hospiz
Doris Pfabigan

Forschungsbedarf aus Sicht der Praxis im Hospiz
Gudrun Silberzahn-Jandt, Susanne Kränzle

Die heilende Kraft des Singens – Vitalität, Lebensfreude, Energie
Heike Welkerling

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bedeutung und Notwendigkeit von Forschung im Bereich von Hospizarbeitund Palliative Care wird derzeit in vielen Kontexten hervorgehoben.Dabei stoßen wir in Deutschland allerdings sehr rasch an die Grenzen historischerBesonderheiten. Jener nämlich, dass sich die bürgerschaftlich orientierteHospizbewegung von Anfang an konsequent der Praxis verpflichtetfühlte und sich weitgehend einer wissenschaftlichen Reflexion entzog. ImGegenzug verschrieb sich die parallel entwickelnde Palliativmedizin von Beginnan auch der Entwicklung einer wissenschaftlichen Fachdisziplin unterEinhaltung der damit verbundenen „Spielregeln“.

Bis heute wirkt dies nachund wird sichtbar u. a. darin, dass es auf wissenschaftlichen Kongressenoder in wissenschaftlichen Publikationsorganen zunehmend schwierig ist,Konzeption, Arbeitsweise und Wirkungen hospizlich getragener Angeboteadäquat sichtbar zu machen. Mit diesem Heft soll das Augenmerk auf dieForschung im Bereich von Hospizarbeit und Palliative Care gelegt werden.Es ist unser Anliegen, von einem „Entweder-oder“ hin zu einem „Sowohlals-auch“ zu kommen.In Reaktion auf den Chartaprozess wird auch im Kontext der NationalenStrategie derzeit in einer eigenen Arbeitsgruppe diesen Fragen nachgegangen,deren Arbeit stellen Stefanie Stiel und Franziska Kopitzsch in diesemHeft vor. Wie Forschung gestaltet sein muss, damit sie Praxis verändernkann, das zeigen Elisabeth Reitinger und Katharina Heimerl in ihrem Beitragzur partizipativen Forschung.

Konkrete Herausforderungen und Anregungenzur Forschung im Hospiz stellen Simon Krutter und Kollegen aufBasis ihrer Studie zur Verfügung, und Christiane Kreyer geht in einem Fachbeitragbesonders auf An- und Zugehörige als Gegenstand der Forschungein. Auch im Interview mit dem Leiter des wissenschaftlichen Beirats desDHPV, Prof. Werner Schneider, geht es um die Frage, welche Forschung dieHospizbewegung braucht und umgekehrt. Diese wird zudem in den Kommentarenund Praxisbeiträgen weiterverfolgt. Praxis, damit ist in diesemFall nämlich auch die Forschungspraxis gemeint, die gute Hospizpraxis imbesten Sinne darstellen könnte. So verstehen wir dieses Heft als Brückenschlag,der uns für eine förderliche Entwicklung von Hospizarbeit und PalliativeCare in Zukunft unverzichtbar erscheint.Wir danken allen Autorinnen und Autoren für ihr engagiertes Mitwirken!

Herzlich Ihre
Sabine Pleschberger und Karin Caro