Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 97
31. Oktober 2016

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

nachdem ich im letzten Newsletter unsere Sorge darüber zum Ausdruck gebracht habe, dass in Belgien erstmals aktive Sterbehilfe bei einem Kind zur Anwendung kam, plant nun die niederländische Regierung einen neuen Gesetzesentwurf zur weiteren Legalisierung von Sterbehilfe. Diesem Entwurf nach sollen auch Menschen aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen können, die – ohne lebensverkürzend erkrankt zu sein – mit ihrem Leben abgeschlossen haben. Dieser erneute Vorstoß aus dem Nachbarland zeigt einmal mehr, wie berechtigt die Befürchtung ist, dass die einmal gesetzlich geregelte Sterbehilfe immer weiter ausgedehnt wird.

Hier in Deutschland gehen wir einen anderen Weg. Der Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung geht unvermindert weiter - nicht zuletzt dank des Hospiz- und Palliativgesetzes. Hospizliche Begleitung und palliative Versorgung stehen für die Sorge um schwerstkranke und sterbende Menschen und für die Solidarität der Gesellschaft mit diesen und deren Angehörigen.

Eine aktuelle Umfrage der DAK zeigt, dass 60 Prozent der Deutschen zu Hause sterben möchten. Der DAK-Pflegereport bestätigt damit das Ergebnis einer Bevölkerungsbefragung des DHPV aus dem Jahr 2012, in der zwei Drittel der Befragten angaben, am liebsten im eigenen Zuhause sterben zu wollen. Damit dies gelingen kann, bedarf es einer Nationalen Strategie, wie sie seit Verabschiedung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ 2010 von den über 50 beteiligten Organisationen und Institutionen entwickelt wurde. Daraus hervorgegangen sind umfangreiche Handlungsempfehlungen, die sicherstellen sollen, dass die Bedürfnisse und Rechte schwerstkranker und sterbender Menschen noch stärker in die politischen Entscheidungsprozesse und die Gesellschaft integriert werden. Um dies umzusetzen, bedarf es eines gemeinsamen Vorgehens von Politik, Zivilgesellschaft und Gesundheits- und Sozialsystem. Bei der Präsentation der Handlungsempfehlungen am 17. Oktober in Berlin war von allen Beteiligten viel Begeisterung und Unterstützungswillen für die jetzt notwendigen Schritte zu spüren.

Neben dem weiteren kontinuierlichen bedarfsgerechten Ausbau hospizlicher und palliativer Strukturen braucht es aber nach wie vor Information und Aufklärung. Deshalb freue ich mich sehr, dass so viele von Ihnen den diesjährigen Welthospiztag bzw. den Deutschen Hospiztag genutzt haben, um auf die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen und auf die Möglichkeiten hospizlicher Begleitung und palliativer Versorgung  aufmerksam zu machen.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
§ 39a SGB V / Bezugsgröße gem. § 18 Abs. 1 SGB IV

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

DAK-Pflegereport zu den Erwartungen an ein würdevolles Lebensende
Fachkonsultation und Akademieabend "Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben"
Vorsorge-Handbuch erschienen
Verleihung TOM-Medienpreis
Neues von der DHPStiftung

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den Medien
Welthospiztag 2016
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Rechtliches

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Die aus der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ hervorgegangenen Handlungsempfehlungen zur Umsetzung im Rahmen einer Nationalen Strategie wurden am 17. Oktober 2016 in Anwesenheit von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die nationale Charta-Strategie fordert bedarfsgerechte Begleitung am Lebensende als Menschenrecht.

Drei Jahre liegen zwischen der Auftaktveranstaltung "Von der Charta zur Nationalen Strategie" im Jahr 2013 im Deutschen Bundestag und der Präsentation des Maßnahmenkatalogs, an dem 50 gesundheitspolitisch relevante Institutionen und Organisationen in einem Konsensusprozess mitgewirkt haben.

Bei der Abschlussveranstaltung wurden in prominenter Runde im Rahmen einer Podiumsdiskussion die nun anstehenden praktischen Umsetzungen der konsentierten Handlungsempfehlungen diskutiert.

Vor ca. 150 Teilnehmenden erörterten Bundesminister Hermann Gröhe (r.), Helga Kühn-Mengel (2.v.l.), Sprecherin des Interfraktionellen Gesprächskreises Hospiz im Bundestag, Cornelia Prüfer-Storcks, Gesundheitssenatorin in Hamburg und Vertreterin der Gesundheitsministerkonferenz, Dr. Matthias von Schwanenflügel (3.v.r.), Abteilungsleiter im Bundesfamilienministerium, Dr. Bernadette Klapper (3.v.l.), Bereichsleiterin der Robert-Bosch-Stiftung, DGP-Präsident Prof. Lukas Radbruch, BÄK-Vizepräsidentin Dr. Martina Wenker und DHPV-Vorsitzender Herr Prof. Winfried Hardinghaus (l.) die weiteren Schritte für eine Nationale Strategie zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland.

