Sterbebegleitung statt Sterbehilfe!

15.04.2015 - 16:00

Mit Erstaunen nimmt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) die „Stellungnahme deutscher Strafrechtslehrer zur geplanten Ausweitung der Strafbarkeit der Sterbehilfe“ (Berichterstattung in der FAZ von heute) zur Kenntnis.

„Die Formulierung, in Hospizen und Palliativstationen werde tagtäglich organisiert Sterbehilfe geleistet, sorgt in der gegenwärtigen Debatte für große Verunsicherung bei den Betroffenen", so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV.

Hospize und Palliativstationen bieten ebenso wie die ambulanten Angebote Zuwendung und Unterstützung durch professionelle palliativmedizinische und -pflegerische Betreuung sowie verlässliche psychosoziale wie spirituelle Begleitung. „Wir stehen für Sterbebegleitung, nicht für Sterbehilfe. Und diese hospizliche und palliative Begleitung und Versorgung, d.h. die größtmögliche Freiheit von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen sowie die Zuwendung, führt in der Praxis dazu, das zunächst geäußerte Wünsche nach vorzeitiger Lebensbeendigung von den Betroffenen zurück genommen werden“, so Hardinghaus.

Der DHPV warnt davor, die Diskussion in Deutschland auf die strafrechtlichen Aspekte zu reduzieren. „Diese Debatte muss auch weiterhin auf politischer und gesellschaftlicher Ebene geführt werden“, so Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV. Nur so werde glaubhaft, dass schwerstkranke und sterbende Menschen Teil der Gesellschaft sind, in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen werden.

„Dazu brauchen wir in Deutschland eine breite Information aller Menschen über die Angebote der Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen. Hier ist, wie auch die in den Medien zitierten Ausschnitte aus der Stellungnahme zeigen, ein großer Bedarf“, so Bolze.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie der zahlreichen Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 578 17

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