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Laudatio zu Ehren von Laure Meierrose und Kirstin Baade

von Gisela Textor, Beisitzerin im Vorstand des DHPV, Leiterin der Fachgruppe Ehrenamt

Die Hospizbewegung in Deutschland entstand durch das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement zunächst einzelner Bürger*innen. Auch und gerade heute, wo sich die Hospizidee in der Gesellschaft zunehmend etabliert hat, ist Hospizarbeit ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar. Mit dem DHPV-Ehrenpreis in der Kategorie Ehrenamtliches Engagement möchten wir diesen Einsatz würdigen.

Der Preis geht in diesem Jahr an Laure Meierrose und Kirstin Baade. Sie, Frau Meirrose, ehren wir als Initiatorin und Mitbegründerin der "Ökumenischen Hospizgruppe Wallenhorst" durch die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Wallenhorst. Das war 1995, Sie kannten als Krankenschwester und vielleicht auch aus privater Anschauung den verspannten und häufig auch unwürdigen Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen. Sie machten eine Zusatzausbildung in Palliative Care. Und Sie absolvierten die qualifizierte Vorbereitung zur Hospizbegleiterin und später auch zur Trauerbegleiterin. 2007 riefen Sie zusammen mir Rita Stolte zusätzlich das "Café OASE" zur Begleitung von Trauerenden ins Leben, das sich sehr großen Zuspruchs erfreut und das Sie bis heute gemeinsam leiten.

Die letzten sieben Jahre waren Sie Teil des Leitungsteams der Ökumenischen Hospizgruppe Wallenhorst, dort verantwortlich für die Erstkontakte bzw. die Koordinationsarbeit – auch das ehrenamtlich. Zudem engagierten Sie sich inhaltlich und organisatorisch in der Ausbildung neuer ehrenamtlicher Hospizbegleiter*innen und – in Zusammenarbeit mit anderen aus der Gruppe – in der Öffentlichkeitsarbeit. Hinzu kamen die Betreuung des Archivs und die Mitzuständigkeit für die Kasse des Vereins.

Vor kurzem haben Sie sich aus der Leitungsarbeit zurückgezogen und Ihre Ämter in neue Hände übergeben. Als Hospizbegleiterin und als Co-Leitung des Trauercafés OASE werden Sie sich auch weiterhin für schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige ehrenamtlich einsetzen.

Sie, Frau Baade, engagieren sich beim Hospiz-Förderverein e.V. Itzehoe, und zwar in der ambulanten Hospiz- und Trauerbegleitung, als Leiterin von Trauergruppen für Erwachsene und Kinder/Jugendliche, als Schulungsleiterin/
Multiplikatorin für neue Ehrenamtliche, also Koordinatorin einer heute ca. 30-köpfigen Gruppe Ehrenamtlicher mit ca. 60 abgeschlossenen Sterbebegleitungen im Jahr 2017 und sehr großem Einzugsbereich in Schleswig-Holstein, weit über Itzehoe hinaus. Hinzu kommt die Vernetzung u.a. mit dem Klinikum Itzehoe und dem Palliative-Care-Team Steinburg-Pinneberg-Dithmarschen der DRK-Schwesternschaft Itzehoe. Außerdem die Öffentlichkeitsarbeit/ Bildungsarbeit u.a. in stationären Pflegeeinrichtungen, in Schulen und bei Presseanfragen. Sie sind Motor für die in Planung befindliche Gründung einer Palliativstation in Itzehoe und das in Bau befindliche stationäre Hospiz Itzehoe. Trotzdem liegt Ihnen die Begleitung Sterbender bis zum Tod in der Häuslichkeit besonders am Herzen. Das Sterben im stationären Hospiz ist Ihnen – ganz dem hospizlichen Grundsatz „ambulant vor stationär“ verpflichtet – „Ultima Ratio“.

Das alles machen Sie ehrenamtlich. Ab 2008 waren Sie zunächst als Hospizbegleiterin tätig. Als dann 2013 plötzlich Not an der Frau war, haben Sie die ehrenamtliche Koordination des Hospizdienstes übernommen. Und obwohl Sie keine einschlägige Berufserfahrung mitbrachten, haben Sie die Koordination der Gruppe aufgrund Ihrer Erfahrung als Hospizbegleiterin, Ihrer außergewöhnlichen Motivation und Ihrer persönlichen Art erfolgreich gemeistert.

Die Menschen, die Sie kennen, beschreiben Sie als einfühlsam, kreativ, zielstrebig und voller Energie, dabei sehr bescheiden, humorvoll und fröhlich, voller Hingabe für die Hospizarbeit und gern gesehene, kompetente und mitreißende Gesprächspartnerin auch im Rundfunk – oder kurz: als Glücksfall für das Ehrenamt und die Hospizarbeit im Besondern.

Frau Rademaker, die den Hospiz-Förderverein e.V. Itzehoe zusammen mit Ihrem Mann gegründet hat und Sie, liebe Frau Baade, heute begleitet, sagte uns: „Ich bin unendlich dankbar, dass es auch Dank Frau Baade weitergeht, dass aus dem Samenkörnchen langsam ein Baum wächst. Das zu sehen ist ein großes Geschenk.“

Sie beide, liebe Frau Meierrose, leibe Frau Baade, helfen durch Ihr ehrenamtliches Engagement dabei, die ehemals kleine Pflanze Hospizarbeit zu einem veritablen, fruchtbaren Gewächs zu machen. Die Entwicklung der Hospizbewegung, die Verbreitung der Hospizidee wäre ohne Menschen wie Sie nicht möglich.

Der Preis, den wir Ihnen heute überreichen, steht für unseren Dank und unsere Anerkennung und natürlich als Ansporn für andere Menschen, sich in die Hospizarbeit einzubringen.

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