Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 128
2. September 2019

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

drei Jahre Koordinierungsstelle der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, zehn Jahre Patientenverfügung, 200 versendete Pakete zum Welthospiztag und 301 Einträge in unsere Veranstaltungskarte zum Welthospiztag – um einige aktuelle Zahlen zu nennen.

Und wie so häufig hängt alles mit allem zusammen. In den vergangenen drei Jahren hat die Koordinierungsstelle die Umsetzung der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen vorangetrieben und die Öffentlichkeit für die Bedarfe und Bedürfnisse schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen in Deutschland sensibilisiert. Nun steht fest, dass diese wichtige Arbeit auch in den nächsten drei Jahren durch das Bundesfamilienministerium gefördert wird. Dafür unser herzlicher Dank.

Im Zentrum der Charta wie der Hospiz- und Palliativarbeit stehen die schwerstkranken Menschen und ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen. Ein wichtiges Instrument hierzu ist seit zehn Jahren die Patientenverfügung, ein zusätzliches seit dem Hospiz- und Palliativgesetz von 2015 auch die gesundheitliche Versorgungsplanung für Bewohner*innen in Pflege- und Behinderteneinrichtungen.

Die wichtigen Entscheidungen zu Vorstellungen rund um die Versorgung und Begleitung im Krankheitsfall und am Lebensende müssen auch getragen werden von einem ausreichenden Wissen über die Möglichkeiten der Hospizarbeit und Palliativversorgung. Hier werden viele von Ihnen wieder den diesjährigen Welthospiztag am 12. Oktober nutzen, um interessierte Menschen aufzuklären und zu informieren. Wir haben zahlreiche Rückmeldungen zu Tagen der offenen Tür, Konzerten, Lesungen, Gottesdiensten und vielem anderen mehr und freuen uns auf einen bunten Tag.

Für heute wünsche ich Ihnen einen schönen Restsommer und eine anregende Lektüre.

Für den Vorstand

Prof. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

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Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Verhandlungen über die Bundesrahmenvereinbarung SAPV werden fortgeführt
Ambulante Hospizarbeit – Überarbeitung der Rahmenvereinbarung
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

S3-Leitlinie Palliativmedizin überarbeitet
Ehrenpreis "Wissenschaft" 2019 des DHPV - Jetzt bewerben!
Tod und Trauer im Fußball

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Welthospiztag 2019
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

5. Rechtliches

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Verhandlungen über die Bundesrahmenvereinbarung SAPV werden fortgeführt

Am 08.08.2019 wurden die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband über den Bundesrahmenvertrag SAPV fortgeführt. Bereits jetzt ist absehbar, dass der gesetzlich vorgegebene Termin zum 30.09.2019 zum Abschluss des Rahmenvertrages nicht eingehalten werden kann. Zwar sind die Verhandlungen auf einem guten Weg, gleichwohl besteht auch nach intensiven Diskussionen insbesondere noch Klärungsbedarf hinsichtlich der personellen Anforderungen an das SAPV-Team. Die Verhandlungspartner bleiben selbstverständlich weiterhin in einem konstruktiven Austausch, um ein bestmögliches Ergebnis für eine hochwertige Versorgung von SAPV-Patient*innen zu erreichen.

Ambulante Hospizarbeit – Überarbeitung der Rahmenvereinbarung

Der § 39a Abs. 2 SGB V sieht seit der Änderung durch das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) vor, dass die entsprechende Rahmenvereinbarung (RV) mindestens alle vier Jahre zu überprüfen und an aktuelle Versorgungs- und Kostenentwicklungen anzupassen ist. Da die aktuelle RV zum 01.01.2016 in Kraft getreten ist, steht die gesetzlich geregelte Überprüfung erstmals im Jahr 2020 an. In Vorbereitung auf die Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband in dieser Angelegenheit möchte der DHPV die Erfahrungen der ambulanten Hospizdienste mit der bestehenden RV erfragen, auf deren Grundlage zwischenzeitlich drei Förderverfahren durchgeführt wurden. Vor diesem Hintergrund hat der DHPV einen Fragebogen erarbeitet und mit den Vertreterinnen und Vertretern der Landesverbände, Landesarbeitsgemeinschaften und überregionalen Organisationen des DHPV abgestimmt. Wir möchten die ambulanten Hospizdienste schon heute um Unterstützung bei dieser Umfrage bitten. Die Umfrage wird im Herbst starten und wird als Online-Befragung durchgeführt. Alle weiteren Informationen sind dem dann der Umfrage beigefügten Anschreiben zu entnehmen.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

