3. Symposium "Bildungs-Gut Hospiz" – Stabiles Grundgerüst in emotionalen Krisen

06.02.2018 - 16:00

Kinder erleben heute kaum noch ein Sterben im familiären Kontext. Trotzdem sind sie mit Verlusterfahrung, Trauer und schwerer Krankheit im eigenen sozialen Umfeld konfrontiert. Anlässlich der mittlerweile dritten vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Fachtagung „Bildungs-Gut Hospiz“ betont der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) den präventiven Ansatz von Projekten, die Kindern und Jugendlichen im Rahmen der schulischen Ausbildung die Auseinandersetzung mit Verlust, Trauer, Tod und Sterben ermöglichen.

Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV: „Wie die Erfahrungen zeigen, können die Projekte für die unterschiedlichen Altersklassen den Kindern, Schülerinnen, Schülern und Jugendlichen ein stabiles Grundgerüst in emotionalen Krisen mit auf den Lebensweg geben. Und auf gesellschaftlicher Ebene sorgt das für die notwendige Weichenstellung im Sinne einer Gesellschaft, die Krankheit, Tod und Trauer nicht verdrängt und mit schwerstkranken und sterbenden Menschen solidarisch und fürsorglich umgeht.“

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium: “Jeder wünscht sich für sich selbst und seine Nächsten einen respektvollen Umgang in der letzten Lebensphase. Dazu braucht es eine Haltung, die Leben, Sterben, Tod und Trauer als etwas Zusammengehörendes versteht. Deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen auch in ihrer Schule unterstützt werden, eine solche Haltung zu entwickeln.“

Dr. Tobias Funk von der Kultusministerkonferenz erinnerte daran, dass es zu den Kernkompetenzen der Lehrenden gehört, die individuelle Entwicklung von Schülerinnen und Schülern zu begleiten sowie Werte und Normen zu vermitteln. Dies berühre auch den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. „Wie das mit Leben gefüllt werden kann, zeigen zahlreiche bereits gelingende Projekte und Kooperationen zwischen Lehrenden und Hospizdiensten.“

Schwerpunkte des Symposiums waren der Erfahrungsaustausch zu bereits bestehenden (Vor-)Schulprojekten für Kinder und Jugendliche sowie zu Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten für Erziehende und Lehrende. Außerdem wurden inhaltliche und strukturelle Maßnahmen zur bundesweiten Verbreitung sowie Fragen der Qualitätssicherung diskutiert. Zudem wurde beispielhaft gezeigt, wie entsprechende Projekte in einzelnen Regionen und Bundesländern bereits von landespolitischer Seite unterstützt werden, etwa in Bayern und Thüringen.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. ist seit 1992 die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der Landesverbände in den 16 Bundesländern sowie weiterer überregionaler Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit und als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1100 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Pressekontakt.

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