Neu: Bundes-Hospiz-Anzeiger 5/2026 zu Trauer und Künstlicher Intelligenz
Chatbots, digitale Erinnerungsarchive, Griefbots: Künstliche Intelligenz verändert, wie Menschen mit Verstorbenen in Verbindung bleiben. Die neue Ausgabe des Bundes-Hospiz-Anzeigers fragt, was das für Trauernde und für die Trauerbegleitung bedeutet.
Mit dem Schwerpunkt „Trauer und KI“ knüpft Heft 5/2026 an die Ausgabe 2/2026 zu Hospiz und Digitalisierung an. Damals lautete das Fazit, dass digitale Werkzeuge unterstützen können, persönliche Zuwendung aber nicht ersetzen. Das neue Heft prüft diesen Gedanken für die Trauer, denn hier versprechen KI-Anwendungen inzwischen, mit Verstorbenen zu sprechen oder ihnen in Form von Avataren wieder zu begegnen.
Vier Beiträge nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Elisabeth Jentschke stellt auf Grundlage einer eigenen Studie mit Hinterbliebenen dar, was Trauernde als hilfreich erleben. Sie zeigt, wo KI-Tools unterstützen können und wo Griefbots und postmortale Avatare zum Beziehungsersatz werden. Traugott Roser beschreibt aus seelsorglicher Sicht, wie die Verbindung zu Verstorbenen auch ohne Technik gelingt: durch Abschiedsrituale, den toten Körper selbst und Erinnerungsgegenstände. Golrokh Esmaili zeigt, wie KI kultursensible Trauerbegleitung stärken kann, indem sie hilft, offene Fragen zu stellen, statt Wissen über Kulturen zu liefern. Thomas Macho blickt kulturhistorisch auf digitale Wiedergänger in Film und Literatur und fragt, ob ein Abbild die lebendige Beziehung je ersetzen kann.