Anhörung zum Hospiz- und Palliativgesetz – HPG: Vor allem im Bereich der ambulanten Hospizarbeit besteht Nachbesserungsbedarf

14.04.2015 - 09:00

Anlässlich der Anhörung zum vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegten Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und Palliativgesetz – HPG) am 13. April in Berlin begrüßt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) die grundlegenden Überlegungen zu einer weiteren Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland, fordert aber vor allem im Bereich der ambulanten Hospizarbeit Nachbesserungen.

Zum einen müssen im Rahmen der Förderung der ambulanten Hospizdienste auch die in Krankenhäusern erbrachten Sterbebegleitungen berücksichtigt werden. „Die meisten Menschen sterben nach wie vor im Krankenhaus. Vor dem Hintergrund der Stärkung und des Ausbaus der allgemeinen Palliativversorgung ist es notwendig, dass auch die in Krankenhäusern erbrachten Sterbebegleitungen als zuschussfähige Begleitungen anerkannt werden“, so Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV.

Zweitens erbringen ambulante Hospizdienste neben den Begleitungen schwerstkranker und sterbender Menschen auch Beratungs- und Koordinationsleistungen. Sie sorgen so dafür, das für eine umfassende Versorgung und Begleitung der Betroffenen notwendige Versorgungsnetzwerk sicherzustellen. Diese Leistungen werden durch die Regelungen zur Finanzierung der ambulanten Hospizarbeit bisher nicht erfasst. „Das muss sich ändern“, so Hardinghaus.

Außerdem erhalten die ambulanten Hospizdienste momentan nur einen Zuschuss zu den Personalkosten. Nicht berücksichtigt werden Sach- und Verwaltungskosten wie Fahrtkosten für die Ehrenamtlichen, die Kosten für Dokumentation, Personalverwaltung, Büroräume und Telekommunikation. Dieser nicht berücksichtige Anteil muss bisher von den ambulanten Hospizdiensten durch Spenden erbracht werden. „Dieser Spendenanteil wird immer größer und führt bei einer großen Anzahl der ambulanten Hospizdienste zu erheblichen Problemen in der Finanzierung des Angebots für schwerstkranke und sterbende Menschen. Dazu besteht Nachbesserungsbedarf im Gesetzentwurf. Es ist notwendig, auch diese Kosten im Rahmen der Förderung zu berücksichtigen“, so Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

Der DHPV hat zum HPG-Referentenentwurf eine Stellungnahme erarbeitet (Link).

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) ist die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung sowie der zahlreichen Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland. Als Dachverband der überregionalen Verbände und Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit sowie als selbstverständlicher Partner im Gesundheitswesen und in der Politik steht er für über 1000 Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen, in denen sich mehr als 100.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich engagieren.

Kontakt: Angela Hörschelmann, a.hoerschelmann@dhpv.de, Telefon: 030 82 00 578 17

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