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Weihnachtsausgabe
2018

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

wie eigentlich jedes Jahr neigt sich auch 2018 seinem plötzlichen Ende entgegen. Hier in Berlin – wie sicher auch bei Ihnen – war es arbeits- und ergebnisreich. Ich möchte kurz innehalten und gemeinsam mit Ihnen zurückblicken auf das Erreichte.

So können wir drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (HPG) eine positive Bilanz ziehen. Das HPG schafft verlässliche Rahmenbedingungen und ist sicher ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu einer bedarfsgerechten Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Dennoch bleibt viel zu tun, nicht zuletzt was die Situation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen betrifft. Hier müssen wir mit vereinten Kräften weiter an einer umfassenden und gelebten Hospizkultur und Palliativversorgung arbeiten.

Unter anderem bleibt es auch im neuen Jahr eine vordringliche Aufgabe, die Rahmenbedingungen in der Pflege nachhaltig und konsequent zu verbessern, um dem bereits bestehenden, überall deutlich spürbaren Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Voraussetzungen einer würdevollen Begleitung am Lebensende sicherzustellen. Zudem müssen die sterbenden Menschen und deren Angehörige intensiver über die Angebote und Möglichkeiten der Hospizarbeit und Palliativversorgung informiert werden. Denn nur durch Information einerseits und das Ineinandergreifen gut ausgebauter Strukturen innerhalb von koordinierten Netzwerken andererseits wird ein Sterben in Selbstbestimmung möglich – hier gibt es auch drei Jahre nach Inkrafttreten des HPG noch Arbeit.

Im Bereich der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) hatte das zurückliegende Jahr zunächst viele Unsicherheiten gebracht. Die aktuelle Entscheidung des Bundestages, die SAPV aus dem Vergaberecht herauszunehmen und durch ein gesetzliches Zulassungsverfahren auf Basis einer Bundesrahmenvereinbarung zu regeln, ist zunächst positiv zu bewerten. Nach Abschluss der Verhandlungen zum vorgesehenen Bundesrahmenvertrag, an denen der DHPV als Spitzenorganisation der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland unmittelbar beteiligt ist, werden wir mehr darüber wissen, inwieweit die neuen Regelungen einer bedarfsgerechten und flächendeckenden Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen zugutekommen.

Diskussionsbedarf gibt es auch im neuen Jahr mit Blick auf die Gesundheitliche Versorgungsplanung (GVP oder ACP für Advanced Care Planning). Einem – vom wissenschaftlichen Beirat des DHPV vorgelegten und im November diskutierten – Entwurf für ein Moratorium zur GVP wird im Frühjahr 2019 ein Workshop folgen, im dem wir die Debatte verbreitern und gerade aus hospizlich-palliativer Sicht weiter qualifizieren wollen.

Mit Spannung blicken wir im neuen Jahr auch nach Karlsruhe, wo das Bundesverfassungsgericht über die Verfassungsbeschwerden gegen § 217 Strafgesetzbuch (StGB) entscheidet. Mit dem Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung wurde im § 217 eine zentrale Forderung des DHPV aufgegriffen. Im Zusammenspiel mit dem HPG stärkt das Gesetz die Sorgefähigkeit der Gesellschaft sowie eine Kultur der Wertschätzung gegenüber kranken und sterbenden Menschen – ein Aspekt, den hoffentlich auch die Richter in Karlsruhe in ihre Entscheidung einbeziehen.

Ein zentrales Thema im alten wie im neuen Jahr ist die Entwicklung des hospizlichen Ehrenamtes. Wir alle wissen: Das Ehrenamt ist in der hospizlichen Begleitung – wie auch in anderen Bereichen unserer Gesellschaft – Garant für ein solidarisches Miteinander. Erst durch das Ehrenamt konnte sich die Hospizarbeit in Deutschland etablieren. Um Ehrenamtliche auch in Zukunft für die Sterbe- und Trauerbegleitung begeistern zu können, hat der DHPV die Verbundstudie „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit – Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven“ realisiert, deren im Juli vorgestellte Ergebnisse wir als Auftrag mit ins neue Jahr nehmen. Vor allem müssen wir den Wandel hin zu einem ‚neuen‘, d.h. bunteren, vielfältigeren und flexibleren Ehrenamt dringend voranbringen.

Sie sehen, viel wurde geschafft, viel bleibt zu tun. Heute möchte ich mich bei allen bedanken, die sich im hinter uns liegenden Jahr in der Hospiz- und Palliativarbeit engagiert haben, ob ehrenamtlich oder im Hauptamt. Ihnen allen gilt unser Dank und unsere Anerkennung.

Zum Schluss möchten Herr Bolze und ich Ihnen allen zum Jahresende im Namen des Vorstandes und im Namen der Geschäftsstelle eine friedvolle Zeit wünschen sowie – nach einer wohl verdienten Pause – einen guten Start in ein glückliches neues Jahr!

Für den Vorstand
Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorstandsvorsitzender

Für das Team der Geschäftsstelle
Benno Bolze
Geschäftsführer

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