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Laudatio zu Ehren von Christoph Maria Herbst

von Erich Lange, stellv. Vorsitzender des DHPV

Es ist von besonderer Bedeutung, dass die Hospiz- und Palliativarbeit in der vielfältigen Medienlandschaft und in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam macht. Geehrt werden in der Kategorie „Medien“ deshalb Persönlichkeiten, die durch ihren Einsatz für die Hospiz- und Palliativarbeit zu einem Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit Sterben und Tod beitragen.

Dieser Ehrenpreis geht heute– nach Bettina Tietjen, Arno Geiger, Andrea Berg, Dada Peng und im letzten Jahr Stefan Weiller – an Christoph Maria Herbst. Sie kennen Christoph Maria Herbst sicher in erster Linie als Synchronsprecher und Schauspieler, hier wahrscheinlich vor allem als Stromberg. Für seine Darstellung des egomanen und sarkastischen Chefs in der gleichnamigen Fernsehserie wurde er mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Deutschen Comedypreis, dem Deutschen Fernsehpreis, dem Adolf Grimme Preis, dem Jupiter Filmpreis u.a.

Uns ist Christoph Maria Herbst in einem anderen Zusammenhang begegnet. Wer im letzten Jahr hier war, erinnert sich an das Projekt „Letzte Lieder“, an dessen Initiator Stefan Weiller der Preis für Medien und Öffentlichkeit gegangen ist. „... und die Welt steht still… Letzte Lieder und Geschichten aus dem Hospiz“ ist ein zutiefst hospizliches Projekt. Grundlage sind Gespräche mit Sterbenden zum „Soundtrack“ ihres Lebens, die dann zu einem Programm zwischen Dokumentation, Kunst, Theater und Musik werden. Die Musik reicht von David Bowie, Herbert Grönemeyer über Paul Gerhardt und Whitney Houston bis hin zu Monteverdi und Nirvana. Gelesen werden die Erinnerungen der befragten Menschen von prominenten Schauspielerinnen und Schauspielern. Bei der Aufführung der „Letzten Lieder“ in Berlin vor wenigen Monaten im November 2017 in der Marienkirche war das – nicht zum ersten Mal –Christoph Maria Herbst. Nicht nur die besondere Inszenierung, auch die Prominenz eines so hochkarätigen, bekannten und beliebten Schauspielers sorgt dafür, dass Journalisten und Medienleute im Fernsehen und im Radio sowie in vielen Zeitungen unter anderem in Die Zeit, FAZ, Frankfurter Rundschau, Die Welt über das Projekt berichten. Das kommt zum einen der Hospizidee und unsere Arbeit zugute. Es sensibilisiert außerdem weit über den Hospizkosmos hinaus für den Wert, die Würde, die Einmaligkeit eines jeden gelebten Lebens.

Aber noch für einen anderen, wichtigen Bereich unserer Arbeit engagiert sich Christoph Maria Herbst – und das ist die Kinder- und Jugendhospizarbeit. Seit 2011 ist er prominenter Pate des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar in Olpe. Das Balthasar wurde im September 1998 als erstes stationäres Kinderhospiz in Deutschland eröffnet. Hier können seither Familien lebensverkürzt erkrankter Kinder ab der Diagnosestellung eine Atempause einlegen, um wieder Kraft zu schöpfen für ihren Alltag zu Hause. Aus der Arbeit des Kinderhospizes ist auch das erste Jugendhospiz in Deutschland hervorgegangen, das auf die besonderen Bedürfnisse Jugendlicher und junger Erwachsener ausgerichtet ist.

Kinder- und Jugendhospizarbeit ist ein wichtiger Teil der Hospizarbeit und somit auch des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands. In knapp vier Wochen, am 10. Februar, begehen wir wieder den Tag der Kinderhospizarbeit, den auch der DHPV seit jeher nutzt, um auf die besonderen Bedürfnisse von erkrankten Kindern und Jugendlichen hinzuweisen.

Dass die Kinder- und Jugendhospizarbeit im Allgemeinen und das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar im Besonderen mit Christoph Maria Herbst einen prominenten Fürsprecher und Paten hat, ist ein weiterer Grund für die Zueignung des DHPV Ehrenpreises an ihn. Seit sieben Jahren ist er für die betroffenen Kinder und ihre Familien dar. Er hält Lesungen im kleinen Kreis – für einen Menschen, der ein Millionenpublikum gewohnt ist – alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Er ist interessiert an den Dingen, die die Kinder und vor allem die Jugendlichen in ihrem Alltag beschäftigen, welche Musik sie hören, was sie lesen, was sie gerne essen und tun. Zudem hat er einen Blick für die besondere Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Balthasar. Sein Engagement ist stetig, regelmäßig und uneigennützig.

Und er zeigt über die Grenzen des Hospiz hinaus, was Hospizarbeit eigentlich ausmacht: Dass man, wenn man sich hier engagiert, nicht in erster Linie gibt, sondern auch sehr viel mitnimmt. In einem Interview zu den „Letzten Liedern“ beschreibt er das Programm als eine „Abend, der das Leben feiert, wohl wissend, dass es den Tod gibt, einfach weil er dazu gehört“. Und auch bei seinen Begegnungen mit den Kinder- und Jugendlichen im Balthasar spürt er, das hier nicht die Krankheit im Vordergrund steht, sondern dass es vor allem um das Leben geht. Dass er dieses Leben durch sein Engagement in vielerlei Hinsicht bereichert, sei es durch persönliche Anteilnahme oder durch öffentlichkeitswirksame Unterstützung, dafür möchten wir ihm mit dem Ehrenpreis des DHPV unsere Anerkennung und unseren Dank aussprechen.

Ich darf den Preis stellvertretend an Rüdiger Barth, Leiter des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar in Olpe übergeben, da Herr Herbst nicht bei uns sein kann.

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