Presseinformation: Kostenfreie Entlastung pflegender Angehöriger durch ambulante Hospizdienste

06.09.2019 - 10:00

Am 8. September findet der bundesweite Aktionstag für pflegende Angehörige statt. Er will auf die wichtige Pflegearbeit durch Familienangehörige, Freunde oder Bekannte hinweisen.

„Bei Pflegebedürftigkeit zu Hause bleiben zu können, wenn möglich bis ans Lebensende, das entspricht auch unserem Wissen nach dem Wunsch der meisten Menschen“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands. "Ohne pflegende Angehöriger wäre das häufig nicht möglich."

Die Pflege von Familienangehörigen – meist über einen langen Zeitraum und häufig neben der eigenen Erwerbstätigkeit und / oder parallel zur Kindererziehung – kann physisch und psychisch sehr belastend sein.

„Das gilt vor allem auch am Lebensende, bei schwerer Krankheit und dem nahendem Tod der zu Pflegenden. Hier ist immer noch zu wenig bekannt, dass die Unterstützung durch einen ambulanten Hospizdienst eine große Entlastung bringen kann – und dass diese Hilfe für die Betroffenen nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden ist“, so Hardinghaus.

Die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter leisten umfassende emotionale Unterstützung des sterbenden Menschen und seiner An- und Zugehörigen. Sie stehen beim Erleben und Verarbeiten der Gefühle, die in Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung und dem bevorstehenden Tod auftauchen, zur Seite.

„Das heißt für die pflegenden Angehörigen, dass sie mit der schweren Situation nicht alleine bleiben müssen. Sie haben die Möglichkeit, über die Krise und die damit verbundenen Schwierigkeiten zu reden und damit umgehen zu können“, erklärt Winfried Hardinghaus. "Oder sie können einfach mal eine Verabredung wahrnehmen, ins Café oder zum Friseur gehen, und wissen ihren Angehörigen gut aufgehoben, auch das ist Entlastung."

Darüber hinaus sind die Ehren- und Hauptamtlichen in den ambulanten Hospizdiensten auch da, um praktische Aspekte zu besprechen, zum Beispiel, ob eine Reise (noch) möglich ist, bis hin zur Frage, wie man Bestattung und Trauerfeier vorbereitet. Die Begleitung und Unterstützung endet nicht mit dem Tod, sie wird auf Wunsch der Angehörigen in der Zeit der Trauer weitergeführt. Vor diesem Hintergrund werden durch die ambulanten Hospizdienste in der Regel ebenfalls Trauerberatung oder auch Trauergruppen angeboten.

Hintergrundzahlen
3,41 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland nach Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI)
2,59 Millionen (76 %) davon wurden zu Hause versorgt
1,76 Millionen wurden allein durch Angehörige versorgt, weitere 0,83 Millionen teilweise oder vollständig durch ambulante Pflegedienste
0,82 Millionen aller Pflegebedürftigen (24 %) wurden vollstationär in Pflegeheimen betreut (Stand Ende 2017, Quelle: Presseinformation des Statistischen Bundesamtes vom 03.09.2019, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2019/PD19_36_p002.html9)

79 % wollen im Pflegefall in ihrem Zuhause bleiben, bevorzugt betreut durch einen professionellen Pflegedienst (70 %).
58 % würden am liebsten von Angehörigen oder anderen vertrauten Personen betreut werden. (Quelle: Statista, https://de.statista.com/infografik/19232/aeltere-wollen-zuhause-gepflegt-werden/)

58% der Befragten, die sich bereits über ihr eigenes Sterben Gedanken gemacht haben, möchten zu Hause sterben. Quelle, Bevölkerungsbefragung des DHPV, Zentrale Ergebnisse unter: https://www.dhpv.de/tl_files/public/Aktuelles/presseerklaerungen/3_ZentraleErgebnisse_DHPVBevoelkerungsbefragung_06102017.pdf (Seite 2)


Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.200 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt
Angela Hörschelmann
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030 82 00 758 17
Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de
Internet: www.dhpv.de

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