Palliative und hospizliche Begleitung in Pflegeeinrichtungen sicherstellen und Pflegende unterstützen

12.05.2016 - 10:00

Berlin, 12. Mai 2016. Zum heutigen Tag der Pflege fordert der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband eine bessere palliative und hospizliche Begleitung in Pflegeeinrichtungen und eine entsprechende Unterstützung der Pflegenden.

Durch die stetige Zunahme der Lebenserwartung werden viele Menschen erst im hohen Alter, mit fortgeschrittener Multimorbidität und/oder Demenz in die stationären Pflegeeinrichtungen aufgenommen.

„Die Bewohnerinnen und Bewohner benötigen deshalb häufig schon mit Beginn des Heimeinzuges hospizlich-palliative Pflege und Begleitung“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV. „Um die hochbetagten und schwerkranken Menschen mit ihren Wünschen, Bedürfnissen und Nöten überhaupt in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen zu können, brauchen die stationären Einrichtungen und die dort Tätigen aber bessere Grundvoraussetzungen.“

Hier wurden mit dem Hospiz- und Palliativgesetz, das im Dezember 2015 in Kraft getreten ist, zwar wichtige Weichen gestellt. So sind Pflegeeinrichtungen jetzt aufgefordert, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine Vorsorgeplanung und Aufklärung bezüglich der Möglichkeiten der hospizlichen und palliativen Versorgung und Begleitung anzubieten. Damit bietet das Gesetz zwar vielfältige Ansätze für eine bessere Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen.

„Um diese Vorgaben zügig in die Praxis zu überführen, braucht es aber weitergehende Regelungen, die die personelle Ausstattung, die Arbeitsbedingungen, aber auch Bezahlung und Image der Altenpflege in den Blick nehmen“, so Hardinghaus.

Zwar gibt es eine steigende Zahl von Einrichtungen, die durch ein entsprechendes Leitbild und großes Engagement den einzelnen Bewohner am Lebensende individuell begleiten und unterstützen. In Anbetracht des demografischen Wandels dürfe man sich hier nicht auf den guten Willen von Einzelpersonen zurückziehen, sondern müsse strukturelle Verbesserungen durchsetzen, so Hardinghaus. In diesem Zusammenhang wird der DHPV die Entwicklung zum Pflegestärkungsgesetz III intensiv begleiten.

Der DHPV hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die Broschüre "Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen" herausgegeben (Link).

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) vertritt die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen. Er ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie der zahlreichen Hospiz -und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 758 17

Zurück