Neujahrsempfang des DHPV und seiner Stiftung: Klare Positionen zur aktuellen Debatte um ein Verbot der Beihilfe zum Suizid

15.01.2014 - 12:00

Alleiniges Verbot organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid nicht ausreichend. Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgungen dringend erforderlich.

Am 14. Januar 2014 fand in Anwesenheit von über 80 Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Verbänden der Hospiz- und Palliativversorgung der Neujahrsempfang des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung (DHPStiftung) statt. 

Vor dem Hintergrund der derzeit intensiv diskutierten Möglichkeit einer gesetzlichen Regelung für ein Verbot der organisierten Beihilfe zum Suizid wurde von allen Vertretern darauf hingewiesen, dass der Ausbau der Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung dringend notwendig ist, damit deutlich wird, dass schwerstkranke und sterbende Menschen Teil der Gesellschaft sind und in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen werden.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB, betonte, dass man mit der Angst der betroffenen Menschen vor Schmerzen, vor dem Alleinsein oder davor, anderen zur Last zu fallen, kein Geschäft machen dürfe. „Eine entsprechende gesetzliche Regelung muss sowohl ein Verbot der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid als auch die Werbung für solche Gelegenheiten umfassen", so Widmann-Mauz. Zudem müsse man, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung weiter vorantreiben.

Dr. Rudolf Seiters, Präsident des DRK, der der Einladung des DHPV gerne gefolgt war, stellte fest: „Die Hospizidee – sterbende Menschen mit Fürsorge und Zuwendung zu begleiten, sich um sie zu kümmern und ihnen zu helfen, in Würde zu sterben – hat sich erfreulicherweise stetig entwickelt. Palliativmedizin und Hospizarbeit lindern das Leid und den Schmerz und verhindern, dass die letzte Lebensphase als Qual empfunden wird.“

Prof. Winfried Hardinghaus vom Vorstand des DHPV unterstrich: „Die Hilfe für schwerstkranke und sterbende Menschen kann nicht in einer organisierten Form der Beihilfe zum Suizid bestehen, sondern in Solidarität, Mitmenschlichkeit und Zuwendung.“ Dieser oberste Grundsatz der Hospiz- und Palliativbewegung müsse in der Gesellschaft weiter bekannt gemacht und umgesetzt werden.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurde an Menschen, die die Hospizidee durch ihr Engagement und ihre Arbeit vorangebracht und verbreitet haben, der DHPV-Ehrenpreis verliehen. Kurzporträts der Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien Ehrenamt, Strukturen und Rahmenbedingungen, Medien und Öffentlichkeitsarbeit sowie Wissenschaft finden Sie im Anhang.  

Hier finden Sie die Presseerklärung des DHPV zur gesetzlichen Regelung für ein Verbot der Beihilfe zum Suizid.

Hier finden Sie die Presseerklärung des DHPV zur Entscheidung des belgischen Senats, die aktive Sterbehilfe bei Kindern zu  legalisieren.

Hier geht es zu den Laudationes auf die Preisträgerinnen und Preisträger.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den Auf- und Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung ein und vertritt die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen. Der DHPV ist die bundesweite Interessensvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Bei Bedarf stellen wir Ihnen gerne Bilder zur Verfügung.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 578 17

 

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