Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 113
30. April 2018

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

eine bedarfsgerechte Hospiz- und Palliativversorgung ist nur durch eine gut vernetze Zusammenarbeit aller Beteiligten wie Pflegedienste, spezialisierte ambulante Hospizversorgung (SAPV), ambulante Hospizdienste etc. möglich. Eine zentrale Rolle innerhalb dieser Strukturen kommt den Hausärztinnen und Hausärzten zu. Sie sind für die Betroffenen die wichtigsten und bevorzugten Ansprechpartner bei der Suche nach Hospiz- und Palliativangeboten. Aufgrund dieser Türöffnerfunktion ist es vordringlich, dass sie selbst gut über Hospiz- und Palliativangebote sowie die Möglichkeiten hospizlich-palliativer Betreuung in ihrem Umfeld informiert sind. In diesem Newsletter stellen wir den aktuellen Bundes-Hospiz-Anzeiger zur Bedeutung des Hausarztes / der Hausärztin im hospizlich-palliativen Setting vor, unter anderem mit einem sehr aufschlussreichen Interview mit dem Vorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt.

Wie facettenreich unsere Arbeit ist und warum es in der Hospiz- und Palliativarbeit nie langweilig wird, spielgelt sich in diesem Newsletter eindrucksvoll wieder. Lesen Sie über den 22. Eppendorfer Dialog zum Umgang mit medizinischem Cannabis unter unserer Beteiligung, der auch in der Presse auf große Resonanz gestoßen ist. Eine hochinteressante Veranstaltung waren Fachkonsultation und Akademieabend „Zwang in der Pflege. Von Heils- und Unheilsdynamiken“ zur aktuellen Debatte um den Einsatz von Zwangsmaßnahmen in der Pflege. Außerdem berichten wir über den Qualifizierungskurs „Hospiz macht Schule“ sowie die anstehende Tagung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bei der noch ein paar wenige Plätze frei sind. Und wir laden zur Bewerbung um den diesjährigen DHPV-Wissenschaftspreis ein.

In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

§ 39a SGB V
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Der HPVSH verabschiedet langjährigen Vorsitzenden
Qualifizierungskurs „Hospiz macht Schule“
22. Eppendorfer Dialog zum Umgang mit medizinischem Cannabis
Zwang in der Pflege. Von Heils- und Unheilsdynamiken.
Ehrenpreis "Wissenschaft" 2018 des DHPV - Jetzt bewerben!
Umfrage: Ehrenamtliche Begleitungen von nicht-onkologischen PatientInnen
Evangelischer Buchpreis 2018

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 2018
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

5. Rechtliches

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

§ 39a Abs. 2 SGB V

Rahmenvereinbarung für die stationäre Hospizversorgung

Am 1.05.2017 ist die Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 1 SGB V zur stationären Hospizversorgung in Kraft getreten. Als ein wesentlicher Punkt in Bezug auf die Neuregelungen sind die  Angaben zur Personalausstattung zu sehen. Zur Besetzung des Nachtdienstes im Bereich der Pflege haben den DHPV zwischenzeitlich einige Nachfragen erreicht. Vor diesen Hintergrund möchte der DHPV den Mitgliedseinrichtungen zur Erläuterung und als Argumentationshilfe die beigefügte Handreichung zur Verfügung stellen.

Zur Handreichung.

