Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 125
3. Juni 2019

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

am 25. Mai hat in Berlin das internationale Symposium „Das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung“ stattgefunden. Ich hatte die Ehre, Dr. M.E. Rajagopal sprechen zu hören, der sich in Indien nicht nur als „Vater der Palliativversorgung“, sondern auch um eine in den Kommunen verankerte Palliative Care verdient gemacht hat und im letzten Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert war. Er stellte die Idee der „Caring Communities“ (sorgenden Gemeinschaften) in Kerala vor, die bei schwerstkranken und sterbenden Menschen nicht Halt machen, sondern in denen Ehrenamtliche für all jene da sind, die sich in lebensbedrohlichen oder leidvollen Situationen befinden. Das kann eine ungewollt schwangere, alleinstehende Frau ebenso sein wie eine ältere Nachbarin, die während des Tages das Trinken verweigert, weil erst am Nachmittag Kinder und Enkel beim Toilettengang helfen können. Wie in Indien, so sind auch in Afrika die Familienverbände und die Einbindung in die Nachbarschaft traditionell stark ausgeprägt. Zwar mangelt es häufig – wie z.B. auch Fatia Kiyange von der African Palliative Care Association in ihrem berührenden Vortrag darlegte – an den einfachsten Dingen wie einer ausreichenden Ernährung oder Schmerzlinderung. Die soziale Isolation, mit der wir hier in Deutschland und Westeuropa konfrontiert sind, gibt es in Indien und den afrikanischen Staaten bisher nicht.

Hier in Deutschland stehen wir mit Blick auf den demografischen Wandel und das Ehrenamt vor anderen Herausforderungen. Weitaus mehr als die bisher Engagierten können sich ein Ehrenamt in der Hospizbegleitung vorstellen. Diese Menschen gilt es zu erreichen und zu gewinnen und dabei – in Anlehnung an die Idee der „Sorgenden Gemeinschaften“ – auch die Bedeutung von Nachbarschaften und Freundschaften mitzudenken. Zudem ist es im Sinne der Diversität wichtig, dass mehr Männer, mehr Menschen mit Migrationserfahrung und nicht zuletzt mehr jüngere Menschen das Gesicht der Hospizarbeit in Zukunft mitprägen. Im aktuellen Bundes-Hospiz-Anzeiger stellen wir junges Ehrenamt in der Hospizarbeit vor, der nächste Bundes-Hospiz-Anzeiger, der Mitte Juni erscheint, wird sich dem Thema „Sorgende Gemeinschaften“ widmen. Und für den Welthospiztag im Oktober wollen wir beide Themen miteinander verbinden. Wir halten Sie dazu auf dem Laufenden.

Für heute wünsche ich Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.

Für den Vorstand

Dr. Anja Schneider
Stellvertretende Vorsitzende

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Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Verhandlungen über die Bundesrahmenvereinbarungen SAPV werden fortgeführt
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier verstorben
Bundesverdienstkreuz für Barbara Wille-Lehmann
Tagung „Sterben nach Plan?“ zu § 132g SGB V / Gesundheitliche Versorgungsplanung
Internationales Symposium Ehrenamt
DHPStiftungspreis für Palliativprojekt der Uniklinik München

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

6. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Welthospiztag 2019
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Verhandlungen über die Bundesrahmenvereinbarungen SAPV werden fortgeführt

Am 03.06.2019 werden die Verhandlungen zu den Bundesrahmenvereinbarung SAPV fortgeführt. Schwerpunkt der Klausurtagung der Leistungserbringer ist neben dem Bundesrahmenvertrag SAPV auch der Bundesrahmenvertrag SAPV für Kinder und Jugendliche. Der DHPV wird auch im weiteren Verlauf mit von seinen Mitgliedern entsandten Vertreter*innen die Eckpunkte der Verhandlungen besprechen, und den so erzielten Konsens in die Verhandlungen einbringen.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Die Koordinierungsstelle eröffnete auf den EAPC-Kongress den Instagram-Account „Faces of palliative care“ mit einer dazugehörigen Fotobox. Die Koordinierungsstelle wird auf Wunsch vieler Kongressteilnehmer auch zukünftig den Instagram-Account „Faces of palliative care“ weiterführen.

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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier verstorben

Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier, Wegbereiter und Vorreiter der Palliativmedizin in Deutschland, ist am 28. April 2019 nach kurzer Krankheit im Alter von 88 Jahren verstorben. Gemeinsam mit Frau Dr. Ingeborg Jonen-Thielemann und Pfarrer Dr. Helmut Zielinski gründete er 1983 die erste deutsche Palliativstation am Universitätsklinikum Köln. In all den Jahren hat er sich nicht nur um die Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen verdient gemacht, sondern auch um die Verankerung der Palliativmedizin in Lehre und Forschung, etwa als Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Mit Heinz Pichlmaier verlieren wir einen Visionär, dessen Name mit den Anfängen der Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland untrennbar verbunden bleiben wird.

Bundesverdienstkreuz für Barbara Wille-Lehmann

Barbara Wille-Lehmann, Krankenschwester im Ruhestand, hat das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihr langjähriges Engagement im Förderverein Palliativstation Asklepios Westklinikum Hamburg e. V. erhalten. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks hat die Auszeichnung am 29. Mai im Rahmen einer Feierstunde überreicht. Wir gratulieren Barbara Wille-Lehmann, die sich auch im Landesverband Hospiz und Palliativarbeit Hamburg e.V. (LVHP) engagiert und im Jahr 2016 den DHPV-Ehrenpreis für ihr ehrenamtliches Engagement in der Hospizarbeit erhalten hat.

