Palliativversorgung in Deutschland ist auch eine zivilgesellschaftliche Aufgabe

28.05.2015 - 14:00

Wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) weist auf die Bedeutung von Hospiz als zentraler Versorgungsfaktor und als Bürgerbewegung hin

In einem Positionspapier zur Stellungnahme der Leopoldina zur „Palliativversorgung in Deutschland“ fordert der DHPV, deutlicher auf zentrale Anliegen der Hospizbewegung sowie auf innovative Ansätze in Konzept und Umsetzung von Palliative Care hinzuweisen.

Dies gilt zum einen für den Beitrag der Zivilgesellschaft zur Bewältigung der mit dem Lebensende oder mit schwerer Krankheit einhergehenden Versorgungsaufgaben. „Eine allein auf professionelle Unterstützung setzende Gesundheits- und Sozialversorgung wird den veränderten demographischen, epidemiologischen und sozialen Anforderungen nicht gerecht“, so Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV. „Wir brauchen künftig vermehrt kleinräumige, regionale Initiativen, ‚sorgende’ soziale Gemeinschaften und Ansätze, die auf Beteiligung und Mitverantwortung von betroffenen und solidarischen Bürgerinnen und Bürgern setzen.“

Weitere Punkte, die auch in der Forschung stärkere Berücksichtigung finden müssen, sind das soziale Umfeld von schwerkranken und sterbenden Menschen und dessen Einbindung in das Versorgungsgeschehen. „Es ist eine zu enge Perspektive, die Forschung nur auf den Patienten zu fokussieren. Patienten und ihr soziales Umfeld müssen als Einheit („unit of care“) verstanden werden und als Adressaten aller Aktivitäten in diesem Feld ins Zentrum rücken“, so Prof. Dr. Werner Schneider, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des DHPV.

Von besonderer Bedeutung ist außerdem die ehrenamtliche Hospizarbeit. Sie ergänzt, so Schneider, die medizinisch-pflegerischen Versorgung um ein ‚Mehr an sozialen, psychischen und spirituellen Unterstützungsangeboten‘ bis hin zur Hilfe in alltagspraktischen Belangen. „Ehrenamtliche in der Hospizarbeit sind Akteure in zivilgesellschaftlichen Prozessen, die es hinsichtlich ihrer förderlichen oder hinderlichen Rahmenbedingungen zu erforschen und unter entsprechender Beteiligung aller relevanten Akteure wie Patienten- und Betroffenenverbände sowie bürgerschaftlich Engagierter zu gestalten gilt.“

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher  Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Der Wissenschaftliche Beirat des DHPV dient der Vernetzung von Theorie und Praxis, von Wissenschaft und Forschung mit den im DHPV organisierten Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 578 17

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