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§ 39a SGB V / Bezugsgröße gem. § 18 Abs. 1 SGB IV

Im September 2016 wurden die vorläufigen Rechengrößen in der Sozialversicherung für das Jahr 2017 veröffentlicht. Danach beträgt die monatliche Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV ab 1.01.2017: 2975,00 €.

Der daraus errechnete €-Betrag (13% der monatlichen Bezugsgröße) für die einzelne Leistungseinheit der ambulanten Hospizdienste gem. § 39a Abs. 2 SGB V steigt auf dieser Grundlage von 377,65 € in diesem Jahr auf 386,75 € im Jahr 2017.
Im Rahmen der Finanzierung der stationären Hospizarbeit entsprechen 9% der monatlichen Bezugsgröße im Jahr 2017: 267,75 €.

Die Rechengrößen werden erst nach Beschlussfassung im Bundeskabinett und anschließender Beschlussfassung im Bundesrat rechtskräftig. Damit ist erfahrungsgemäß erst Ende November bzw. Anfang Dezember zu rechnen.

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

DAK-Pflegereport zu den Erwartungen an ein würdevolles Lebensende

60 Prozent der Deutschen möchten zu Hause sterben, so eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit. Damit bestätigt der Pflegereport das Ergebnis einer Bevölkerungsbefragung des DHPV aus dem Jahr 2012, in der zwei Drittel der Befragen angaben, am liebsten im eigenen Zuhause sterben zu wollen. Dessen ungeachtet sterben drei Viertel der Deutschen im Krankenhaus oder im Pflegeheim.

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DHPV-Befragung.

Dialogforum: Zukunft stationäres Hospiz – Qualität gestalten

Am 08.11.2016 findet in Berlin das Dialogforum: Zukunft stationäres Hospiz – Qualität gestalten statt. Mit dieser Veranstaltung möchte der DHPV die Hospizleitungen, Pflegedienstleitungen und Qualitätsmanagementbeauftragten stationärer Hospize herzlich einladen, ihre Erfahrungen und Sichtweisen in den Prozess der Weiterentwicklung der Qualität der stationären Hospizarbeit einzubringen.

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Fachkonsultation und Akademieabend "Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben"

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V., das ICEP – Berliner Institut für christliche Ethik und Politik und die Katholische Akademie in Berlin – veranstalten am Mittwoch, 23. November 2016 von 13:00 - 21.00 Uhr eine Fachkonsultation mit öffentlichem Akademieabend zum Thema Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben. Für die Fachkonsultation ist eine Anmeldung erforderlich.

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Vorsorge-Handbuch erschienen

Die Verbraucherzentrale in NRW hat ein Vorsorge-Handbuch zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Testament herausgegeben. Die wichtigsten Vollmachten und Verfügungen werden durch kurze Erklärtexte erläutert, Experten wie Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV, beantworten Fragen zur Bedeutung solcher Verfügungen am Lebensende.

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Verleihung TOM-Medienpreis

„TOM – der Medienpreis der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG“ zeichnet journalistische Beiträge aus den Bereichen „TV/Funk/Print/Online“ in Publikums- oder Fachmedien aus, die auf vorbildliche Weise über die Kinderhospizarbeit und die pädiatrische Palliativversorgung berichten. Der "TOM - der Medienpreis der Deutschen KinderhospizSTIFTUNG" 2016 wird am 6.12.2016 im Landtag NRW vergeben.

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Neues von der Hospiz- und PalliativStiftung

Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung lobt ihren Stiftungspreis 2016 für Projekte aus, die bereits in der Hospiz- und Palliativarbeit für Menschen im Straf- und Maßregelvollzug engagiert sind und die zu einer Verbesserung der hospizlich-palliativen Begleitung und Versorgung von Menschen im Straf- und Maßregelvollzug beitragen. Weiterhin kommen Projekte in Frage, in deren Rahmen Sorge getragen wird, dass bei einer möglichen Entlassung eines sterbenden Menschen aus dem Vollzug eine weitere Versorgung gesichert ist. Anträge können bis zum 30.11.2016 eingereicht werden.
(c) sinuswelle - Fotolia.com

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Hospiz und Strafvollzug

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

17.10.2016 – Bedarfsgerechte Begleitung am Lebensende als Menschenrecht

Die aus der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ hervorgegangenen Handlungsempfehlungen zur Umsetzung im Rahmen einer Nationalen Strategie werden heute in Anwesenheit von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

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06.10.2016 – Hospiz- und Palliativgesetz weiter zügig umsetzen!

