Presseinformation: Bundesfamilienministerin würdigt junge Ehrenamtliche in der Hospizarbeit

05.04.2019 - 11:00

Junges Ehrenamt in der Hospizarbeit
Die Bundesfamilienministerin und die ausgezeichneten Ehrenamtlichen (c) Trutschel/photothek / BMFSFJ

Unter dem Motto „Letzte Wege begleiten. Mehr als ein Ehrenamt“ hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey heute 95 junge Ehrenamtliche aus der Hospizarbeit und Palliativversorgung nach Berlin eingeladen, um sie für ihr Engagement auszuzeichnen und mit ihnen über die ehrenamtliche Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen zu sprechen. Die Ehrenamtlichen erhielten Urkunden, die einerseits das Engagement würdigen und gleichzeitig die Möglichkeit geben, die erworbenen Kompetenzen und das Engagement im weiteren Leben nachzuweisen, z.B. bei Bewerbungen für eine Ausbildung, für einen Studienplatz oder für einen Job.

„Mir ist es wichtig, dass die Menschen in einer der schwersten Zeiten ihres Lebens nicht alleine sind. Deshalb unterstützen wir diejenigen, die sich um die Schwerstkranken und Sterbenden kümmern, ihnen Halt geben, für diejenigen da sind, die gerade einen geliebten Menschen verlieren, und ihre Zeit und Energie für dieses gesellschaftlich bedeutsame Ehrenamt einbringen“, so die Familienministerin. "Wir machen heute einen Schritt, das Ehrenamt junger Menschen besser anzuerkennen. Wer sich engagiert soll auch im weiteren Leben davon profitieren können.“

In Deutschland gibt es derzeit rund 1.500 ambulante Hospizdienste. Seit den 1980er Jahren fußt  die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen nicht zuletzt auf dem Engagement vieler ehrenamtlicher Hospizbegleiterinnen und -begleiter. 



„Hospizarbeit ist auch in Zukunft ohne Ehrenamt nicht möglich. Diese Auszeichnung der jungen Menschen ist ein starkes Signal auf dem Weg hin zu einem ‚neuen‘, d.h. bunteren, vielfältigeren und flexibleren Ehrenamt – ein Wandel, der dringend voran gebracht werden muss“, so Professor Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands.



Die Bundesfamilienministerin zeichnete die jungen Ehrenamtlichen gemeinsam mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e. V. (DHPV), der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP) und der Bundesärztekammer (BÄK) – den Trägern der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland – aus.



„Gesellschaftliche Wertvorstellungen haben einen entscheidenden Einfluss auf den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen. Die jungen Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit sind Garanten für eine Gesellschaft, die auch in Zukunft mit Menschen am Lebensende solidarisch und fürsorglich umgeht“, so Winfried Hardinghaus. 



Fotos zur Veranstaltung.

Hintergrund

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1.200 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.



2018 hatte der DHPV, ebenfalls unter Beteiligung der Bundesfamilienministerin, erste Ergebnisse der vom DHPV initiierten und geförderten Verbundstudie „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit – Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven“ vorgestellt. Demnach ist die ehrenamtliche Hospizarbeit nach wie vor weiblich und mittelschichtsbasiert und wird überwiegend von Frauen in der späten Erwerbs- bzw. Nacherwerbsphase getragen. Zudem werden bisher überwiegend Menschen der gesellschaftlichen Mitte begleitet, obwohl sich Hospizarbeit als Unterstützungsangebot grundsätzlich an jeden richtet, der Hilfe in der existenziellen Lebenskrise von schwerer Krankheit und Sterben benötigt. Noch in diesem Jahr wird der DHPV die detaillierten Ergebnisse der Studie vorlegen  (Link zu den Zwischenergebnissen.)


Kontakt
Angela Hörschelmann
Deutscher Hospiz- und PalliativVerband
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030 82 00 758 17
Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de
Internet: www.dhpv.de

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