Starker Ausbau, große Hürden: Hospiz- und Palliativnetzwerke brauchen verlässliche Förderung
Die regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Das zeigt der jetzt veröffentlichte Bericht zur Entwicklung der Jahre 2022 bis 2025, den der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Bundesärztekammer (BÄK) zu dem gemeinsam mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) geförderten Projekt vorgelegt hat.
Demnach ist die Zahl der geförderten Netzwerke im Berichtszeitraum von 11 im Jahr 2022 auf 87 im Jahr 2025 gestiegen – ein mehr als siebenfacher Zuwachs. Insgesamt wurden 204 Förderanträge für 90 Netzwerke bewilligt. Die Netzwerke stärken die Zusammenarbeit aller an der Versorgung beteiligten Akteurinnen und Akteure – etwa stationäre Hospize, ambulante Hospiz- und Palliativdienste, Haus- und Fachärztinnen, Pflegedienste und andere mehr – und tragen somit maßgeblich zu einer besseren Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen bei.
„Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke sind ein zentraler Baustein für eine würdevolle Begleitung und Versorgung am Lebensende. Sie bringen die verschiedenen Dienste und Professionen zusammen und machen Angebote vor Ort transparenter und zugänglicher“, betont Susanne Kränzle, Vorsitzende des DHPV. „Der deutliche Ausbau in den vergangenen Jahren zeigt, wie groß der Bedarf und das Engagement in den Regionen sind.“
Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass der weitere Ausbau der Netzwerke vor erheblichen Herausforderungen steht. Besonders die notwendige Ko-Finanzierung durch Kommunen sowie bürokratische Hürden erschweren vielerorts die Entwicklung.
„Damit die Netzwerke ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und eine stärkere Unterstützung auf kommunaler Ebene“, so Kränzle weiter. „Nur so kann eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Versorgung langfristig gesichert werden.“
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – sowohl auf Bundesebene als auch in den Regionen.
„Die Entwicklung der Netzwerke zeigt, dass gute Zusammenarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren auf regionaler Ebene funktionieren kann“, erklärt Stefanie Maihold, Gesamtleitung des Projekts. „Der Dank gilt hier vor allem den überregionalen Koordinatorinnen, die in den ihnen zugeordneten Regionen als unterstützende Schnittstellen wirken. Unter dem Dach des DHPV ist es zudem auf Bundesebene gelungen, Wissen zu bündeln, Strukturen aufzubauen und die Netzwerkarbeit nachhaltig zu stärken. Hier freuen wir uns auch in den verbleibenden zwei Projektjahren auf die fruchtbare Zusammenarbeit.“
Denn bei aller positiver Entwicklung macht der Bericht auch klar, dass bislang nur rund 22 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städte durch geförderte Netzwerke abgedeckt sind und dass für einen flächendeckenden Ausbau weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht.
Hintergrund
Seit 2022 können regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nach § 39d SGB V finanziell unterstützt werden – mit bis zu 15.000 Euro pro Jahr, wenn sich die Landkreise in gleicher Höhe beteiligen. Diese Förderung stärkt die Koordination und Zusammenarbeit vor Ort.
Ergänzend dazu fördert der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) gemeinsam mit DHPV, DGP und BÄK das Projekt „Koordination und Unterstützung der Netzwerkarbeit in der Hospizarbeit und Palliativversorgung.“. Es berät und begleitet Akteur*innen beim Aufbau und der Weiterentwicklung solcher Netzwerke und trägt dazu bei, Strukturen deutschlandweit zu etablieren und zu vernetzen.
Weitere Informationen zum überregionalen Netzwerkprojekt sowie der vollständige Bericht stehen auf der Website des DHPV zur Verfügung: https://www.dhpv.de/regionale-hospiz-und-palliativnetzwerke.html
Kontakt
Stefanie Maihold
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Projektleitung Netzwerkkoordination
Telefon 030 82 00 758 26
Mail: s.maihold@dhpv.de
Angela Hörschelmann
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 030 82 00 758 17
Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de
Internet: www.dhpv.de