Presseinformation: Neujahrsempfang des DHPV und Verleihung der Ehrenpreise

30.01.2019 - 21:00

Ehrenpreise des DHPV
Die Preisträger*innen und Laudator*innen der DHPV-Ehrenpreise 2019

Auszeichnungen für verdiente Ehrenamtliche, für den Interfraktionellen Gesprächskreis Hospiz im Deutschen Bundestag, für die NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ sowie für zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen

In Anwesenheit von mehr als einhundert Gästen aus der Politik, dem Gesundheitswesen, von Partnerverbänden sowie aus der Hospiz- und Palliativarbeit wurden heute im Rahmen des Neujahrsempfangs des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und seiner Stiftung (DHPS) die DHPV-Ehrenpreise an Menschen vergeben, die die Hospizidee durch ihr Engagement und ihre Arbeit bereichern und voranbringen.

Ohne Ehrenamt keine Hospizarbeit
In der Kategorie „Ehrenamtliches Engagement“ wurden Laure Meierrose von der "Ökumenischen Hospizgruppe Wallenhorst" und Kirstin Baade vom Hospiz-Förderverein e.V. Itzehoe geehrt. Gisela Textor, Vorstandsmitglied und Leiterin der Fachgruppe Ehrenamt, verwies in ihrer Laudatio auf die Bedeutung des Ehrenamts für die Hospizarbeit: „Die Hospizbewegung in Deutschland entstand durch das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement zunächst einzelner Bürger*innen. Auch und gerade heute, wo sich die Hospizidee in der Gesellschaft zunehmend etabliert hat, ist Hospizarbeit ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar. Es ist Menschen wie Laure Meierrose und Kristin Baade zu verdanken, dass aus der ehemals kleinen Pflanze Hospizarbeit ein veritables, fruchtbares Gewächs geworden ist. Die Entwicklung der Hospizbewegung, die Verbreitung der Hospizidee wäre ohne Menschen wie sie nicht möglich.“

Nicht nur in der unmittelbaren Begleitung ist hospizliches Ehrenamt wichtig, sondern auch in der Vorstandsarbeit, der Öffentlichkeitsarbeit, der Koordination, der Beratung und der Verwaltung. Ein weiterer Ehrenpreis ging daher an Werner Sinz für die Entwicklung einer Software, die heute aus der Arbeit vieler Hospizdienste und -einrichtungen nicht wegzudenken ist. „Diese Software hat es den Hospizdiensten wie auch den Hospiz- und Palliativverbänden ermöglicht, Berichte, Daten und Statistiken zu nutzen, die für die eigene Arbeit, aber auch für die finanzielle Förderung und Zusammenarbeit mit Politik und den Krankenkassen unabdingbar waren und sind“, so Erich Lange, stellvertretender Vorsitzender des DHPV.

Den politischen Boden bereiten
In der Kategorie „Strukturen und Rahmenbedingungen“ ging der Ehrenpreis an den Interfraktionellen Gesprächskreis Hospiz im Deutschen Bundestag (IFG). Laudator Professor Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV: „Im IFG bereiten Parlamentarier*innen aller Fraktionen seit 2002 abseits von politischen Lagern und Überzeugungen den Boden für Verbesserungen in den Strukturen und Rahmenbedingungen der Hospiz- und Palliativarbeit – im Interesse schwerstkranker und sterbender Menschen und somit für eine solidarische Gesellschaft, die geprägt ist durch die Wertschätzung gegenüber schwerstkranken und sterbenden Menschen.“

Markus Grübel MdB, der gemeinsam mit den Ko-Sprecherinnen des IFG Emmi Zeulner MdB und Claudia Moll MdB den Preis entgegennahm, unterstrich: „Der Bedarf an einer guten Hospiz- und Palliativversorgung in unserer immer älter werdenden Gesellschaft steigt. Deshalb müssen wir uns als Gesetzgeber auch weiterhin dafür stark machen, dass alle Menschen Zugang zu einer würdevollen Begleitung und Versorgung am Lebensende haben. Der IFG bietet einen guten Rahmen, um sich mit den Verbänden darüber auszutauschen, ob das, was wir im Parlament beschlossen haben, auch wirkungsvoll ist oder ob wir in dem einen oder anderen Bereich nachbessern müssen. Der Ehrenpreis des DHPV ist für uns alle ein Ansporn, uns weiter für eine gute Hospiz- und Palliativversorgung einzusetzen."

Einfühlsame und facettenreiche Berichterstattung
In der Kategorie „Medien und Öffentlichkeitsarbeit“ wurde der Norddeutsche Rundfunk für die Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ zu Gunsten der Hospiz- und Palliativarbeit geehrt. Durch die Spenden in Höhe von mehr als 3,6 Millionen Euro konnten in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehr als 400 Projekte gefördert werden – vom Gästebett über Diensträder und -autos bis hin zu Angeboten für die kultursensible Hospizarbeit sowie Trauerangebote für Kinder und Jugendliche.

„Ein weiterer großer Gewinn für die Hospiz- und Palliativarbeit war die einfühlsame und facettenreiche Berichterstattung im Rahmen der Benefizaktion“, so Laudatorin Dr. Anja Schneider, stellvertretende Vorsitzende des DHPV. „Sie hat – neben der praktischen Unterstützung – dazu beitragen, die Lebensthemen Krankheit, Sterben und Tod weiter ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und die Hospizidee sowie die Angebote der Hospiz- und Palliativarbeit noch bekannter zu machen.“

Joachim Böskens, Chefredakteur Hörfunk/Fernsehen des Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern, freute sich sehr über die ganz besondere Auszeichnung für den Norddeutschen Rundfunk: "Unser Anliegen ist es, mit der gemeinsamen Aktion in allen Programmen des NDR in jedem Jahr den Schwachen und Benachteiligten der Gesellschaft zu helfen. Aber es geht hier nicht nur um finanzielle Hilfe, sondern gleichermaßen immer auch um die journalistische Aufbereitung eines Themas, um die Aufklärung und Sichtbarmachung der jeweiligen Probleme und Lebensumstände von Betroffenen und ihrem Umfeld."

Zukunftsweisende Aspekte
Der Wissenschaftspreis ging an Juliane Lübbert für die Masterthesis „Beeinflusst das politisch gewollte ‚ambulant vor stationär‘ die stationäre Hospizarbeit?“ sowie an Dr. Christine Bruker für die Dissertation „Sorge für Kinder, die sterben müssen“. Professor Andreas Heller, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des DHPV, würdigte in seiner Laudatio die zukunftsweisenden Aspekte beider Arbeiten. Dank eines Druckkostenzuschusses von Seiten des DHPV werden die Erkenntnisse aus beiden Arbeiten auch ein breiteres, interessierten (Fach)Publikum erreichen.

Foto: hinten v.l.n.r. Prof. Andreas Heller, Dr. Anja Schneider, Kristin Baade, Gisela Textor, Markus Grübel MdB, Prof. Winfried Hardinghaus, Erich Lange; vorne v.l.n.r. Claudia Moll MdB, Joachim Böskens, Heidrun Albrecht-Seifert, Laure Meierrose, Juliane Lübbert, Emmi Zeulner MdB, Dr. Christine Bruker, Werner Sinz. (c) HelenNicolai-BusinessPortaits.de

Hier finden Sie die vollständigen Laudationes zu den Preisträgerinnen und Preisträgern.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.200 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren. Die DHPV-Ehrenpreise werden seit 2001 verliehen.

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