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Laudatio zu Ehren des Interfraktionellen Gesprächskreises im Deutschen Bundestages

von Professor Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzende des DHPV

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist ein zentrales Anliegen des DHPV als Dachverband der Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland, die Strukturen eines würdevollen Sterbens und die damit zusammenhängenden Rahmendbedingungen zu verbessern.

Der Interfraktionelle Gesprächskreis Hospiz im Deutschen Bundestages – kurz IFG – setzt sich seit 2002 für eben diese Strukturen und Rahmenbedingungen ein. Sehr geehrter Herr Grübel, sehr geehrte Frau Moll, sehr geehrte Frau Zeulner. Mit Ihnen dürfen wir heute alle drei Sprecher*innen des IFG bei uns begrüßen – es ist uns eine große Freude.

Ins Leben gerufen wurde der IFG von Frau Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin in enger Zusammenarbeit mit der BAG Hospiz, heute Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV). Frau Prof. Däubler-Gmelin, damals Justizministerin, Bundestagsabgeordnete und – bis heute – Schirmherrin des DHPV, kann heute leider nicht bei uns sein. Ich habe aber die Ehre, Ihre Grüße zu übermitteln. Sie schreibt uns:

Liebe Preisträgerinnen, lieber Preisträger vom Interfraktionellen Gesprächskreis Hospiz im Deutschen Bundesstag, lieber Herr Prof. Hardinghaus, liebe aktive Hospizler*innen aus nah und fern, verehrte Gäste,

Ihnen allen herzliche Grüße – aus Tunis, wo ich gerade arbeite. Leider kann ich deshalb am diesjährigen Neujahrsempfang unseres DHPV heute nicht bei Ihnen sein; ich bedauere das doppelt, nicht nur, weil ich Sie alle jetzt nicht persönlich treffen kann, sondern auch, weil ich mit Ihnen allen sehr gerne die Erfolge unseres Interfraktionellen Gesprächskreises Hospiz im Deutschen Bundestag gewürdigt hätte. Seine Gründung war wirklich die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt. Viele MdB-Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedensten Fachrichtungen haben sich beteiligt, weil ihnen allen die Hospizarbeit am Herzen lag.

So ist das auch heute. Ich freue mich, dass MdB Zeulner und MdB Moll und natürlich auch Herr MdB Grübel, mit dem ich ja lange sehr gut zusammen arbeiten konnte, heute die Würdigung für den IFG entgegennehmen können. Gerade sie bürgen mit ihrem Engagement dafür, dass die Arbeit weitergeht. Das ist nötig, denn, wir haben viel erreicht, aber es bleibt noch manches zu tun.

Ihre
H. Däubler-Gmelin

Damit ist das Wesentliche fast gesagt. Lassen Sie mich trotzdem einige Eckpunkte ergänzen. Der IFG wurde gegründet, um über Fraktionsgrenzen regelmäßig Themen der Hospizbewegung und Palliativversorgung hinweg zu diskutieren und um sich über notwendige Veränderungen bei den Rahmenbedingungen zu verständigen.

Der Interfraktionelle Gesprächskreis Hospiz entscheidet nicht. Aber der Interfraktionelle Gesprächskreis ist der Ort, in dem wichtige Dinge zur Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland besprochen und Ideen zu ihrer Verbesserung diskutiert werden. Mittlerweile werden zusätzlich zum DHPV auch weitere Verbände der Hospiz- und Palliativarbeit zu den Beratungen des IFG eingeladen. Dazu kommen Vertreter*innen der Krankenkassen, der Charta sowie Verantwortliche aus diversen Ministerien wie etwa dem Bundesgesundheitsministerium.

Wir sagen immer: Hospizarbeit ist Netzwerkarbeit. Wir meinen damit, dass die hausärztliche Versorgung bei Bedarf Hand in Hand geht mit einer guten pflegerischen Betreuung, mit ehrenamtlicher hospizlicher Begleitung, wenn notwendig mit einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung oder mit stationären Angeboten wie Palliativstationen oder Hospiz.
Aber auch der Interfraktionelle Gesprächskreis Hospiz im Deutschen Bundestag zeigt, das Hospizarbeit Netzwerkarbeit ist. Wenn nämlich Parlamentarier*innen aller Fraktionen – abseits von politischen Lagern und Überzeugungen – im Interesse schwerstkranker und sterbender Menschen daran mitwirken, die Rahmenbedingungen und Strukturen zu verbessern und auszubauen. Und wenn diese Parlamentarier*innen den entsprechenden Anliegen im Bundestag Gehör verschaffen, wie zum Beispiel auch bei den Lesungen zum Hospiz- und Palliativgesetz.

Der Interfraktionelle Gesprächskreis Hospiz entscheidet nicht. Aber er bereitet den Boden für Verbesserungen in den Strukturen und Rahmenbedingungen der Hospiz- und Palliativarbeit und somit für eine solidarische Gesellschaft, geprägt auch durch die Wertschätzung gegenüber schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Dafür unser herzlicher Dank, lieber Herr Grübel, liebe Frau Moll, liebe Frau Zeulner.

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