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Die Hospiz-Stiftung Schneverdingen

Ilka Hoffmann

 

"Die Idee, eine gemeinnützige Stiftung zu errichten,
hatte ich schon vor Jahren."

Ilka Hoffmann, Stifterin

 

Genau genommen stammt die Idee von ihrem Vater, dem Unternehmer Gert Reitinger, der nach dem Krieg im niedersächsischen Schneverdingen ein florierendes Wellpappenwerk aufgebaut hatte.

60 Jahre später stellte sich ihm die Frage der Unternehmensnachfolge. Da sein einziges Kind, Tochter Ilka, kinderlos ist, legte er ihr nahe, später mit dem Erbe eine Stiftung zu gründen. Ilka Hoffmann setzte diese Idee ihres Vaters jetzt um, nachdem sie wusste, welchem Zweck sich diese Stiftung widmen sollte.

Denn als sie innerhalb eines Jahres mehrere geliebte Menschen verlor, wurde ihr klar, wofür sie ihr Erbe langfristig einsetzen wollte. Ende 2006 starb ihr Großonkel, kurz darauf eine enge Freundin und im Januar 2008 ihr Vater. Sowohl ihre Freundin als auch ihr Vater konnten - unterstützt durch Hospizhelfer - zu Hause sterben.

Ilka Hoffmann wurde zunehmend bewusst, wie wichtig die Hospizbewegung für ein würdevolles Sterben ist. Sie erkannte auch, wie sehr das Leid der Angehörigen durch ausgebildete Hospizhelfer gelindert werden kann. Nun war der Stiftungszweck klar: Ilka Hoffmann wollte mit ihrer Stiftung schwerstkranken Menschen die Lebensqualität erhöhen und ein würdevolles Sterben in der gewohnten häuslichen Umgebung ermöglichen.

Bei der Gründung ging Ilka Hoffmann sehr bedacht vor. Zunächst informierte sie sich umfassend, anschließend suchte sie sich geeignete Personen für die Stiftungsgremien. So versammelte die Stifterin viel Sachverstand - sowohl für die Stiftungs- als auch für die Hospizarbeit. Bei der Satzungserstellung half eine befreundete Notarin.

Da das nächste Hospiz eine Stunde von Hoffmanns Wohnort Schneverdingen entfernt ist, wird die Stiftung vor allem ambulante Hospizarbeit in Schneverdingen fördern. Und auch beim Stiftungsvermögen ging die gelernte Sparkassenkauffrau und heutige Immobilienverwalterin sehr umsichtig vor: Zunächst stattete sie die Stiftung nur mit einem kleinen Teil ihres geerbten Vermögens aus. Später sollen Zustiftungen folgen, und noch viel später wird die Stiftung vielleicht Hoffmanns Vermögen erben.

All diese Überlegungen haben Zeit gebraucht. Genau am zweiten Todestag ihres Vaters, am 13. Januar 2010, erhielt Ilka Hoffmann die Genehmigungsurkunde für ihre 'Hospiz-Stiftung Schneverdingen'. "Zwischendurch hatte ich Angst vor der eigenen Courage", erzählt die 46-Jährige, aber die positive Resonanz und die aktive Mithilfe aus ihrem privaten und geschäftlichen Umfeld bestärkten sie immer wieder in ihrem Vorhaben. Heute ist sie froh, schwerstkranken Menschen am Ende ihres Lebens ein wenig Glück schenken zu können.

Weitere Informationen auf der Website der Hospiz-Stiftung Schneverdingen

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