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Laudatio zu Ehren von Gerda Pusch und Barbara Wille-Lehmann

von Gisela Textor, Vorstandsmitglied im DHPV, Leiterin der FG Ehrenamt

Die Hospizbewegung entstand durch das Engagement und den Einsatz zahlreicher Bürger in der Gesellschaft. Und auch heute ist das ehrenamtliche Engagement in der Hospiz- und Palliativarbeit unersetzbar. Der Ehrenpreis in dieser Kategorie möchte deshalb das langjährige Engagement einzelner Ehrenamtlichen – stellvertretend für die zahlreichen anderen ehrenamtlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – auszeichnen.

Wir vergeben den Preis in der Kategorie Ehrenamt in diesem Jahr an Gerda Pusch aus Alzey und an Barbara Wille-Lehmann aus Hamburg.

Frau Gerda Pusch ist Gründungsmitglied des Hospizvereins DASEIN e.V. Alzey und war 17 Jahre im Vorstand als 2. Vorsitzende aktiv. Darüber hinaus hat sie in all den Jahren kontinuierlich Sterbe- und Trauerbegleitung geleistet und zahlreiche Menschen am Lebensende und ihre Angehörigen begleitet. Frau Pusch hat für den Hospizverein über den gesamten Zeitraum hinweg Hospizhelfende ausgebildet und angeleitet. Seit nunmehr über 20 Jahren engagiert sie sich mit hohem Zeitaufwand ehrenamtlich in der Hospizarbeit in Alzey, und ist hier immer ansprechbar für die Menschen, die sie brauchen.

Auch in der Öffentlichkeitsarbeit ist Frau Pusch seit vielen Jahren unermüdlich aktiv. Aus ihrem langjährigen Engagement und ihrer kontinuierlichen Präsenz haben sich sehr gute Beziehungen zu den ortsansässigen Firmen und Banken entwickelt, die die Arbeit des Hospizvereins DASEIN zuverlässig unterstützen.

Ein Projekt, auf das ich in diesem Zusammenhang besonders hinweisen möchte, ist das Projekt „Sternenwiese“- eine Grab- und Gedenkstätte für stillgeborene Kinder in Alzey. Hier war Gerda Pusch im Jahr 2003 an der Konzeption beteiligt, hier organisiert sie seit dem Bestehen Bestattungsfeiern und begleitet den Gesprächskreis für trauernde Eltern von Sternenkindern. Das Projekt folgt dem – hospizlichen – Leitgedanken des achtsamen Umgangs mit dem menschlichen Leben und der Möglichkeit zu Trauern. Betroffene und Nahestehende können sich so von ihren Kindern verabschieden und haben einen Ort des Gedenkens, der ihnen Hoffnung und Kraft spendet. Hier haben Eltern einen Platz für ihr Kind. Einen Ort, an dem Tränen, Trauer, Wut aber auch Hoffnung und andere Gefühle gelebt werden dürfen.

Auch Barbara Wille-Lehmann aus Hamburg wurde vor dem Hintergrund ihres langjährigen ehrenamtlichen Engagements für unseren Ehrenpreis vorgeschlagen. Barbara Wille-Lehmann ist seit 25 Jahren in der Hospiz und Palliativarbeit in vielfältiger Art und Weise engagiert. Kai Puhlmann, Vorsitzender des LandesVerbands Hospiz und Palliativarbeit Hamburg beschreibt sie als „umtriebig“ im besten Sinne des Wortes. Sie hat als Vorsitzende des Förderervereins die Gründung der 2. Palliativstation in Hamburg am Asklepios Westklinikum Rissen vorangetrieben. Das Engagement Barbara Wille-Lehmanns begann hier bereits vor fast zwanzig Jahren, in einer Zeit, in der kaum jemand wusste, Palliativmedizin ist. Der Förderverein sichert seit seinem Bestehen Jahr für Jahr mit rund 210.000 Euro Spendengeldern die personelle und wohnliche Ausstattung der Palliativstation im Asklepios Westklinikum, Spendengelder, die auch gerade von Frau Wille-Lehmann unermüdlich und erfolgreich gesammelt werden. Heute ermöglicht der Förderverein mit seinen mehr als 350 Mitgliedern, dass schwerstkranke und sterbende Menschen auch in den Wänden eines großen Krankenhauses bis zum letzten Moment in Würde leben können.

Heute sind die Möglichkeiten der Hospizarbeit und Palliativversorgung weit bekannter als noch vor 20 Jahren. Aber auch das ist nicht zuletzt das Verdienst von Menschen wie Barbara Wille-Lehmann, die in Rissen zahlreiche Informationsveranstaltungen zur Hospiz-und Palliativarbeit für die Bürgerinnen und Bürger der Region konzipiert und durchgeführt.

Aber nicht nur in Rissen ist sie engagiert; darüber hinaus hat sie sich in die Hospizarbeit ganz Hamburgs an vielen Stellen eingebracht: So ist sie seit 2007 im Organisationskomitee des „Hamburger“ Welthospiztages tätig und hat in den letzten 3 Jahren an wichtiger Stelle den Fachtag „Zu Hause ist es schönsten?!“ mit vorbereitet. Zu guter letzter Letzt ist seit 8 Jahren im Vorstand des Landesverbands Hospiz und Palliativarbeit Hamburg tätig und sorgt u.a. dafür, dass alle Mitgliedsbeiträge pünktlich gezahlt werden – was Frau Siegmann gerne bestätigt.

Wir alle wissen, wo die Hospizarbeit und Palliativversorgung in Deutschland ihren Ursprung genommen hat – beim ehrenamtlichen Engagement zunächst einiger weniger Menschen. Die Entwicklung der Hospizbewegung, die Verbreitung der Hospizidee seither wäre ohne Menschen wie sie, Frau Wille-Lehmann, und Sie, Frau Pusch, nicht möglich gewesen.

Der Preis, den wir Ihnen heute überreichen, steht für unseren Dank und unsere Anerkennung und natürlich als Ansporn für andere Menschen, sich in die Hospizarbeit einzubringen. Denn wie wir alle wissen: Ohne Ehrenamt ist Hospizarbeit nicht denkbar! Oder um es im Sinne eines bekannten Bonmots zu sagen: Ehrenamt in der Hospizarbeit ist nicht alles, aber ohne Ehrenamt ist in der Hospizarbeit alles nichts.

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