Presseinformation: Drei Jahre Hospiz- und Palliativgesetzgebung – Meilenstein mit Luft nach oben

06.12.2018 - 11:00

Anlässlich des vor drei Jahren, am 8. Dezember 2015, in Kraft getretenen Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (HPG) zieht der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) eine positive Bilanz.

„Das Hospiz- und Palliativgesetz schafft verlässliche Rahmen-bedingungen und ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu einer bedarfsgerechten Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen“, so Professor Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV.

Unter anderem wurde die finanzielle Ausstattung der stationären Hospize mit dem HPG wesentlich verbessert, so dass u.a. die Versorgung der Betroffenen mit einem deutlich größeren Personalschlüssel erfolgen kann.

Die von den Krankenkassen geförderten ambulanten Hospizdienste können nun zum einen neben den Personal- auch Sachkosten abrechnen, zum anderen werden jetzt auch Begleitungen im Krankenhaus durch die Förderung berücksichtigt. Zudem wurden günstigere Voraussetzungen für die verstärkte Zusammenarbeit von ambulanten Hospizdiensten mit stationären Pflegeeinrichtungen geschaffen.

Die aktuelle Entscheidung des Bundestages, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) aus dem Vergaberecht herauszunehmen und durch ein gesetzliches Zulassungsverfahren auf Basis einer Bundesrahmenvereinbarung zu regeln, ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen.

„Dennoch bleibt viel zu tun, vor allem was die Situation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen betrifft“, so Hardinghaus. „Hier brauchen wir eine umfassende und gelebte Hospizkultur und Palliativversorgung.“

Zwar sollen mit dem HPG insbesondere in stationären Pflegeeinrichtungen Hospizkultur und Palliativversorgung weiterentwickelt werden, etwa durch die Klarstellung, dass Pflege die Sterbebegleitung einschließt, sowie durch die Verpflichtung für Pflegeeinrichtungen zur Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten.

Es bleibt aber eine dringende Aufgabe, die Rahmenbedingungen in der Pflege nachhaltig und konsequent zu verbessern, um dem bereits bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Voraussetzungen einer würdevollen Begleitung am Lebensende sicherzustellen. Zudem müssen die sterbenden Menschen und deren Angehörige intensiver über die Angebote und Möglichkeiten der Hospizarbeit und Palliativversorgung informiert werden.

„Nur durch Information einerseits und das Ineinandergreifen gut ausgebauter Strukturen innerhalb von koordinierten Netzwerken andererseits wird ein Sterben in Selbstbestimmung möglich“, so Hardinghaus. „Hier gibt es auch drei Jahre nach Inkrafttreten des HPG viel zu tun.“

Hintergrund
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.200 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Der DHPV, der auch bei der Ausgestaltung des HPG beratend tätig war, hat anlässlich des sich jährenden Inkrafttretens des Gesetzes ein Sonderheft der hospiz zeitschrift herausgegeben. Die Beiträge im Heft ziehen eine detaillierte Zwischenbilanz und geben einen Ausblick auf die Herausforderungen, die in der Begleitung und Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen auch nach dem HPG noch zu bewältigen sind. Einen Blick ins Heft gibt es hier. Journalisten können ein Belegexemplar über a.hoerschelmann@dhpv.de bestellen.

Kontakt
Angela Hörschelmann
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Aachener Str. 5
10713 Berlin
Tel.: 030 82 00 758 17
Fax: 030 82 00 758 13
Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de
Internet: www.dhpv.de

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