In den vergangenen drei Jahren hat die Koordinierungsstelle die Umsetzung der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen vorangetrieben und die Öffentlichkeit für die Bedarfe und Bedürfnisse schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen in Deutschland sensibilisiert. Nun steht fest, dass diese wichtige Arbeit auch in den nächsten drei Jahren durch das Bundesfamilienministerium gefördert wird.

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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

S3-Leitlinie Palliativmedizin überarbeitet

Gerade wurde die aus dem Jahr 2015 stammende S3-Leitlinie Palliativmedizin in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht. An der Erstellung der Leitlinien waren 70 medizinische Fachgesellschaften und sonstigen Organisationen, darunter der DHPV, sowie deren 136 mandatierte Vertreter*innen und Stellvertreter*innen beteiligt. Die Leitlinien wurden um acht Kapitel erweitert und greifen jetzt auch den Umgang mit dem Wunsch zu sterben sowie die Versorgung einer tumorbedingten Fatigue und maligner Wunden auf.

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Ehrenpreis "Wissenschaft" 2019 des DHPV - Jetzt bewerben!

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. verleiht auch im Jahr 2019 den DHPV-Ehrenpreis "Wissenschaft". Eingereicht werden können Masterarbeiten, abgeschlossene und unpublizierte Dissertationen und Habilitationen sowie Forschungsberichte in deutscher Sprache von Einzelpersonen oder eigenständige, bislang nicht veröffentlichte, wissenschaftliche Werke, die von einer oder mehreren Personen erarbeitet worden sind.

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Tod und Trauer im Fußball

Fast nirgends ist Trauer und Tod in der Öffentlichkeit so sichtbar wie im Fußball. Man denke nur an die Choreographien für verstorbene Fans und Spieler*innen, die Schweigeminute, den Trauerflor oder das Verlesen von Nachrufen auf verstorbene Fans beim1. FC Union Berlin. Fußballer*innen widmen ihren Verstorbenen Tore, Fans lassen sich in Fankleidung mit Trikot und Schal bestatten und mancherorts ist sogar eine letzte Ruhestätte auf dem eigenen Fanfriedhof möglich. Diesen vielfältigen und kreativen Umgang mit Tod und Trauer im Fußball und seiner Fankultur hat Carmen Mayer untersucht. Am 9. September trägt sie dazu in Berlin im Lazarus-Hospiz vor.

Zum Projekt.

Zum Termin im Lazarus.

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

30.08.2019 - „Ich will nicht an Maschinen hängen“ reicht nicht – Zehn Jahre Patientenverfügungsgesetz

Nach einer mehrjährigen intensiven Diskussion in Politik und Gesellschaft hat der Deutsche Bundestag am 19.06.2009 das 3. Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts verabschiedet, mit dem die Patientenverfügung im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert wurde. Ziel des am 01.09.2009 in Kraft getretenen „Patientenverfügungsgesetzes“ ist es, mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Patientenverfügungen zu schaffen und das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen zu stärken.

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Welthospiztag 2019

Der Welthospiztag 2019 findet am 12. Oktober statt. In diesem Jahr stellen wir das Thema „#buntesehrenamthospiz“ ins Zentrum. Für alle interessierten Dienste und Einrichtungen haben wir wieder Materialpakete und Online-Material entwickelt sowie eine Veranstaltungskarte veröffentlicht.

Aufgrund des hohen Zuspruchs ist das Material für den WHT zurzeit vergriffen. Die bisher bestellten Materialpakete wurden bereits verschickt. Wir produzieren gerade nach. Neuer Bestellschluss ist der 16. September 2019. Nur, solange der Vorrat reicht. Es gilt der Eingang der Bestellung. Der Versand – auch von Einzelmaterial, so nach dem Packen der Komplettpakete noch welches übrig ist – erfolgt in der letzten Septemberwoche. Ein früherer Versand ist nicht möglich.

