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Keine organisierten und gewerblichen Formen der Beihilfe zum Suizid

Für einen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland.

Immer wieder wird in der Gesellschaft über Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid diskutiert, zuletzt 2014/2015, als Gesundheitsminister Gröhe ein Verbot gewerblicher und organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid gefordert hatte. Dieses Verbot ist im Dezember 2016 in Kraft getreten. Der DHPV hatte anlässlich dieser Diskussionen ein Positionspapier erarbeitet, in dem er die Diskussion um ein Verbot aller Formen der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid ausdrücklich begrüßt. Keinesfalls, so die Kernaussage, darf es politische und gesetzlich eröffnete Optionen geben, die diesen Formen der Beihilfe zum Suizid und der Werbung dafür Legitimation verleihen.

Der Wunsch, bei schwerer Krankheit sein Leben zu beenden, hat Gründe. Häufig ist es die Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein, die Angst davor, die Selbstbestimmung zu verlieren und anderen zur Last zu fallen. Die beschriebenen Ängste und der daraus resultierende Todeswunsch müssen ernst genommen werden. Beidem ist mit Verständnis und Zuwendung zu begegnen.  Daraus leitet der DHPV die Aufforderung ab, die politischen Anstrengungen um Sorgestrukturen vor Ort durch eine grundsätzliche Reform der Pflegesicherung und den Ausbau hospizlicher Hilfen und palliativer Versorgung mit der gebotenen Priorität voranzubringen. Nur so wird glaubhaft, dass schwerstkranke und sterbende Menschen Teil der Gesellschaft sind, die in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen werden – das Grundanliegen der Hospiz- und Palliativarbeit.

Lesen Sie die vollständige Stellungnahme. Die aktualisierte Fassung aus dem September 2014 berücksichtigt dabei auch die ärztliche Beihilfe zum Suizid.

Auch in der Vergangenheit hatte sich der DHPV bereits zu den Debatten über Sterbehilfe und geplante Gesetzgebungsverfahren zu den verschiedenen Formen der Beihilfe zum Suizid positioniert. So etwa mit den folgenden Presseerklärungen und Stellungnahmen, die zugleich einen Überblick über den Verlauf der Debatte(n) geben:

22.09.2015 - Stellungnahme des DHPV zur Anhörung des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz am 23.09.2015 zu den Anträgen bzw. Gesetzentwürfen zur Regelung der Sterbehilfe (Link)

26.08.2014 - Klares „Nein!“ zur Legalisierung der ärztlichen Beihilfe zum Suizid

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) lehnt den Gesetzentwurf, der Medizinern die Hilfe beim Suizid explizit erlauben würde, ausdrücklich ab. Ärztinnen und Ärzte tragen im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen eine besondere Verantwortung. Der ärztlich assistierte Suizid hätte unübersehbare Konsequenzen für die Haltung und das Handeln der Ärzte sowie für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient.

13.02.2014 - Die Tötung eines Kindes kann niemals eine Lösung sein - dieses belgische Gesetz ist skandalös!

Der DHPV verurteilt die Entscheidung der Abgeordnetenkammer Belgiens zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Belgien auch für Kinder.

10.01.2014 - Presseerklärung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) zur gesetzlichen Regelung für ein Verbot der Beihilfe zum Suizid

Der DHPV begrüßt die Initiative des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe zu einer gesetzlichen Regelung für ein Verbot der Beihilfe zum Suizid. Ein entsprechendes Gesetz muss aber ein umfassendes Verbot regeln.

20.12.2013 - Aktive Sterbehilfe bei Kindern darf auch zukünftig in Belgien nicht legalisiert werden!

Der DHPV zur Entscheidung des belgischen Senats, die aktive Sterbehilfe auf Minderjährige auszuweiten.

30.11.2012 - Verbot der gewerbsmäßigen und organisierten Beihilfe zum Suizid gefordert

Der DHPV fordert neben dem Verbot der gewerbsmäßigen Beihilfe zum Suizid auch ein Verbot der organisierten Beihilfe zum Suizid sowie der Werbung für diese Gelegenheiten.

15.10.2012 - Bundesratsbefassung: Gesetzentwurf zur Suizidbeihilfe

Aus Anlass der Befassung des Bundesrats am 12.10.2012 mit den von der Bundesregierung und dem von Rheinland-Pfalz vorgelegten Gesetzesentwürfen zur Suizidbeihilfe hat der DHPV erneut darauf hingewiesen, dass eine weitergehende gesetzliche Regelung erforderlich ist, die alle Formen der organisierten Beihilfe umfasst.

01.08.2012 - DHPV lehnt Regelung zur Sterbehilfe ab

Der DHPV zur geplanten gesetzlichen Neuregelung, die Straffreiheit für Nahestehende vorsieht, wenn sie Beihilfe zum Suizid leisten. Zu diesen Nahestehenden sollen beispielsweise auch Ärzte, Pflegekräfte und Freunde gezählt werden können.

19.03.2012 - Keine Geschäfte mit der Sterbehilfe

Der DHPV zur Debatte über die Sterbehilfeaktivitäten in den Niederlanden und der Schweiz.

08.02.2012 - DHPV zur ambulanten Sterbehilfe in den Niederlanden

Der DHPV fordert fürsorgliche und kompetente Betreuung und Begleitung durch Hospizbewegung und Palliativmedizin statt einer immer besser organisierten Sterbehilfe.

10.05.2011 - Beihilfe zum Suizid durch Ärztinnen und Ärzte darf es nicht geben

Der DHPV und sein wissenschaftlicher Beirat fordern anlässlich des bevorstehenden 114. Deutschen Ärztetages, dass es Beihilfe zum Suizid durch Ärztinnen und Ärzte auch zukünftig nicht geben darf.

03.01.2011 - Auch zukünftig keine Hilfe zur Selbsttötung durch Ärzte

Der DHPV gegen die Hilfe bei der Selbsttötung durch Ärztinnen und Ärzte. 

27.01.2010 - Aktivitäten zur organisierten Sterbehilfe unterbinden

Der DHPV fordert eine klare Rechtslage, um in Deutschland die Beihilfe zur Selbsttötung in organisierter und gewerblicher Form unterbinden zu können.

14.09.2009 - Ein klares „Nein“ zur Sterbehilfe

DHPV weist darauf hin, dass nicht die besser organisierte Sterbehilfe, sondern nur eine kompetente Betreuung und fürsorgliche Begleitung durch Hospizbewegung und Palliativmedizin schwerstkranken und sterbenden Menschen die Angst vor Schmerz und dem Alleinsein am Lebensende nehmen kann.

06.11.2007 - Beihilfe zur Selbsttötung kann keine Lösung sein

Der DHPV unterstreicht, dass die Beihilfe zur Selbsttötung keine Lösung für schwerstkranke Menschen oder Menschen mit schwersten Behinderungen sein kann.