Für eine solidarische Gesellschaft – geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung verbieten

02.07.2015 - 09:00

Anlässlich der heutigen ersten Lesung der Gruppenanträge zum Thema Sterbebegleitung bzw. Sterbehilfe im Deutschen Bundestag begrüßt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) den Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese. „Mit der Möglichkeit, auch gegen die geschäftsmäßige, d.h. regelmäßig wiederkehrende oder serielle Unterstützung der Selbsttötung vorzugehen, auch wenn sie nicht auf Gewinn abzielt, folgt der Gesetzentwurf einer zentrale Forderung des DHPV“, so Geschäftsführer Benno Bolze.

Die zwei Entwürfe, welche die Beihilfe zum Suizid als Aufgabe des Arztes explizit vorsehen, lehnt der DHPV ausdrücklich ab. „Dies hätte unübersehbare Konsequenzen für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV und Palliativmediziner. „Ärztliche Beihilfe zum Suizid würde den Druck auf kranke und alte Menschen erhöhen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen. Dies wäre eine Entwicklung, die in einer solidarischen Gesellschaft nicht gewollt sein kann.“

Der DHPV begrüßt, dass auf der politischen Ebene Einigkeit bezüglich der Notwendigkeit des weiteren Ausbaus der Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung besteht. „Es ist gut und sinnvoll, dass das Hospiz- und Palliativgesetz parallel verhandelt wird“, so Hardinghaus. „Eine gute Hospiz- und Palliativversorgung nimmt den Menschen die Angst vor Schmerzen, Einsamkeit und dem Gefühl, anderen zur Last zu fallen.“

Hier werden die im Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) vorgesehenen Änderungen zu einer Reihe von Verbesserungen in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen führen, vor allem im ambulanten Bereich und bei der Begleitung und Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Pflegeeinrichtungen. Nachbesserungsbedarf sieht der DHPV vor allem im Bereich der allgemeinen Hospiz- und Palliativversorgung im Krankenhaus sowie bei der Berücksichtigung von Beratungsleistungen durch ambulante Hospizdienste.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 758 17

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