Aktuelles > Öffentlichkeitsarbeit > Ehrenpreise > 2020 > Laudatio: Johanna Gastdorf und Jan-Gregor Kremp

Laudatio zu Ehren Johanna Gastdorf und Jan-Gregor Kremp

von Dr. Anja Schneider, stellv. Vorsitzende des DHPV

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

für unsere Arbeit ist es von besonderer Bedeutung, die Hospizidee im Allgemeinen sowie Hospiz- und Palliativangebote im Besonderen auch in der vielfältigen Medienlandschaft sowie in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Das ist einerseits wichtig, um über die Möglichkeiten einer guten Begleitung am Lebensende zu informieren. Ebenso wichtig ist es im Sinne der Hospizidee, einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit Sterben und Tod zu bewirken.

Unser diesjähriger Ehrenpreis in der Kategorie "Öffentlichkeitsarbeit" geht daher voller Freude und Überzeugung an Sie, sehr geehrte Frau Gastdorf, und an Ihren Mann Jan-Gregor Kremp, der heute wegen beruflicher Verpflichtungen leider nicht dabei sein kann. Wir möchten damit Ihr Engagement für die Hospizarbeit und Ihr öffentliches Eintreten für einen anderen, einen hospizlichen Umgang mit Krankheit, Sterben und Tod würdigen.

Sie sind beide sehr bekannte und sehr beschäftige Schauspieler*innen. Sie, Frau Gastdorf, haben viele Jahre vor allem im Theater, an den großen Bühnen in Hannover, München, dann in Bochum gespielt. Seit Sönke Wortmanns „Wunder von Bern" im Jahr 2003 sieht man Sie auch immer wieder in Haupt- und Nebenrollen im Fernsehen, etwa im „Tatort“. Jan-Gregor Kemp ist vielen bekannt als Hauptkommissar Richard Voss aus der Fernsehserie „Der Alte“. Auch im Polizeiruf 110 war er als Kommissar zu sehen. Darüber hinaus wirkte er an den verschiedensten, auch internationalen, Filmproduktionen mit.

Trotz der zeitlichen Verpflichtungen und Einschränkungen, die Ihrer beider Beruf mit sich bringt, treten Sie seit vielen Jahren in Altenheimen, Fraueninitiativen, Kirchengemeinden und nicht zuletzt in Hospizen unentgeltlich auf. Mit der musikalischen Benefizlesung „So lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen” lesen Sie aktuell in Erwachsenen- und Kinderhospizen, aber auch in stationären Pflegeeinrichtungen Texte zum Beispiel von Hanns Dieter Hüsch, Dieter Hildebrandt, Loriot, aber auch eigene Texte.

Sie wollen damit ein Zeichen für die Hospiz-Bewegung setzen und Menschen ermutigen, sich mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Sie wählen die Orte sehr bewusst und nutzen Ihre Prominenz, um Menschen mit dem Hospizgedanken und der Einrichtung Hospiz in Berührung zu bringen und so Schwellenängste abzubauen.

Mit einer Mischung aus Besinnlichem und Humorvollem, aus Text und Musik geben Sie Ihrem Publikum die Möglichkeit, sich Themen zu nähern, die sonst gerne verdrängt werden, an Orten, um die viele Menschen nur zu gerne einen Bogen machen.

Neben bereits bestehenden Einrichtungen unterstützen Sie beide auch das PalliLev, ein integriertes Palliativ- und Hospizzentrum in Leverkusen, das im Herbst dieses Jahres seine Türen öffnen will. PalliLev ist zum einen ein stationäres Hospiz – das erste in Leverkusen –, zudem sollen hier alle Stränge der Versorgung von Menschen am Lebensende zusammenlaufen, so dass die Betroffenen und ihre Angehörigen es möglichst einfach haben, die für sie passende Form der Unterstützung zu bekommen, ob ambulant oder stationär, ob allgemein oder spezialisiert. Sie, liebe Frau Gastdorf, haben die Schirmherrschaft für PalliLev übernommen, was der Bekanntheit und Akzeptanz dieses wichtigen Angebotes sehr förderlich ist.

Wie ich aus gut informierten Quellen weiß, verstehen Sie die Schirmherrschaft für das PalliLev als große Ehre und haben sich der Aufgabe mit großem Respekt zugewandt.

Liebe Frau Gastdorf, ich darf Ihnen versichern, dass die Ehre und der Respekt ganz auf unserer Seite sind und dass wir Ihnen und Ihrem Mann mit großer Freude den diesjährigen Ehrenpreis in der Kategorie Medien und Öffentlichkeitsarbeit überreichen.

Zurück