Förderung ambulanter Hospizarbeit / Einbezug der Post- und Bundesbahnbeamten

Die Verhandlungen zum Einbezug der für Versicherte der Krankenversorgung der  Bundesbahnbeamten (KVB) sowie der Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK) erbrachten Begleitungen im Rahmen des Förderverfahrens gem. § 39a Abs. 2 SGB V sind mit folgendem Ergebnis abgeschlossen worden: Beginnend mit dem Förderverfahren im Jahr 2019 werden die für Versicherte der KVB und der PBeaKK im jeweiligen Vorjahr erbrachten Begleitungen im Rahmen des Förderverfahrens anerkannt. Im Förderverfahren im Jahr 2019 werden zusätzlich die im Jahr 2017 für Versicherte der KVB erbrachten Begleitungen mit angegeben und ebenfalls bei der Berechnung der Leistungseinheiten und damit des Förderhöchstbetrags berücksichtigt. Weiteres geht aus den Informationen des DHPV hervor, die der DHPV am 16.03.2018 an die Mitgliedsorganisationen übersandt hat. Zusätzlich wird derzeit eine Handreichung erarbeitet, die auf die genauen Regelungen einschl. der Termine, Formulare usw. eingeht. Die Handreichung wird im Mai den Mitgliedsorganisationen zur Verfügung gestellt.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Um die praktische Arbeit zur Umsetzung der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen zu unterstützen, bietet die Koordinierungsstelle für Hospiz-und Palliativversorgung in Deutschland am 8. Juni 2018 einen Multiplikatoren-Workshop in Berlin an. Im Rahmen des Workshops werden praktische Adaptionsmöglichkeiten der Charta und ihre Handlungsempfehlungen für die konkreten Situationen vor Ort weitergegeben und Beispiele der Charta für die (politische) Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt.

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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Der HPVSH verabschiedet langjährigen Vorsitzenden

Mit einem Empfang im Museum „Tuch und Technik“ in Neumünster wurde am 18. April 2018 Dr. med. Hermann Ewald nach 14 Jahren als Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Schleswig-Holstein e.V. (HPVSH) verabschiedet. Beim Empfang mit rund 80 Gästen, darunter zahlreiche Mitglieder des HPVSH sowie Vertreter des Sozialministeriums des Landes Schleswig-Holstein und der Stadt Neumünster, bedankte sich Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV, für die langjährige konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Herrn Ewald. Zum Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des HPVSH wurde am gleichen Tag der Leiter des Onkologischen Zentrums und der 2. Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Kiel, Prof. Dr. med. Roland Repp, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie/Internistische Onkologie und Palliativmedizin, gewählt, dem Benno Bolze für diese verantwortungsvolle Aufgabe viel Erfolg wünschte.

(c) HPVSH, Bild oben: Der scheidende Vorsitzende Dr. Ewald mit Kolleginnen vom AHD Ahrensburg und vom Förderverein Lebensweg Bad Oldesloe, Bild unten: Benno Bolze und der neue Vorsitzende des HPVSH Prof. Dr. med. Roland Repp

Qualifizierte Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen

Qualifizierungskurs „Hospiz macht Schule“

Am 6. und 7. April fand in den Räumen des DHPV ein weiterer Qualifizierungskurs für Koordinatorinnen und Ehrenamtliche zum Projekt “Hospiz macht Schule“ für 3. und 4. Klassen statt. 15 Teilnehmerinnen aus Berlin, Eisenhüttenstadt, Braunschweig, Lüchow-Dannenberg und Wittenberg bekamen von der erfahrenen Referentin Bettina Hagedorn alles Wissenswerte für die Durchführung des Projektes vermittelt, das die Auseinandersetzung von Grundschülerinnen und -schülern mit den Themen Sterben, Tod, Verlust und Trauer befördern möchte.

Qualifizierte Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen

22. Eppendorfer Dialog zum Umgang mit medizinischem Cannabis

Der 22. Eppendorfer Dialog am 11. April 2018 ging der Frage „Medizinischer Cannabis zwischen hoher Nachfrage und regulatorischen Hürden: Wo stehen wir?“ nach. Prof. Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV, diskutierte mit Karin Maag, MdB und gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit Dr. med. Detlev Parow, MBA und Leiter der Abteilung Arznei-/Hilfsmittel und sonstige Leistungen, Geschäftsbereich Produkt- und Abrechnungsmanagement bei der DAK-Gesundheit, sowie Dr. jur. Oliver Tolmein, Fachanwalt für Medizinrecht, Kanzlei Menschen und Rechte, Hamburg, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, die bisher mit dem § 31 Abs. 6 SGB V, „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ – kurz: dem Cannabis-Gesetz – gemachten Erfahrungen.

