Schwerstkranke und sterbende Menschen sowie die Angehörigen stärker berücksichtigen

12.08.2015 - 11:00

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) begrüßt anlässlich des heute verabschiedeten Kabinettsentwurfs die Neuerungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes. „Vor allem der mit fünf statt drei Pflegestufen differenziertere Pflegebegriff wird eine besser auf den einzelnen Menschen und seine Bedürfnisse angepasste Versorgung mit sich bringen“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV. „Aus hospizlich-palliativer Perspektive ist allerdings zu kritisieren, dass an keiner Stelle auf die Begleitung sterbender Menschen Bezug genommen wird.“

„Die Sorge um Menschen am Lebensende kann nur im Sinne von Multiprofessionalität und unter Einbeziehung ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie unter Berücksichtigung der physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Betroffenen gelingen“, ergänzt Dirk Müller, Leiter der Fachgruppe Hospizkultur und Palliativmedizin in stationären Pflegeeinrichtungen beim DHPV und Projektleiter Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie vom Unionhilfswerk. Wenn die hospizlich-palliative Perspektive keinerlei Berücksichtigung findet, werde ein Großteil der Pflegebedürftigen, aber auch deren Angehörige und Nahestehende sowie die Pflegenden und Betreuenden nicht gänzlich erfasst, zumal in einer vulnerablen Situation wie der des Sterbens eines Menschen. „Deshalb empfehlen wir – wie bereits beim ersten Pflegestärkungsgesetz – die Zielsetzung der Pflegereform um diese Perspektive zu erweitern, damit Angehörige und Pflegende in der Lage sind, Menschen am Lebensende adäquat zu begleiten und zu versorgen“, so Müller. „Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Altenpflege fachlich- personell sowie finanziell adäquat ausgestattet ist. Das ist die Grundlage für einen menschenwürdigen und sorgenden Umgang mit der steigenden Zahl hochbetagter, pflegebedürftiger Menschen.“

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 758 17

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