Weiterhin Nachbesserungsbedarf beim Hospiz- und Palliativgesetz!

21.09.2015 - 09:00

Zur Parlamentarischen Anhörung zum Hospiz- und Palliativgesetz fordert der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) weiterhin Nachbesserungen.

„Wir begrüßen das Hospiz- und Palliativgesetz in weiten Teilen“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV, der als Verband zur Anhörung geladen war. „Trotzdem sehen wir unter anderem bei der vorgesehenen Finanzierung von Sach- und Personalkosten für ambulante Hospizdienste und bei der Praxis der Hospiz- und Palliativberatung Nachbesserungsbedarf.“

Zur Finanzierung ambulanter Hospizdienste fordert der DHPV einen von den Personalkosten unabhängigen Zuschuss zu Sach- und Verwaltungskosten. Sonst sind die Sach- und Verwaltungskosten wie zum Beispiel Miete sowie Fahrtkosten für Ehrenamtliche für die Dienste nicht planbar und stellen keine verlässliche zusätzliche Entlastung dar. Vielmehr müssten diese Mittel sonst auch weiterhin durch aufwendige Akquise eingeworben werden, ein Zeitaufwand, der zu Lasten der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen geht.

Bei der vorgesehenen Praxis der Hospiz- und Palliativberatung ausschließlich durch die Krankenkassen gibt der DHPV zu bedenken, dass es vielerorts bereits gewachsene Strukturen und existierende Angebote seitens der Hospiz-und Palliativ-Netzwerke und Organisationen gibt. Mit Blick auf die Neutralität der Beratung und die notwendige Fachkompetenz als auch auf die Effizienz bei möglichen Doppelstrukturen sollte – je nach gewachsenen Strukturen und regionalen Gegebenheiten – eine Übertragung im Konsens mit den Akteuren vor Ort ausdrücklich möglich gemacht werden.

„Außerdem weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass der Gesetzentwurf bislang den Bereich der allgemeinen Palliativversorgung im Krankenhaus und Regelungen, die den erhöhten palliativen Pflegeaufwand in stationären Pflegeeinrichtungen berücksichtigen, weitestgehend ausklammert“, so Dr. Birgit Weihrauch, ehem. Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV), die als Sachverständige eingeladen war.

Nahezu die Hälfte aller Menschen in Deutschland verstirbt derzeit im Krankenhaus, ganz überwiegend in den verschiedenen Fachabteilungen und Allgemeinstationen außerhalb einer Palliativstation. Ohne ergänzende Regelungen, durch die der Zugang zur spezialisierten Palliativversorgung im Krankenhaus gewährleistet und darüber hinaus ermöglicht wird, die allgemeine Palliativversorgung in den Krankenhäusern systematisch zu entwickeln, bleibt für einen großen Teil der in Deutschland Versterbenden der Zugang zur Palliativversorgung in hohem Maße unbefriedigend.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenver-tretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher  Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Stellungnahme des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) zum Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Hospiz-und Palliativgesetz (HPG) anlässlich der Anhörung des Gesetzentwurfs im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags am 21. September 2015 (Link)

Gemeinsame Stellungnahme von DHPV und Deutscher Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zur Palliativversorgung im Krankenhaus vom 2. September 2015 (Link)

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 758 17

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