Neujahrsempfang des DHPV und seiner Stiftung: Klare Positionen zur aktuellen Debatte über ein Verbot organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid

06.02.2015 - 08:00

Am 5. Februar 2015 fand in Anwesenheit von über 70 Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Verbänden der Hospiz- und Palliativversorgung der Neujahrsempfang des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung (DHPStiftung) statt.

Vor dem Hintergrund der seit über einem Jahr diskutierten gesetzlichen Regelung für ein Verbot der organisierten Beihilfe zum Suizid wurde hervor gehoben, dass der Ausbau der Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung dringend notwendig ist, damit deutlich wird, dass schwerstkranke und sterbende Menschen Teil der Gesellschaft sind und in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen werden.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, betonte in ihrem Vortrag: "Die Fragen nach unserem Umgang mit Tod und Sterben rühren an den Kern dessen, was man auch als das ‚Menschenbild’ einer Gesellschaft bezeichnet. In einer solidarischen Gesellschaft müssen sich die Menschen darauf verlassen können, dass sie bis zuletzt die Hilfe und menschliche Begleitung erhalten, die sie wünschen und benötigen. Die Eckpunkte zur ‚Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland’, auf deren Grundlage wir derzeit entsprechende gesetzliche Regelungen erarbeiten, weisen hierfür den Weg."

Prof. Winfried Hardinghaus, Vorstandsvorsitzender des DHPV, unterstrich: „Die Hilfe für schwerstkranke und sterbende Menschen kann nicht in einer organisierten Form der Beihilfe zum Suizid bestehen, sondern in Solidarität, Mitmenschlichkeit und Zuwendung.“ Dieser oberste Grundsatz der Hospiz- und Palliativbewegung müsse in der Gesellschaft weiter bekannt gemacht und umgesetzt werden.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden auch die DHPV-Ehrenpreise verliehen. In der Kategorie Ehrenamt ging er an Marlene Papritz aus Sachsen, in der Kategorie Medien und Öffentlichkeitsarbeit an den Sänger, Autoren und Songwriter Dada Peng. Der Preis in der Kategorie Strukturen und Rahmenbedingungen wurde an den Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und an Dr. Volker Leienbach vom Verband der Privaten Krankenversicherung übergeben. Der amtierende Vorstand bedankte sich an diesem Abend außerdem bei den ehemaligen Vorstandsmitgliedern Prof. Dr. Ulrich Bonk, Annesybill Breyer, Susanne Kränzle, Dr. Udo Kratel, Dirk Müller, Ursula Neumann sowie Dr. Erich Rösch.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) vertritt die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen. Er ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie der zahlreichen Hospiz -und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 578 17030 82 00 578 17

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