Anlässlich des Welthospiztages am 8. Oktober 2016 fordert der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) unter dem Motto „Hospiz- und Palliativversorgung. Stärken. Ausbauen. Vernetzen.“, die im Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) vorgesehenen Verbesserungen in der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen weiterhin zügig umzusetzen.

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Der DHPV in den Medien

24.10.2016 noows
Palliativversorgung in Deutschland. Eine unheilbare Krankheit bringt auch die Frage nach der bestmöglichen Versorgung bis zum Lebensende mit sich. Die Hospiz- und Palliativversorgung ist ambulant und stationär möglich, wie der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) informiert. (Link)

19.10.2016 Bild
Neue DAK-Studie: Mehrheit der Menschen will zu Hause sterben. (Link)

19.10.2016 Rhein-Neckar-Zeitung
Heim oder Hospiz: Die Frage nach dem Sterbeort beschäftigt die Deutschen. Hochgelobte Hospize kontra schlecht ausgestattete Heime. (Link)

17.10.2016 rbb Aktuell
Benno Bolze im Gespräch über Notwendigkeiten einer noch besseren Hospiz- und Palliativversorgung, v.a. in Pflegeheimen.

17.10.2016 Süddeutsche Zeitung
Charta für sterbende Menschen // "Wir müssen zu einer sorgenden Gesellschaft kommen": Mediziner, Wissenschaftler und Patientenvertreter fordern, die finanzielle Hospizversorgung, die Ausbildung und Forschung zu verbessern. (Link)

17.10.2016 Focus Online
Jeder hat das Recht auf würdiges Sterben (Link)

17.10.2016 Ärzteblatt
Nationale Charta: Verbände geben Hinweise für bessere Versorgung Sterbenskranker (Link)

17.10.2016 MEDIZIN ASPEKTE
Nationale Charta-Strategie fordert bedarfsgerechte Begleitung am Lebensende als Menschenrecht. (Link)

17.10.2016 Deutsches Verbände Forum
Umsetzung der Charta ist eine ethische Verpflichtung (Link)

17.10.2016 Pharmazeutische Zeitung online
Verbände: Würdiges Sterben soll Menschenrecht werden (Link)

05.10.2016 Wolfsburger Allgemeine Zeitung
Podiumsdiskussion zum neuen Hospizgesetz. Zunächst stellte Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands, fünf Thesen für eine gute Hospiz- und Palliativversorgung dar. (Link)

Der DHPV hat seine Präsenz in den sozialen Medien weiter ausgebaut. Er informiert jetzt über die Plattformen Facebook, Twitter, Xing und Google+ über seine Projekte und über Neuigkeiten aus der Hospiz- und Palliativarbeit.

Welthospiztag 2016

Am 8. Oktober 2016 hat der diesjährige Welthospiztag stattgefunden, am 14. Oktober der Deutsche Hospiztag. Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen diese Anlässe genutzt, um auf die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen aufmerksam und die Hospizidee einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Eine Auswahl der Veranstaltungen, die 2016 stattgefunden haben, finden Sie auf dieser Übersichtskarte. Die Berichterstattung in den Medien war ergiebig. Eine Auswahl finden Sie hier.

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

hospiz zeitschrift

Die aktuelle hospiz zeitschrift 3/2016 behandelt den Schwerpunkt "Wissenschaft versus Praxis. Die Beiträge der hospiz zeitschrift fragen, wie viel Wissenschaft Hospiz braucht und umgekehrt, warum man Hospiz wissenschaftlich beforschen sollte. Wie kann bei aller Spannung und allen Gegensätzlichkeiten ein partnerschaftliches und letztendlich fruchtbares Miteinander aussehen? Wie kann die Qualität in der Hospiz- und Palliativarbeit davon profitieren? Wie findet wissenschaftliches Wissen seinen Weg zurück in die Praxis, sprich in die Hospizarbeit?".

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Bundes-Hospiz-Anzeiger

Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (5/2016) widmet sich dem Thema „Trauer“. Lesen Sie zur gesamtgesellschaftlichen Relevanz der Trauerbegleitung durch die Hospizbewegung, zur Bedeutung von körperlicher Bewegung für den Trauerprozess, über den Trauerort Düsseldorf u.a.m.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

Symposium Kontinuität und Verlässlichkeit
5. November 2016 in Essen
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Dialogforum: Zukunft stationäres Hospiz – Qualität gestalten
8. November 2016 in Berlin
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4. Tutzinger Hospizgespräch
"Stirbt die Hospizidee an der Hospizbewegung?"
9. / 10. November 2016 in Tutzing
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Was ist gutes Sterben? Zum Umgang mit Idealen und Wünschen im Krankenhaus
12. November 2016 in Berlin
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Suizidales Begehren im Altern und in Krankheit: medizinische, soziale und politische Präventionsaufgaben
23. November 2016 in Berlin
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5. