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Die Hospiz-Zeitschrift 62

Die CHARTA – Bedürfnisse der Betroffenen – Anforderungen
an die Versorgungsstrukturen

Die hospiz zeitschrift
Ausgabe 62
2014/4

Satz 2 der Charta garantiert, die Bedürfnisse der Betroffenen zu respektieren und Strukturen bereit zu stellen, um diesen Bedürfnissen auch nachkommen zu können - ein Ziel das die Hospizidee seit Anbeginn verfolgt. Das ist nicht neu, neu ist aber, dass Städte und Kommunen sich auch dazu verpflichten, den Hopsizgedanken in ihre Strukturen aufzunehmen und zu unterstützen. Über diese Herausforderungen haben wir für Sie geschrieben. Wir wünschen Ihnen eine gute Lesezeit.

Inhalt

hospiz wissen

Prioritäre Handlungsfelder bei der Umsetzung von Charta-Leitsatz 2: Bedürfnisse der Betroffenen – Anforderungen an die Versorgungsstrukturen
Birgit Weihrauch, Thomas Montag

Lebenslage und Bedürfnisse von Angehörigen auf dem Weg des Abschiednehmens
Bernadette Raischl

Stationäre Hospize und Palliativstationen – Aktueller Stand und Entwicklungspotenziale stationärer Versorgungsstrukturen
Claudia Bausewein, Leonhard Wagner

Ein Profil im Wandel – Ehrenamtliche Begleitung im Hospiz- und Palliativbereich
Josef Raischl, Ulla Wohlleben

Die ambulante Pflege als Teil der allgemeinen palliativen Versorgung – Herausforderungen und Grenzen
Doris Weigand

hospiz gespräch

Charta im Gespräch
Interview mit Frank-Ulrich Montgomery

Charta im Gespräch
Interview mit Lukas Radbruch

Charta im Gespräch
Interview mit Winfried Hardinghaus

hospiz praxis

Erfahrungsbericht: Aufbau eines Hospiz- und Palliativnetzwerkes im Landkreis Neumarkt/Oberpfalz
Susanne Vogel, Sylvia Gawel

Palliativ-Hospiz-Netzwerk im ländlichen Raum – aus der Perspektive eines SAPV-Teams
Katja Goudinoudis

Bedürfnisse von Hospiz- und Palliativ-Patienten aus der Perspektive der Seelsorge
Harald Braun

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

seit mehr als vier Jahren haben wir in Deutschland die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen. Eine breite Debatte quer durch gesellschaftliche, politische und gesundheitspolitische Ebenen begleitet sie bis heute mit großer Zustimmung. Nun sollen die Ziele der Charta im Rahmen einer Nationalen Strategie konkretisiert und sukzessive auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) umgesetzt werden. Angestrebt ist die Teilhabe möglichst aller betroffenen Menschen an einem an ihren Bedürfnissen orientierten Hospiz- und Palliativversorgungssystem. Das ist ein großes Ziel, und es bedarf erheblicher Anstrengungen, um die hospizliche und palliative Versorgung sowohl in der Fläche als auch mit diesem „passgenauen“ Anspruch umzusetzen.

Schon heute gibt es aber viele Akteure, die beispielhaft und mit gutem Erfolg wichtige dieser Ziele angehen und praktizieren – oft gegen Widerstände anderer Dienste oder Einrichtungen und mit anfangs durchaus waghalsiger Finanzierung.

Immer stehen dahinter mutige Menschen, die kreativ und beherzt netzwerken, Allianzen der Zusammenarbeit schmieden, zusätzliche Verbündete suchen und einen langen Atem beweisen. Eine Hospiz- und Palliativversorgung gehört selbstverständlich auch in allgemeine Krankenhäuser und Pflegeheime. Sie muss Bestandteil der bestehenden ärztlichen und pflegerischen ambulanten Strukturen werden – ohne Konkurrenzdruck oder die Angst, seinen Patienten an einen anderen Versorger zu „verlieren“ oder ihn dorthin zurückzugeben.

Wir dürfen aber auch die nicht vergessen, die bei etablierten Hospiz- und Palliativversorgungsstrukturen noch nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehen: Menschen ohne Obdach oder mit Migrationshintergrund, in psychiatrischen Einrichtungen, in Gefängnissen, Asylen oder in Behinderteneinrichtungen. Die Nationale Strategie hat diese Handlungsfelder des zweiten Leitsatzes der Charta mit dem Begriff Zugangsgerechtigkeit überschrieben.

In diesem Heft haben wir bewusst Beispiele aus einer großen Region mit vielen ländlichen und/oder strukturschwachen Gebieten gewählt, die bei der Umsetzung von Hospiz- und Palliativdiensten aufgrund der weiten Fahrwege, einer geringen Bevölkerungsdichte und einer dadurch weniger kostendeckenden Struktur noch mit wesentlich größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben als beispielsweise in Städten. Sie sollen Ihnen Mut machen, auch gegen Widerstände neue Wege zu gehen. Cicely Saunders hatte damit begonnen, und viele Menschen sind diesen Weg weitergegangen. Es bedarf unser aller Unterstützung, damit wir gut zu unseren Zielen kommen.

Herzlich Ihre
Angelika Westrich
Dipl.-Sozial-Gerontologin