Klares „Nein!“ zur Legalisierung der ärztlichen Beihilfe zum Suizid

26.08.2014 - 12:00

"Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) lehnt den heute in München vorgestellten Gesetzentwurf, der Medizinern die Hilfe beim Suizid explizit erlauben würde, ausdrücklich ab. Ärztinnen und Ärzte tragen im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen eine besondere Verantwortung. Der ärztlich assistierte Suizid hätte unübersehbare Konsequenzen für die Haltung und das Handeln der Ärzte sowie für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient“, so Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

Nach Ansicht von Prof. Winfried Hardinghaus, komm. Vorsitzender des DHPV, ist der Wunsch, bei schwerer Krankheit sein Leben zu beenden, meist in der Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein sowie in der Angst davor, die Selbstbestimmung zu verlieren und anderen zur Last zu fallen, begründet. „Ein Arzt sollte diese Ängste ernst nehmen und ihnen mit Verständnis, Zuwendung und Aufklärung über die Möglichkeiten hospizlicher und palliativer Betreuung begegnen. Wir können heute ganz unspektakulär durch schmerztherapeutische und sedierende Therapieverfahren im Rahmen  einer vertrauensvollen Begleitung jedem Patienten ein beschwerdefreies und würdevolles Ende  seines Lebens ermöglichen“, so der langjährig erfahrene Palliativmediziner weiter. Die politischen Anstrengungen müssen sich auf den Ausbau der Sorgestrukturen in der Hospiz- und Palliativversorgung konzentrieren, nicht darauf, ärztliche Beihilfe zum Suizid zu legalisieren. „Eine solche Legalisierung erhöht den Druck auf kranke und alte Menschen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, eine Entwicklung, die in einer solidarischen Gesellschaft nicht gewollt sein kann“, so Hardinghaus.

Weitere Informationen:

Der DHPV hat bereits im Februar ein Positionspapier zur Diskussion über ein Verbot gewerblicher und organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid erarbeitet (Link).

Der DHPV ist zusammen mit der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin Träger der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, deren Ziel es ist, dass jeder Mensch am Ende seines Lebens unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung, seiner jeweiligen persönlichen Lebenssituation oder seinem Lebens- bzw. Aufenthaltsort eine qualitativ hochwertige multiprofessionelle hospizliche und palliativmedizinische Versorgung und Begleitung erhält, wenn er diese benötigt. www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

Der DHPV setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den Auf- und Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung ein und vertritt die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen. Der DHPV ist die bundesweite Interessensvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Mitgliedsverbände und der überregionalen Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich über 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, Tel. 030 82 00 758 17, Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de

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