DHPV fordert Kultur der Wertschätzung gegenüber alten, kranken und sterbenden Menschen sowie den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung

14.05.2014 - 12:00

Vor dem Hintergrund der Anklage gegen den Hamburger Ex-Justizsenator Kusch weist der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) nochmals auf die Gefahren hin, die die gewerblichen und organisierten Formen der Beihilfe zum Suizid mit sich bringen.

„Hier zeigt sich einmal mehr, dass es die Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein, die Angst davor, die Selbstbestimmung zu verlieren und anderen zur Last zu fallen ist, die zu dem Wunsch führt, das eigene Leben zu beenden“, so Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

Bereits im Februar hat der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband in einer Stellungnahme zur Diskussion über ein Verbot gewerblicher und organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid gefordert, der in der Bevölkerung verbreiteten Angst vor Würdeverlust in Pflegesituationen und bei Demenz sowie vor unerträglichen Schmerzen und Leiden durch eine Kultur der Wertschätzung gegenüber kranken und sterbenden Menschen sowie flächendeckende Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung zu begegnen.

In einer Gesellschaft des langen Lebens, in der die Zahl der auf fremde Hilfe angewiesenen Menschen ebenso zunimmt wie die Angst, dass für einen nicht gesorgt sein wird, in einer Zeit, die von Zeitknappheit und Mobilität geprägt ist, müssen die Voraussetzungen für die Sorgefähigkeit der Gesellschaft in den Vordergrund der politischen und gesellschaftlichen Bemühungen gerückt werden.

„Dazu gehört auch, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, der weitere Ausbau der Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung“, so Bolze weiter. „Und wie das aktuelle, tragische Geschehen zeigt, eine gesetzliche Regelung, die das Verbot aller Formen der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid sowie der Werbung für diese Gelegenheiten umfasst.“

Die Stellungnahme finden Sie hier.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) vertritt die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen. Er ist die bundesweite Interessensvertretung der Hospizbewegung sowie zahlreicher Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit, so auch des Deutschen Kinderhospizvereins, sowie als Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, Tel. 030 82 00 758 17, Mail: a.hoerschelmann@dhpv.de

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