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Zwang in der Pflege. Von Heils- und Unheilsdynamiken.

Am 18. April 2018 hat in Berlin unter dem Titel „Zwang in der Pflege. Von Heils- und Unheilsdynamiken“ die jährliche Kooperationsveranstaltung von DHPV, ICEP - Berliner Institut für christliche Ethik und Politik und Katholischer Akademie Berlin mit Fachkonsultation und öffentlichem Akademieabend stattgefunden. Diskutiert wurde die Frage, was auf politischer und praktischer Ebene geschehen muss, um Gewaltanwendung in der Pflege zu unterbinden und den Einsatz notwendig gebotener Zwangsmaßnahmen zu kontrollieren bzw. möglichst zu reduzieren.

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Ehrenpreis "Wissenschaft" 2018 des DHPV - Jetzt bewerben!

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. verleiht auch im Jahr 2018 den DHPV-Ehrenpreis "Wissenschaft". Eingereicht werden können Masterarbeiten, abgeschlossene und unpublizierte Dissertationen und Habilitationen sowie Forschungsberichte in deutscher Sprache von Einzelpersonen oder eigenständige, bislang nicht veröffentlichte, wissenschaftliche Werke, die von einer oder mehreren Personen erarbeitet worden sind.

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Umfrage: Ehrenamtliche Begleitungen von nicht-onkologischen PatientInnen

Auch PatientInnen mit nicht-onkologischen Erkrankungen wie beispielsweise COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Demenz und Parkinson können von der Unterstützung eines Palliativdienstes profitieren. Dies bedeutet, dass auch die ehrenamtliche Begleitung stärker mit den Besonderheiten, die sich durch diese Erkrankungen ergeben, und den damit verbunden Bedürfnissen der PatientInnen in Berührung kommt. Eine Umfrage soll nun Aufschluss geben über Anforderungen, die vor und während Begleitungen von Menschen mit nicht-onkologischen Erkrankungen entstehen können. Gefragt sind KoordinatorInnen von ambulanten Hospizdiensten. Der Fragebogen enthält 15 Fragen. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und anonym. Der Befragungszeitraum endet am Sonntag, den 13. Mai 2018.

Die Teilnahme erfolgt über folgenden Link: https://www.surveymonkey.de/r/Ehrenamtliche_Begleitung_von_nicht-onkologischen_PatientInnen

Kontakt: lena.deiseroth@stud.uni-goettingen.de

Evangelischer Buchpreis 2018

Den Evangelischen Buchpreis gewinnt in diesem Jahr Susann Pásztor für "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster". Die Geschichte entfaltet die Autorin als Erkenntnisreise vom Leben über das Sterben bis zum Tod und wieder zurück zum Leben.

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3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Der DHPV in den Medien

24.04.2018 ÄrzteZeitung
Cannabis – das heiße Eisen in der Praxis
Cannabis auf Kassenkosten, da herrscht auch nach einem Jahr noch keine Routine in deutschen Arztpraxen: Verunsicherte Politiker, gespaltene Ärzteschaft und klagende Patienten. Ein Überblick über den Status Quo. (Link)

15.04.2018 Neue Osnabrücker Zeitung
Neue Palliativeinheit am Christlichen Klinikum eingeweiht (Link)

13.04.2018 Weser Kurier
"Wir sterben, wie wir gelebt haben." - Prof. Hardinghaus im Interview (Link)

13.04.2018 Pharmazeutische Zeitung online
Ein Jahr Cannabis auf Rezept: Hier gibt's noch Probleme (Link)

13.04.2018 Apotheke adhoc
22. Eppendorfer Dialog debattiert über die Erfahrungen mit dem Cannabis-Gesetz (Link)

Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 2018

Die mittlerweile 5. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die am 11. Juni 2018 in Berlin stattfindet, widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema „Bewegung / Bewegendes / Bewegtes“, von der politischen Lobbyarbeit, über das Geschichtenerzählen in der klassischen Pressearbeit, hin zum Mitnehmen von Menschen durch den Newsletter und durch die immer wichtiger werdenden Bewegtbilder. Vielen Dank für die bisherigen, zahlreichen Anmeldungen. Wenige Plätze sind noch frei (nicht am Vorabend). Anmeldeschluss ist der 28. Mai 2018.

