Auftakttreffen des Interfraktionellen Gesprächskreises Hospiz
Am 21. Mai 2026 fand im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages das Auftakttreffen des Interfraktionellen Gesprächskreises (IFG) Hospiz in der 21. Wahlperiode statt. Unter der Moderation von Emmi Zeulner MdB und Simone Fischer MdB – Claudia Moll MdB war krankheitsbedingt entschuldigt – kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Pflegeverbänden, dem GKV-Spitzenverband, den Charta-Trägern sowie den zuständigen Ministerien zusammen, um zentrale hospiz- und palliativpolitische Anliegen zu diskutieren.
Palliativversorgung im Kontext der Krankenhausreformen
Heiner Melching (DGP) thematisierte die Situation der Palliativmedizin im Krankenhaus vor dem Hintergrund der beschlossenen und geplanten Reformen. Er verwies auf nach wie vor ungeklärte Fragen bei Abrechnungsziffern und Leistungsinhalten, die bereits zu Schließungen von Palliativstationen und -diensten geführt haben. Eine dringende Klärung sei unabdingbar.
Caring Communities – Vorstellung des Charta-Projekts
Dr. Birgit Weihrauch, Ehrenvoristzende des DHPV, stellte das Charta-Projekt zu Caring Communities (CC) sowie die zugehörige Handreichung vor. Sie beleuchtete wichtige Ansätze, die für die Hospizversorgung im Kontext von CC besondere Relevanz haben: den Präventionsgedanken mit einer Verankerung im Bereich des § 20 SGB V, die Netzwerkkoordination nach § 39d SGB V sowie die Rolle von Ambulanten Hospizdiensten und Trauerarbeit innerhalb von CC-Strukturen. Der Beitrag verdeutlichte das Potenzial von Caring Communities als gemeinschaftsorientierter Ansatz zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung vor Ort.
Advance Care Planning in der Notfallversorgung
Prof. Martin Neukirchen (virtuell zugeschaltet) plädierte für die Einführung eines bundesweiten Notfallausweises in Anlehnung an den Düsseldorfer Notfallausweis. Er wies auf den Regelungsbedarf hinsichtlich Fehlversorgung am Lebensende hin und skizzierte mögliche Lösungsansätze, wie Advance Care Planning stärker in der Notfallreform verankert werden kann.
Psychosoziale Fachkraft in der SAPV
Cora Schulze, stellv. Vorsitzende des DHPV, ergänzt durch Vertreterinnen der BAG SAPV, forderte, den bereits vor dem Regierungswechsel angestoßenen Prozess zur Ergänzung des § 37b SGB V wieder aufzunehmen, um die dritte Profession – die psychosoziale Fachkraft – verbindlich in der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung für Erwachsene zu verankern.
Darüber hinaus unterstrich der DHPV das allgemeine Anliegen, dass bei gesetzlichen Regelungen, die Einrichtungen der Hospizarbeit und Palliativversorgung betreffen, die maßgeblichen Verbände im Gesetz ausdrücklich benannt werden – damit sie bei Verhandlungen ihre Einrichtungen auch rechtssicher vertreten können.