Stellungnahme des DHPV zur Palliativ-Studie der Ruhr-Universität

10.09.2010 - 12:00

Bei der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen gehört es zu den großen ethischen Herausforderungen, die richtige Entscheidung am Lebensende zu treffen. Der DHPV weist im Zusammenhang mit den aktuellen Umfragen bei Ärzten, insbesondere der nun vorgelegten Studie der Ruhr-Universität Bochum erneut darauf hin, dass eine Tötung auf Verlangen und der assistierte Suizid keine Lösung sind, um verzweifelten Patienten in dieser letzten Lebensphase ihre Schmerzen und ihre Ängste zu nehmen.

Schwerstkranke Menschen benötigen mitmenschliche Begleitung und Zuwendung, die Linderung ihrer Schmerzen und anderer Symptome, die ihnen Lebensqualität bis zum Schluss ermöglicht. Sie müssen auf eine menschenwürdige Begleitung und Fürsorge - gerade auch ihrer Ärzte, denen hier eine besondere Verantwortung zukommt - vertrauen können; und die individuellen Wünsche der schwerstkranken Menschen und ihre Autonomie müssen bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen. Bei der hospizlich-palliativen Versorgung stehen nicht mehr Heilung oder Lebensverlängerung um jeden Preis durch Technik und Intensivmedizin im Vordergrund. Es geht um eine andere Haltung, um Begleitung und Linderung und um das Zulassen des Sterbens, nicht aber um eine aktive Verkürzung des Lebens. Eine Gesellschaft, die dies zulassen würde, erhöht den Druck auf kranke und alte Menschen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, eine Entwicklung, die nicht gewollt sein kann.

Die Ergebnisse der Umfrage machen deutlich, dass diese Themen in der Aus- und Weiterbildung der Ärzte und sicher auch der verschiedenen anderen Berufsgruppen eine stärkere Rolle spielen müssen.

Die am 8.9.2010 der Öffentlichkeit vorgestellte Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen bezieht auch zu diesem Aspekt eine klare Position. Auch vor diesem Hintergrund muss der weitere Auf- und Ausbau der hospizlichen und palliativen Versorgungsstrukturen hohe Priorität haben, damit alle Menschen, die diese Versorgung benötigen, heute aber sehr häufig noch nicht erreicht werden, einen Zugang dazu bekommen.

Die Stellungnahme als Download (pdf-Datei)

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