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Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Bundes-Hospiz-Anzeiger 3/2019
Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger widmet sich dem Thema "Sorgende Gemeinschaften". Er stellt verschiedene Ansätze der Caring Communities im ländlichen Bereich, in Stadtteilen wie Treptow-Köpenick in Berlin und in einer Großstadt wie Köln vor.

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hospiz zeitschrift 2/2019 "Hommage an Elisabeth Kübler-Ross"
Mit dem Erscheinen ihres Buches „On death and dying“ (1969) brach Elisabeth Kübler-Ross ein Tabu, gab der Hospizbewegung einen Aufwind und eine Daseinsberechtigung, die heute von niemandem mehr in Frage gestellt wird. Heute – 50 Jahre nach dem Erscheinen ihres Buches – soll mit dieser Ausgabe in Erinnerung gerufen werden, was Elisabeth Kübler-Ross uns hinterlassen hat.

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Sonderheft der hospiz zeitschrift - Zwischenbilanz und Ausblick zum HPG und gesetzlichen Regelungen

Vor drei Jahren wurde im Deutschen Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG) in Deutschland beschlossen. HPG und die Koalitionsvereinbarung schreiben eine Entwicklung fort, die mit den ersten rein ehrenamtlichen Hospizdiensten in den 1980er Jahren zunächst ganz ohne gesetzlichen Rahmen ihren Anfang genommen hat. Seither zeigt sich, wie sehr sich Hospizidee und Gesetzgebung beeinflussen. Das endet nicht mit dem HPG und nicht in der jetzigen Legislaturperiode. Das vorliegende Heft will daher eine Zwischenbilanz ziehen und einen Ausblick wagen.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

14. Fachtagung Palliative Geriatrie
18. Oktober 2019 in Berlin
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SAPV im Norden – So mookt wi dat!
1. und 2. November 2019 in Hamburg
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8. Deutsches Kinderhospizforum
8. und 9. November 2019 in Essen
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9. Internationalen Sylter Palliativtage
1. bis 24. März 2020 in Westerland/Sylt
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5. Rechtliches

Zehn Jahre Patientenverfügung

Seit zehn Jahren gibt es das so genannte „Patientenverfügungsgesetzes“. Trotzdem kommt es immer wieder zu persönlichen und sogar gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Wirksamkeit einer Patientenverfügung. Hier verlinken wir noch einmal auf interessante Urteile zum Thema.

 

BGH präzisiert erneut Anforderungen an eine Patientenverfügung (Beschluss vom 14.11.2018 – XII ZB 107/18)

Eine Patientenverfügung genügt dem Bestimmtheitsgrundsatz, wenn sie einerseits konkret die Behandlungssituation beschreibt, in der die Verfügung gelten soll, und wenn sie andererseits die ärztliche Maßnahme genau bezeichnet, in die der Ersteller einwilligt oder die er untersagt.

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Widerruf der Patientenverfügung durch einen einwilligungsunfähigen Patienten (z.B. bei Demenz)

Eine Patient*innenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden (§ 1901a Abs. 1 S. 3 BGB). Betreuende Personen müssen demnach nicht nur prüfen, ob eine wirksame Patient*innenverfügung vorliegt und ob diese auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutrifft, sondern sie müssen schauen, ob die Verfügung nicht formlos – also schriftlich, mündlich oder auch nonverbal durch Gesten wie Kopfschütteln – widerrufen worden ist.

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Spannungsfeld: Behandlungswünsche von Minderjährigen im Spannungsfeld zur Regelung zur Patientenverfügung gem. § 1901a BGB

§ 1901a BGB setzt für die Erstellung einer Patientenverfügung die Volljährigkeit der Betroffenen voraus. Dies steht im Spannungsfeld zu der Tatsache, dass Minderjährige u. U. durchaus in medizinische Maßnahmen einwilligen bzw. diese ablehnen können, da dies lediglich die Einwilligungsfähigkeit, nicht aber die Geschäftsfähigkeit voraussetzt.

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