Presseinformation zum Tag der Kinderhospizarbeit: Selbstbestimmungsrecht stärken

10.02.2020 - 09:00

Anlässlich des Tages der Kinderhospizarbeit, der jährlich am 10. Februar stattfindet, betont Professor Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), die Notwendigkeit, die Gesellschaft weiter für die Belange von lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren. Dies gilt auch für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die auf intensivpflegerische Versorgung angewiesen sind.

Hardinghaus: „Auch diese jungen Menschen haben ein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und auf die Entscheidung darüber, wo sie leben und wo sie betreut werden wollen. Hier bietet in der Regel das eigene Zuhause die besten Voraussetzungen.“

Vor dem Hintergrund der aktuell geführten Diskussionen um den Entwurf des Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetzes (IPREG), der am 12. Februar 2020 im Kabinett zur Abstimmung steht, stellt Hardinghaus klar: „Die Entscheidung über den Wohn- und Aufenthaltsort kann und sollte nur von den betroffenen Menschen selbst oder – wenn sie ihre Wünsche nicht artikulieren können – von ihren Eltern bzw. ihren sie gesetzlich Vertretenden getroffen werden.“

Der Einsatz für lebensverkürzend erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist seit über 25 Jahren wesentlicher Bestandteil der Hospizarbeit. Heute gibt es in Deutschland 139 ambulante Kinderhospizdienste, 17 stationäre Kinderhospize, 34 Dienste, die eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung anbieten (SAPV), 3 Palliativstationen für Kinder und eine große Zahl ehrenamtlich Engagierter.

„Unser Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die sich ehren- und hauptamtlich in der Kinder- und Jugendhospizarbeit engagieren. Sie reagieren sensibel auf die jeweils einzigartige Lebenssituation von betroffenen Kindern und ihren Familien und die daraus resultierenden Bedürfnisse und stehen für die Solidarität mit den Betroffenen und ihren Familien“, so Hardinghaus.

Weitere Informationen
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.200 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Der DHPV setzt sich als Träger der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen dafür ein, die Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzenden Erkrankungen als umfassendes und eigenständiges Konzept auszubauen und im Rahmen geeigneter Versorgungsstrukturen weiterzuentwickeln. Insbesondere die familiäre und soziale Situation sowie der individuelle Stand der Persönlichkeitsentwicklung sind hier zu berücksichtigen.

Der Tag der Kinderhospizarbeit, der immer am 10. Februar stattfindet, macht auf die besonderen Bedürfnisse und die belastende Situation der betroffenen Kinder und ihrer Familien aufmerksam und würdigt zugleich die Arbeit der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hospiz- und Palliativversorgung.

Kontakt
Angela Hörschelmann
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Aachener Str. 5
10713 Berlin
Tel.: 030 82 00 758 17
Fax: 030 82 00 758 13
Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de
Internet: www.dhpv.de

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