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Laudatio zu Ehren des NDR für "Hand in Hand für Norddeutschland"

von Dr. Anja Schneider, stellv. Vorsitzende des DHPV

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

für unsere Arbeit ist es von besonderer Bedeutung, die Hospizidee im Allgemeinen sowie Hospiz- und Palliativangebote im Besonderen auch in der vielfältigen Medienlandschaft sowie in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Das ist einerseits wichtig, um über die Möglichkeiten einer guten Begleitung am Lebensende zu informieren. Ebenso wichtig ist es im Sinne der Hospizidee, einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit Sterben und Tod zu bewirken.

Unser diesjähriger Preis für Medien und Öffentlichkeitsarbeit geht daher voller Freude und Überzeugung an die NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“, die Ende 2016 zugunsten der Hospiz- und Palliativarbeit stattgefunden hat. Von dieser Aktion haben zuvorderst zahlreiche Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg profitiert – und eben die Hospizidee als Ganzes.

Sehr geehrter Herr Böskens, Sie sind Chefredakteur Hörfunk/Fernsehen des Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern. Frau Haferburg, Direktorin des NDR Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der Projektgruppe für die Benefizaktion, kann heute krankheitsbedingt nicht bei uns sein. Wir freuen uns, dass Sie es so spontan möglich gemacht haben und gemeinsam mit Frau Albrecht-Seifert, Gesamtkoordinatorin des Projektes „Hand in Hand", bei uns sind.

Hand in Hand für Norddeutschland – das waren im Dezember 2016 zehn Tage Berichterstattung darüber, wie die Hospizvereine und Palliativeinrichtungen Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Die Aktion mündete in einen großen Spendentag, an dem zahlreiche NDR-Mitarbeiter*innen und Prominente telefonisch Spenden entgegen nahmen. Etwa Torsten Albig, 2016 amtierender Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Rudolf Seiters in seiner Eigenschaft als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Abenteurer und Polarforscher Arved Fuchs, Martin Kind, Unternehmer und Präsident von Hannover 96, Lotto King Karl, Heinz-Rudolf Kunze, Ballettdirektor John Neumeier, die Schauspieler*innen Katrin Sass und Hinnerk Schönemann – um nur einige zu nennen. Auch der abschließende Spendenabend glänzte durch Gäste aus Politik, Showbizz und aus der Hospiz- und Palliativarbeit. Und im Hintergrund weitere Prominente, die unermüdlich Spenden entgegen nahmen, nicht zuletzt Lutz Marmor, Intendant des NDR.

Das Ergebnis dieses Abends waren sage und schreibe 3,29 Millionen Euro, die durch Folgespenden zu mehr als 3,6 Millionen Euro geworden sind. Davon konnten über 400 Projekte gefördert werden, die den Betroffenen selbst und der ehrenamtlichen Hospizarbeit zugutekommen. Dazu gehören eher „kleine“ Dinge wie Gästebetten und Ruhesesseln, Klangschalen, Material für Musik- und Aromatherapie. Dazu gehören auch neue Fahrräder und PKWs, damit Koordinatorinnen und Ehrenamtlichen besser zu den Betroffenen kommen, oder Fortbildungen im Bereich Trauerbegleitung – auch das ein wichtiges hospizliches Thema, denn unsere Hilfe endet ja nicht mit dem Tod der betroffenen Menschen.

Dazu gehören aber auch große Projekte wie Sinnes- und Hospizgärten, Tageshospize, Angebote für die kultursensible Hospizarbeit und vieles andere mehr. Ich muss gestehen, ich selber war in Vorbereitung dieser Laudatio beim nochmaligen Blick auf die Liste der geförderten Projekte wieder zutiefst beeindruckt davon, wie vielfältig die Hospizarbeit ist und vor allem davon, was diese Spendengelder alles bewegt haben.

Was uns aber – neben der Spendenbereitschaft des NDR-Publikums – gefreut und beeindruckt und im Ergebnis dazu bewogen hat, diesen DHPV-Ehrenpreis an den NDR zu übergeben, war die einfühlsame und facettenreiche Berichterstattung. Im Fernsehen, im Radio und auf den Internetseiten des NDR und seiner Landesfunkhäuser wurde in unzähligen Sendungen, Interviews, Reportagen, Berichten, Hör- und Fernsehbeiträgen über die Hospiz- und Palliativarbeit informiert. Über die stationäre Hospizarbeit, über Kinder- und Jugendhospizarbeit, über Trauercafés und Trauerarbeit – und nicht zuletzt über die ambulante Hospizarbeit.

Meine Damen und Herren, sehr geehrter Herr Böskens, durch diese sensible und themenreiche Berichterstattung war „Hand in Hand“ – abgesehen von den Spendengelder – ein großer Gewinn für die Hospiz- und Palliativarbeit im Norden. Sie hat – neben der praktischen Unterstützung – dazu beitragen, die Lebensthemen Krankheit, Sterben und Tod weiter ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und die Hospizidee an sich sowie die Angebote der Hospiz- und Palliativarbeit noch bekannter zu machen.

Dafür unser herzlicher Dank!

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