Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 98
30. November 2016

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

es ist jetzt ein Jahr her, dass die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid durch Einzelpersonen oder Vereine mit dem Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung unter Strafe gestellt und somit rechtlich geregelt wurde. Wir alle kennen aus der Praxis aber ältere Menschen, die dem Wunsch nach Sterbehilfe Ausdruck verleihen. Wir wissen, dass dieser Wunsch seine Ursachen hat, etwa die Angst vor schwerer Krankheit, vor Schmerzen und dem Alleinsein. Wie man diesem Begehren begegnen kann, darum ging es vor wenigen Tagen bei einer hochkarätig besetzten Kooperationsveranstaltung des DHPV an der Katholischen Akademie in Berlin.

Wichtig ist vor allem eine gut ausgebaute und bedarfsgerechte hospizliche Begleitung und palliative Versorgung für jeden Menschen, der dies wünscht. Hier wurden mit den Handlungsempfehlungen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, über die wir im letzten DHPV Aktuell berichtet haben, richtungsweisende Vorschläge gemacht. Darum freut es uns als Träger der Charta, dass die nun notwendige Implementierung und Evaluierung dieser Empfehlungen in Zukunft von einer vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für drei Jahre geförderten Vernetzungsstelle zur palliativen und hospizlichen Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen koordiniert wird.

Unterstützung erfahren wir auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und seine Mitglieder in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg sind in diesem Jahr Partner der NDR Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“. Wir freuen uns über die großartige Gelegenheit, die Lebensthemen Krankheit, Sterben und Tod weiter ins öffentliche Bewusstsein zu bringen und für eine Kultur der Wertschätzung gegenüber kranken und sterbenden Menschen zu sensibilisieren.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
§ 39a SGB V / Bezugsgröße gem. § 18 Abs. 1 SGB IV

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Fachkonsultation und Akademieabend "Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben"
Dialogforum: Zukunft stationäres Hospiz – Qualität gestalten
Verleihung TOM-Medienpreis
Ehrenplakette der Niedersächsischen Ärztekammer für Prof. Winfried Hardinghaus
Neues von der DHPStiftung

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hand in Hand für Norddeutschland
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Rechtliches

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Am 17. Oktober 2016 haben die Träger der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ Handlungsempfehlungen für die Umsetzung einer Nationale Strategie der Charta vorgelegt und Sterbebegleitung als Menschenrecht proklamiert. Die nun notwendige Implementierung und Evaluierung der Handlungsempfehlungen in alle Bereiche der Gesellschaft werden in Zukunft von einer Vernetzungsstelle zur palliativen und hospizlichen Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen koordiniert, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für drei Jahre gefördert wird. Aufgaben der Koordinierungs- und Vernetzungsstelle sind die institutionelle Verankerung der Handlungsempfehlungen in den gesundheitspolitischen Organisationen und Institutionen, die Verzahnung von Informationen zur Nationalen Strategie und Erfahrungen aus (Modell-)Projekten und eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit.

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§ 39a SGB V / Bezugsgröße gem. § 18 Abs. 1 SGB IV

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 25.11.2016 die bis dahin vorläufigen Rechengrößen in der Sozialversicherung für das Jahr 2017 bestätigt. Danach beträgt die monatliche Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV ab 1.01.2017: 2975,00 €. Die Verordnung tritt am 1.01.2017 in Kraft.

Der daraus errechnete €-Betrag (13% der monatlichen Bezugsgröße) für die einzelne Leistungseinheit der ambulanten Hospizdienste gem. § 39a Abs. 2 SGB V steigt auf dieser Grundlage von 377,65 € in diesem Jahr auf 386,75 € im Jahr 2017.
Im Rahmen der Finanzierung der stationären Hospizarbeit entsprechen 9% der monatlichen Bezugsgröße im Jahr 2017: 267,75 €.

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Fachkonsultation und Akademieabend "Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben"

Am 23.11.2016 hat der DHPV in Kooperation mit dem Berliner Institut für Christliche Ethik und Politik und der Katholischen Akademie in Berlin die Fachkonsultation und öffentliche Podiumsdiskussion "Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben" veranstaltet. Die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid durch Einzelpersonen oder Vereine wurde mit dem Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung unter Strafe gestellt und somit rechtlich geregelt. Gleichwohl bleiben Fragen suizidalen Begehrens im Altern und in Krankheit als auch medizinisch-rechtliche Fragen des praktischen Umgangs mit dem Sterbewunsch in der Begleitung in der letzten Lebensphase, die bei dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung kontrovers diskutiert wurden.

Suizid im Alter

Benno Bolze, DHPV, moderiert die Diskussion mit Prof. Dr. Barbara Schneider, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, und Dr. Heike Gudat Keller, Leitende Ärztin HOSPIZ IM PARK, Klinik für Palliative Medizin, Arlesheim, Schweiz (c) DHPV

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Dialogforum: Zukunft stationäres Hospiz – Qualität gestalten

Am 08.11.2016 hat in Berlin das Dialogforum „Zukunft stationäres Hospiz – Qualität gestalten“ stattgefunden. Unter reger, bundesweiter Beteiligung von Hospizleitungen, Pflegedienstleitungen und Qualitätsmanagementbeauftragten wurden Zukunftsfragen stationärer Hospizarbeit diskutiert: Wie viel Reglementierung und Zertifizierung braucht eine qualitativ hochwertige stationäre Hospizversorgung? Wie kann eine adäquate Prüfkultur aussehen? Welche Rahmenbedingungen brauchen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in stationären Hospizen für eine gelingende Begleitung. Was sind die grundlegenden Werte und Haltungen der stationären Hospizarbeit?

