Auch zukünftig keine Hilfe zur Selbsttötung durch Ärzte

03.01.2011 - 12:00

PRESSEMITTEILUNG
Ärztliche Beihilfe zum Suizid - Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband fordert: Auch zukünftig keine Hilfe zur Selbsttötung durch Ärzte

„Eine Hilfe bei der Selbsttötung durch Ärztinnen und Ärzte darf es auch zukünftig nicht geben. Sie tragen eine besondere Verantwortung dafür, dass schwerstkranke und sterbende Menschen auf eine menschenwürdige Betreuung und Begleitung vertrauen können“, sagte Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des DHPV. „Ärzte müssen bei der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender umdenken, denn es geht dann nicht mehr um Heilung, sondern um fürsorgliche Begleitung, Linderung von Schmerzen und das Zulassen des Sterbens.“

Mit großer Sorge hat der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) die Aussage des Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, zur Kenntnis genommen, dass ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung zukünftig standesrechtlich nicht mehr verfolgt werden soll. Während die aktive Sterbehilfe in Deutschland strafrechtlich verboten ist, gilt dies nicht für die Beihilfe zum Suizid. Diese ist aber den Ärzten bisher berufsrechtlich verboten. Aktuelle Umfragen bei Ärzten hatten gezeigt, dass es dazu unterschiedliche Auffassungen in der Ärzteschaft gibt. Eine solche Änderung des Berufsrechts würde zentrale Anliegen der gerade erst gemeinsam verabschiedeten Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen berühren und hätte aus Sicht des DHPV unübersehbare Konsequenzen für die ärztliche Haltung und ärztliches Handeln, für ihre Verantwortung und für ihr Vertrauensverhältnis zu ihren Patientinnen und Patienten. „Die Grenzen zwischen der Beihilfe zur Selbsttötung und der Tötung auf Verlangen sind überdies nicht immer scharf zu ziehen“, so Weihrauch weiter. „Eine Gesellschaft, die solche Optionen ermöglicht, erhöht auch den Druck auf kranke und alte Menschen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, eine Entwicklung, die nicht gewollt sein kann.“ Zu fordern ist vor allem der weitere Auf- und Ausbau der hospizlichen und palliativen Versorgungsstrukturen, damit alle Menschen, die diese Versorgung benötigen, einen Zugang dazu bekommen.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband, als Dachverband von nahe­zu 1000 Hospiz- und Palliativeinrichtungen im Jahre 1992 ge­grün­det, vertritt deren Interessen und die Belange der schwerstkranken und sterbenden Menschen gegenüber Politik und Gesundheitswesen. Mitglieder sind alle 16 Landesverbände und zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten der Hospizbewegung und Palliativmedizin.

Die Pressemitteilung als Download (pdf-Datei)

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