Beihilfe zur Selbsttötung kann keine Lösung sein

06.11.2007 - 12:00

PRESSEMITTEILUNG
Beihilfe zur Selbsttötung kann keine Lösung sein - Die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland muss weiter ausgebaut werden

„Beihilfe zur Selbsttötung, kann nicht die Lösung für schwerstkranke Menschen oder Menschen mit schwersten Behinderungen sein, um ihnen ihre Schmerzen und ihre Verzweiflung zu nehmen und ihnen in ihrer ihnen häufig ausweglos erscheinenden Situation zu helfen. Die unwürdigen und Menschen verachtenden Vorgehensweisen der Schweizer Organisation Dignitas sind scharf zu verurteilen;“

dies sagte Dr. Birgit Weihrauch, Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands, anlässlich der bekannt gewordenen jüngsten Fälle von Beihilfe zur Selbsttötung durch Dignitas.

Notwendig ist ein eng geknüpftes Netz ambulanter und stationärer Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung.

Der Deutsche Hospiz– und PalliativVerband fordert Politik, Gesundheitswesen und die Gesellschaft insgesamt auf, die Rahmenbedingungen für ein menschenwürdiges Sterben weiter zu verbessern. In der Begleitung Sterbender dürfen nicht vorrangig Aspekte der Wirtschaftlichkeit bestimmend sein.

Ziel der Hospizbewegung und Palliativmedizin in Deutschland ist es, ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Voraussetzung hierfür sind die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen durch palliativärztliche und palliativpflegerische Versorgung sowie eine hospizliche psychosoziale und spirituelle Begleitung der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. wurde als Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz 1992 gegründet. Mitglieder sind alle 16 Landesverbände und zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten der Hospizbewegung und Palliativmedizin. Er ist der Dachverband der Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland und vertritt deren Interessen und die Belange der Schwerstkranken und Sterbenden gegenüber Politik und Gesundheitswesen. In Deutschland gibt es derzeit rund 1450 ambulante Hospiz, rund 150 stationäre Hospize und rund 140Palliativstationen an Krankenhäusern. Über 80.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für die Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland.

Die Pressemitteilung als Download (pdf-Datei)

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