Presseinformation: Neujahrsempfang des DHPV und Verleihung der Ehrenpreise

30.01.2020 - 09:00

Auszeichnungen für die verdienten Ehrenamtlichen Christel Grimm und Rolf Fischer, für das Land Schleswig-Holstein, für das Schauspielerehepaar Johanna Gastdorf und Jan-Gregor Kremp sowie die Nachwuchswissenschaftlerin Judith Lilly Alber.

In Anwesenheit von einhundert Gästen aus der Politik, dem Gesundheitswesen, von Partnerverbänden sowie aus der Hospiz- und Palliativarbeit wurden gestern im Rahmen des Neujahrsempfangs des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und seiner Stiftung (DHPS) die DHPV-Ehrenpreise an Menschen vergeben, die die Hospizidee durch ihr Engagement und ihre Arbeit bereichern und voranbringen.

Unverzichtbares Ehrenamt

In der Kategorie „Ehrenamtliches Engagement“ wurden Christel Grimm und Rolf Fischer ausgezeichnet. Beide sind seit über zwanzig Jahren ehrenamtlich in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen engagiert, Christl Grimm in der Hospizgruppe Langen, einer Regionalgruppe der Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand, kurz IGSL, und Rolf Fischer im Franziskus-Hospiz Hochdahl in Erkrath, einem stationären und ambulanten Hospiz in Trägerschaft der Marienhaus Unternehmensgruppe und des Franziskus-Hospiz e.V. Hochdahl.

Dirk Blümke, stellvertretender Vorsitzender des DHPV, verwies in seiner Laudatio auf die Bedeutung des Ehrenamts für die Hospizarbeit: „Ohne Menschen wie Christel Grimm und Rolf Fischer wäre die stete Entwicklung der Hospizbewegung, die Verbreitung der Hospizidee und vor allem eine zugewandte Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen nicht möglich. Der Ehrenamtspreis des DHPV steht für unseren Dank und unsere Anerkennung und soll ein Ansporn für andere Menschen sein, sich in die Hospizarbeit einzubringen.“

Zuverlässige Förderung über Fraktions- und Ministeriumsgrenzen hinweg

Den Ehrenpreis in der Kategorie „Strukturen und Rahmenbedingungen“ ging an das Land Schleswig-Holstein. Laudator Professor Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV: „Die Regierung Schleswig-Holsteins trägt seit vielen Jahren über Fraktions- und Ministeriumsgrenzen hinweg dazu bei, die Hospiz- und Palliativversorgung im Lande weiterzuentwickeln. Dies geschieht ganz praktisch durch die Förderung der ambulanten und stationären Angebote für schwerstkranke und sterbende Menschen. Das geschieht aber auch durch die Finanzierung von Forschung und entsprechender Strukturen wie der Landeskoordinierungsstelle für die Hospiz- und Palliativversorgung Schleswig-Holstein.“

Heiner Garg, der als zweiter stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein den Preis entgegennahm, sagte: „Ich freue mich sehr, dass in Schleswig-Holstein mittlerweile etwa 2000 Freiwillige in der Hospiz- und Palliativarbeit engagiert sind und dass immer mehr Freiwillige dazu kommen. Ihnen gilt dieser Preis! Bereits 2017 hat das Land Schleswig-Holstein die Landeskoordinierungsstelle Hospiz- und Palliativversorgung eingerichtet. Für deren Betrieb stellen wir bis zum Jahr 2021 insgesamt 668.000 Euro an Landesmitteln zur Verfügung. Diese Förderung wollen wir auch über das Jahr 2021 hinaus ausweiten. Den Ausbau der stationären Hospizplätze fördert das Land Schleswig-Holstein mit 500.000 Euro jährlich. Das zeigt, dass wir in Schleswig-Holstein die richtigen Rahmenbedingungen für die Hospiz- und Palliativarbeit schaffen. Dieser Preis ermutigt uns, diesen Weg weiterzugehen.“

Berührungsängste abbauen

Der Ehrenpreis in der Kategorie „Medien und Öffentlichkeitsarbeit“ ging an Johanna Gastdorf und Jan-Gregor Kremp. Die beiden bekannten und vielbeschäftigten Schauspieler*innen treten seit vielen Jahren unentgeltlich unter anderem in Hospizen auf. „Sie wählen die Orte sehr bewusst und nutzen ihre Prominenz, um Berührungsängste abzubauen und Menschen zu ermutigen, sich mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen“, so Dr. Anja Schneider, stellvertretende Vorsitzende des DHPV, in ihrer Laudatio. Johanna Gastdorf engagiert sich darüber hinaus als Schirmherrin von PalliLev, einem integrierten Palliativ- und Hospizzentrum in Leverkusen, das im Herbst dieses Jahres seine Türen öffnen will.

Begleitung von Menschen mit schwerer und geistiger Behinderung

Der Wissenschaftspreis ging an Judith Lilly Alber für ihre Masterarbeit „Palliative und hospizliche Begleitung von Menschen mit schwerer und geistiger Behinderung. Eine qualitative Konzeptanalyse“. Laudatorin Professor Helen Kohlen, Lehrstuhlinhaberin für Care Policy und Ethik an der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar (PTHV) und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des DHPV, lobte die thematisch und historisch hoch aktuelle Arbeit, die zeigt, dass Menschen mit schwerer und geistiger Behinderung auch in palliativen und hospizlichen Zusammenhängen noch ein Randthema sind, das es dringend anzugehen gilt.

Hier finden Sie die vollständigen Laudationes zu den Preisträgerinnen und Preisträgern.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.200 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren. Die DHPV-Ehrenpreise werden seit 2001 verliehen.

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