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Die Hospiz-Zeitschrift 61

Die CHARTA – Gesellschaftspolitische Herausforderungen – Ethik, Recht und öffentliche Kommunikation

Die hospiz zeitschrift
Ausgabe 61
2014/3

Die Hospizidee – Sterben Tod und Trauer wieder in die Gesellschaft tragen –, das war ein Grundanliegen der Hospizbewegung von Anbeginn. Mit der Charta haben wir nun die Möglichkeit, die Gesellschaft auch auf politischer und kommunaler Ebene in die Verantwortung zu nehmen, damit Sterbende die Unterstützung, Versorgung und Begleitung erhalten, die sie brauchen. Das Thema ist uns so wichtig, dass wir diese Ausgabe um vier Seiten erweitert haben.

Inhalt

hospiz wissen

Von der Charta zur Nationalen Strategie - ein Gemeinschaftsprojekt für mehr ‚Zugangsgerechtigkeit‘ und ‚Letztverlässlichkeit‘
Birgit Weihrauch

Prioritäre Handlungsfelder bei der Umsetzung von Charta - Leitsatz 1: Gesellschaftspolitische Herausforderungen – Ethik, Recht und öffentliche Kommunikation
Christof Müller-Busch

Die Bedeutung der Charta aus Sicht ihrer Förderin, der Robert Bosch Stiftung – Palliative Versorgung älterer Menschen
Julia Hoeter

Alter und Sterben in Würde
Thomas Klie

Recht und Sterben – ein schwieriges Verhältnis
Oliver Tolmein

Öffentlichkeitsarbeit in der Hospiz- und Palliativarbeit – Was können die Medien leisten?
Angela Hörschelmann

Implementierung Palliative Care in Einrichtungen der Behindertenhilfe
Veronika Schönhofer-Nellessen

hospiz gespräch

Unsere Gesellschaft ist mit dem größten Hilfe- und Betreuungsbedarf der Menschheitsgeschichte konfrontiert Ein Gespräch mit Klaus Dörner, Psychiater und Sozialreformer

Gute Versorgung am Lebensende braucht Entschleunigung, Zeit, Wissen und emotionale Zuwendung
Interview mit Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Schwerstkranke Menschen haben einen Anspruch auf bestmögliche Hilfe
Interview mit Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit

hospiz praxis

Menschen am Rande unserer Gesellschaft – Interview mit Petrus Ceelen
Ulrike Schmid

Palliativversorgung für alle, die sie brauchen
Christoph Gerhard

hospiz kinder

Der Qualitätsindex für Kinder und Jugendhospizarbeit (QuinK)
Sven Jennessen und Stefanie Hurth

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

als die Entwicklung der Charta – initiiert und getragen von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband und der Bundesärztekammer – im Jahre 2008 startete, war den drei Trägerorganisationen bewusst, vor welch großen Herausforderungen sie und alle daran Mitwirkenden standen; niemand konnte aber voraussehen, wie groß die Bereitschaft in der Gesellschaft, bei den Verantwortlichen im Gesundheitswesen und in der Politik sein würde, an diesem Konsensusprozess mitzuwirken und ihn zu unterstützen.

Sterben, Tod und Trauer als Teil des Lebens zu begreifen, dies im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern und allen Menschen ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend einen gerechten Zugang zu einer würdevollen Begleitung und Versorgung am Lebensende zu ermöglichen – darum geht es nun mit der Umsetzung der Charta im Rahmen einer Nationalen Strategie. Die beeindruckend große Resonanz und Unterstützung, die die Charta seit ihrer Verabschiedung im September 2010 von vielen Seiten erfahren hat, macht zuversichtlich für den weiteren Charta-Prozess und die Verwirklichung ihrer Ziele – eine große Herausforderung für alle Mitwirkenden.

Die hospiz zeitschrift widmet sich in dieser und den kommenden vier Ausgaben der Charta und Nationalen Strategie zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen, thematisch jeweils orientiert an den fünf Leitsätzen der Charta. In diesem ersten Heft steht der Leitsatz 1 im Zentrum: Gesellschaftspolitische Herausforderungen – Ethik, Recht und öffentliche Kommunikation. Warum eine Charta und Nationale Strategie? Und um welche gesellschaftspolitischen Herausforderungen geht es? In den nachfolgenden Beiträgen werden einige der großen gesellschaftspolitischen, ethischen und rechtlichen Fragen am Lebensende beleuchtet, die uns in vielfältiger Weise die großen Herausforderungen und die Erwartungen an den weiteren Charta-Prozess vor Augen führen.

Sie werden ergänzt um Interviews mit der Bundesministerin Manuela Schwesig, Bundesminister Hermann Gröhe sowie Prof. Dr. Klaus Dörner. Und auch die hospiz praxis greift in diesem Heft den Leitsatz 1 der Charta auf. Wir alle sind verantwortlich – jede und jeder an seinem Platz in der Gesellschaft, in den gesundheitlichen Organisationen oder in der Politik. Die Charta formuliert diese gemeinsame Verantwortung und gibt uns allen die Möglichkeit, für ihre Ziele einzutreten. Für Ihre Unterstützung möchte ich Ihnen allen an dieser Stelle herzlich danken und wünsche Ihnen eine interessante und Gewinn bringende Lektüre.

Herzlich Ihre
Dr. Birgit Weihrauch