Infos und Anmeldung.

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Bundes-Hospiz-Anzeiger zum Schwerpunkt "Die Hausärztin / Der Hausarzt"

Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (2/2018) widmet sich schwerpunktmäßig der Hausärztin und dem Hausarzt. Die hausärztlichen Versorgung nimmt innerhalb der Hospiz- und Palliativversorgung eine zentrale Rolle ein. Das vorliegende Heft beleuchtet diese Rolle aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt die Bedeutung des Hausarztes für ein gut funktionierendes hospizlich-palliatives Netzwerk sowie die Vorteile für Patientinnen und Angehörige. Mit einem Interview mit Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes.

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Hospiz zeitschrift 1/2018 "Ehrenamt"

In über drei Jahrzehnten Hospizbewegung haben sich sowohl die Hospiz- und Palliativarbeit als auch die Gesellschaft stark verändert. Die „typische“ Ehrenamtliche gibt es immer seltener, die Zahl der Menschen, die wir begleiten wollen und sollen, wird immer größer. Vor diesem Hintergrund sieht sich die Hospizbewegung vor der Herausforderung, Ehrenamt neu zu denken und neue Modelle für Ausbildung und Einsatz im Hospiz- und Palliativbereich zu finden. Was hier zu bedenken ist und wie dies gelingen kann, damit beschäftigen sich die Beiträge in dieser hospiz zeitschrift.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

Leben und Tod. Messe. Forum. Fachkongress.
Workshops: „Gesundheitliche Versorgungplanung (GVP) für die letzte Lebensphase“ – Stand, Umsetzung und Herausforderungen // „Hospiz und Wohnungslosigkeit“ – Sterben, Tod und Trauer. Sterbende wohnungslose Menschen begleiten.
4. und 5. Mai 2018, Bremen
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End-of-Life: Jewish Perspectives (3): Vom Umgang mit Verlust und Trauer
24. bis 27. Mai 2018, Berlin
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Hospiz- und Palliativversorgung durch das Krankenhaus - Netzwerke | Qualität | Finanzierung
(Tagung, Vernetzungstreffen)
29. Mai 2018, Köln
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Sonstige Veranstaltungen

10th World Research Congress of the EAPC
24. bis 26. Mai 2018, Bern, Schweiz
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13. Fachtagung Palliative Geriatrie
12. Oktober 2018, Berlin
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5. Rechtliches

Vorläufige Versorgung mit dem cannabishaltigen Arzneimittel Dronabinol

Das LSG Rheinland-Pfalz hat in seinem Beschluss vom 06.03.2018 (L 5 KR 16/18 B ER) im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes entschieden: Ein Anspruch auf Genehmigung der Versorgung mit cannabishaltigen Arzneimitteln setzt sich nicht zwingend voraus, dass bereits eine vertragsärztliche Verordnung ausgestellt wurde (amtlicher Leitsatz). Der Beschluss erfolgt entgegen der Entscheidung des LSG Baden-Württemberg vom 19.09.2017 (L 11 KR 3414/17 ER-B).

Zwischen den Parteien ist streitig, ob die Antragsgegnerin, die Krankenkasse, im vorläufigen Verfahren verpflichtet ist, dem 2003 geborene Versicherten und Antragsteller mit dem cannabishaltigen Arzneimittel Dronabinol zu versorgen. Der jugendliche Versicherte leidet am sog. Hajdu-Cheney-Syndrom …

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