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Die Hospiz-Zeitschrift 63

Die CHARTA – Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung

Die hospiz zeitschrift
Ausgabe 63
2015/1

Satz 3 der Charta fordert, Kenntnisse und Fähigkeiten zu entdecken, zu fördern, zu schulen und weiterzuentwickeln. Denn um Menschen am Lebensende bestmöglich begleiten zu können, brauchen wir geeignete Instrumente. Doch mit einer Aus-, Weiter- oder Fortbildung des Einzelnen ist es nicht getan, das Wissen muss auch in der Organisation an- und aufgenommen und vor allem gelebt werden.

Inhalt

hospiz wissen

„Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung“ in der Hospizarbeit
Barbara Steffens

Prioritäre Handlungsfelder bei der Umsetzung des Charta-Leitsatzes 3 im Rahmen der Nationalen Strategie 2013–2016 – „Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung“
Frank Elsner

Intelligente Organisationen in Hospiz und Palliative Care
Katharina Heimerl

Niemand stirbt für sich allein – Systemische Beratung als Erfolgsrezept
Susanne Kiepke-Ziemes

hospiz aktuell

Validation – Konsequenz oder Nachhaltigkeit in der Sterbehilfedebatte?
Ein Gespräch mit Petra Ferchner

„Christus – Dein Licht, Deine Hoffnung, Dein Trost.“
Ein Gespräch mit Toni Straeten

hospiz praxis

Implementierung einer Themenwoche „Pflege von sterbenden Menschen und ihren Angehörigen“ in die Altenpflegeausbildung
Anke Wimmershoff-Berger, Monika Prümmer

Befähigungskurs spirituelle Begleitung für ehrenamtliche HospizmitarbeiterInnen – ein Projektbericht
Beatrix Hillermann

Palliative Care in Kerala. Das Neighborhood Network – ein Beispiel für Caring Community
Thomas Klie

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht auf eine angemessene, qualifizierte und bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung und Begleitung. Um diesem gerecht zu werden, müssen die in der Palliativversorgung Tätigen die Möglichkeit haben, sich weiter zu qualifizieren, um so über das erforderliche Fachwissen, notwendige Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie eine reflektierte Haltung zu verfügen. Für diese Haltung bedarf es der Bereitschaft, sich mit der eigenen Sterblichkeit sowie mit spirituellen und ethischen Fragen auseinanderzusetzen.

Der jeweils aktuelle Erkenntnisstand muss in die Curricula der Aus-, Weiter- und Fortbildung einfließen. Dies erfordert in regelmäßigen Zeitabständen eine Anpassung der Inhalte. Liebe Leserinnen und Leser, „Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht auf eine angemessene, qualifizierte und bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung und Begleitung. Um diesem gerecht zu werden, müssen die in der Palliativversorgung Tätigen die Möglichkeit haben, sich weiter zu qualifizieren, um so über das erforderliche Fachwissen, notwendige Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie eine reflektierte Haltung zu verfügen.“

In diesem dritten Themenheft steht der Leitsatz 3 der Charta im Mittelpunkt. Wie kann es gelingen, die Kompetenz, die Haltung, die fachlichen Inhalte sowie die strukturellen Abläufe in alle Einrichtungen und Dienste des Gesundheitswesens zu vermitteln? Wie kann es gelingen, die Expertise aus den spezialisierten Einrichtungen und Diensten in die gesamte Basisversorgung zu transportieren, um schwerstkranke Menschen und ihr soziales Netz fachlich und menschlich zu begleiten und zu versorgen? Dazu gehören die inhaltlichen fachlichen Schwerpunkte aus den Bereichen der vier Säulen (medizinisch, pflegerisch, psychosozial und spirituell.)

Darüber hinaus wissen wir heute, dass Organisationen sich nicht nachhaltig verändern, wenn ausschließlich einzelne oder viele Mitarbeiter zu Fortbildungen gesendet werden. Die Organisation als lernendes System muss als Ganzes mitgenommen werden in seinen komplexen Kommunikationsstrukturen und Abläufen, um nachhaltige Weiterentwicklung zu initiieren. Am Beispiel der Fallbesprechungen, die sich evtl. zu ethischen Fallkonferenzen entwickeln können, oder auch in Bezug auf vorausschauende Notfallplanung braucht es neben qualifizierten Schulungsangeboten auch eine professionelle Begleitung der Gesamtorganisation.

Darüber hinaus stellen wir Ihnen Beispiele aktueller Fortbildungsangebote zum Thema spirituelle Begleitung für ehrenamtliche Hospizbegleiter und Systemische Beratung für Pflegekräfte in herausfordernden Situationen vor. Außerdem berichtet das Fachseminar für Altenarbeit in Würselen, wie es das Thema Sterbe- und Trauerbegleitung zum integralen Bestandteil des Ausbildungskonzeptes seit vielen Jahren fest installiert hat. Aus aktuellem Anlass werden wir in den nächsten Ausgaben der hospiz zeitschrift dieses Thema aufgreifen, weil es heute in Deutschland eine in allen gesellschaftlichen Gruppen diskutierte Frage ist und wir Anregung und Orientierung zu dieser Diskussion beitragen möchten.

Wir freuen uns auf Ihr Interesse und Ihre Rückmeldungen!

Herzlich Ihre
Veronika Schönhofer-Nellessen