Verleihung TOM-Medienpreis

„TOM – der Medienpreis der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG“ zeichnet journalistische Beiträge aus den Bereichen „TV/Funk/Print/Online“ in Publikums- oder Fachmedien aus, die auf vorbildliche Weise über die Kinderhospizarbeit und die pädiatrische Palliativversorgung berichten. Der "TOM - der Medienpreis der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG" 2016 wird am 6.12.2016 im Landtag NRW vergeben.

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Ehrenplakette der Niedersächsischen Ärztekammer für Prof. Winfried Hardinghaus

Für seine besonderen Verdienste ist Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV, mit der Ehrenplakette der Niedersächsischen Ärztekammer ausgezeichnet worden.

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Neues von der Hospiz- und PalliativStiftung

Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung lobt ihren Stiftungspreis 2016 für Projekte aus, die bereits in der Hospiz- und Palliativarbeit für Menschen im Straf- und Maßregelvollzug engagiert sind und die zu einer Verbesserung der hospizlich-palliativen Begleitung und Versorgung von Menschen im Straf- und Maßregelvollzug beitragen. Weiterhin kommen Projekte in Frage, in deren Rahmen Sorge getragen wird, dass bei einer möglichen Entlassung eines sterbenden Menschen aus dem Vollzug eine weitere Versorgung gesichert ist. Anträge können bis zum 15.12.2016 eingereicht werden.
(c) sinuswelle - Fotolia.com

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Hospiz und Strafvollzug

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ beginnt

Die NDR Radioprogramme, das NDR Fernsehen und das Internet-Angebot NDR.de informieren vom 5. bis zum 16. Dezember im Rahmen der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“, wie die Hospizvereine und Palliativeinrichtungen Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten, und rufen zu Spenden auf. Diese kommen zu 100 Prozent der Hospiz- und Palliativarbeit im Norden zugute.

Presseinformation.

Spendenkonto.

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

hospiz zeitschrift

Die aktuelle hospiz zeitschrift 3/2016 behandelt den Schwerpunkt "Wissenschaft versus Praxis". Die Beiträge der hospiz zeitschrift fragen, wie viel Wissenschaft Hospiz braucht und umgekehrt, warum man Hospiz wissenschaftlich beforschen sollte. Wie kann bei aller Spannung und allen Gegensätzlichkeiten ein partnerschaftliches und letztendlich fruchtbares Miteinander aussehen? Wie kann die Qualität in der Hospiz- und Palliativarbeit davon profitieren? Wie findet wissenschaftliches Wissen seinen Weg zurück in die Praxis, sprich in die Hospizarbeit?".

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Bundes-Hospiz-Anzeiger

Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (5/2016) widmet sich dem Thema „Trauer“. Lesen Sie zur gesamtgesellschaftlichen Relevanz der Trauerbegleitung durch die Hospizbewegung, zur Bedeutung von körperlicher Bewegung für den Trauerprozess, über den Trauerort Düsseldorf u.a.m. Heft 6/2016 erscheint im Dezember zum Schwerpunkt „Hospiz und Krankenhaus“.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

Hand in Hand für Norddeutschland
5. bis 16. Dezember 2016
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6. Internationale Sylter Palliativtage
11. und 12. März 2017
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Leben und Tod
12. und 13. Mai 2017 in Bremen
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Deutscher Evangelischer Kirchentag
24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg
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„Verlust – natürlich kein Thema für Kinder und Jugendliche“
Juni 2017 in Bensberg - Bergisch Gladbach

DHPV Symposium „Spiritualität“
20. September 2017, Marienhaus GmbH in Waldbreitbach

5. Rechtliches

Beschluss des AG Ludwigsburg vom 30.09.2016 (2 XVII 446/16) – zitiert nach juris

Das AG Ludwigsburg befasste sich mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen bei Nichtvorliegen einer Patientenverfügung die Einwilligung in die künstliche Beatmung und Versorgung der betroffenen Patientin mittels PEG-Sonde widerrufen werden kann. Trotz der Aussagen der Tochter als Betreuerin und weiterer Angehöriger, die Patientin habe lebensverlängernde Maßnahmen nicht gewünscht, wies das Gericht den Antrag der Tochter auf Beendigung der lebensverlängernden Maßnahmen zurück.

Die Entscheidung des Gerichts zeigt abermals auf, wie wichtig das Abfassen einer Patientenverfügung ist. Insbesondere und spätestens, wenn bereits eine Erkrankungssituation eingetreten ist, sollten die Betroffenen eine Patientenverfügung erstellen und das Gespräch mit ihren Angehörigen/Nahestehenden und den behandelnden Ärzten über die eigenen Vorstellungen und (Behandlungs-)wünsche suchen.

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