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Tagung „Sterben nach Plan?“ zu § 132g SGB V / Gesundheitliche Versorgungsplanung

Am 28. Juni 2019 lädt der DHPV zusammen mit seinem wissenschaftlichen Beirat zur Tagung „Sterben nach Plan?“ nach Berlin ein, um mit Blick auf § 132g SGB V das Spannungsfeld zwischen der Planbarkeit des Sterbens und dem Umgang mit existenziellen Unsicherheiten zu beleuchten.

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Internationales Symposium „Das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung“

Am 25. Mai 2019 hat im Anschluss an den EAPC-Kongress das internationale Symposium „Das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung“ stattgefunden. Auf Einladung der EAPC Task Force on Volunteering in Hospice and Palliative Care in Europe, der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, des Dachverbands Hospiz Österreich sowie des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands haben 300 Teilnehmer*innen und Referent*innen aus zahlreichen Ländern hier über Herausforderungen und Chancen für das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativarbeit in den nächsten zehn Jahren diskutiert. Besondere Höhepunkte waren die Vorträge von Dr. M.E. Rajagopal – der sich in Indien nicht nur als „Vater der Palliativversorgung“, sondern auch um eine in den Kommunen verankerte Palliative Care verdient gemacht hat und im letzten Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert war – sowie von Fatia Kiyange von der African Palliative Care Association.

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DHPStiftungspreis für Palliativprojekt der Uniklinik München

Die Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin der Universität München wurde für das Projekt „Palliativansprechpartner zur Verbesserung der allgemeinen Palliativversorgung im Krankenhaus“ mit dem 1. Preis der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung (DHPStiftung) ausgezeichnet.

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3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

6. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bei der diesjährigen Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am 20. Mai 2019 in Berlin ging es unter dem Schwerpunkt „Bildhaft kommunizieren“ um sprachliche, technische und rechtliche Aspekte rund ums Bild. Unter der Rubrik „Best Practice“ haben fünf Kolleg*innen  ihre Projekte aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt und ihre Erfahrungen geteilt. Vielen Dank an alle, die als Teilnehmer*innen wieder zum Erfolg dieses Formats beigetragen haben. Die 7. Fachtagung findet am 15. Juni 2020 wieder in Berlin statt.

Welthospiztag 2019

Der Welthospiztag 2019 findet am 12. Oktober statt. In diesem Jahr werden wir das Thema „Buntes Ehrenamt Hospiz“ ins Zentrum stellen. Wir entwickeln gerade Materialpakete und Online-Material, die wir Ihnen wieder zur Verfügung stellen, u.a. Plakate, Postkarten, Give-Aways, Handreichung für ein Veranstaltungsformat (Erzählcafé) und eine Social-Media-Strategie, die zum Thema und zur Zielgruppe passt. Im nächsten Newsletter informieren wir darüber, wie das konkret aussieht. Der Versand ist für die letzte Septemberwoche (ab dem 23.09.2019) geplant, Rückmeldungen und Bestellungen werden bis zum zum 30. August entgegen genommen. Wir freuen uns auf einen bunten Welthospiztag.

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Bundes-Hospiz-Anzeiger 2/2019
Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger widmet sich dem Thema "Junges Ehrenamt in der Hospizarbeit". Wir stellen viele spannende Projekte vor, denen es gelingt, junge Ehrenamtliche für die Hospiz- und Trauerarbeit zu begeistern. Außerdem berichten wir ausführlich über die Verleihung der Anerkennungs-Urkunden an junge Ehrenamtliche durch Familienministerin Dr. Franziska Giffey.

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Hospiz zeitschrift 1/2019 "Angehörige - zugehört und nachgedacht"
Die Beiträge dieser hospiz zeitschrift nehmen die Angehörigen von schwerst- und sterbenskranken Menschen in den Blick. Sind es doch die Angehörigen, die enorme physische und psychische Belastung erfahren – und das oft über Jahre hinweg. Aber die Begleitung eines nahestehenden Menschen ist stets auch Bereicherung und ermöglicht Wachstum und Entwicklung von Beziehungen bis zuletzt.

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Sonderheft der hospiz zeitschrift - Zwischenbilanz und Ausblick zum HPG und gesetzlichen Regelungen

Vor drei Jahren wurde im Deutschen Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG) in Deutschland beschlossen. HPG und die Koalitionsvereinbarung schreiben eine Entwicklung fort, die mit den ersten rein ehrenamtlichen Hospizdiensten in den 1980er Jahren zunächst ganz ohne gesetzlichen Rahmen ihren Anfang genommen hat. Seither zeigt sich, wie sehr sich Hospizidee und Gesetzgebung beeinflussen. Das endet nicht mit dem HPG und nicht in der jetzigen Legislaturperiode. Das vorliegende Heft will daher eine Zwischenbilanz ziehen und einen Ausblick wagen.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

37. Deutscher Evangelischer Kirchentag
19. bis 23. Juni 2019 in Dortmund
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Tagung „Sterben nach Plan?“ zu § 132g SGB V / Gesundheitliche Versorgungsplanung
28. Juni 2019 in Berlin
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8. Deutsches Kinderhospizforum
8. und 9. November 2019 in Essen
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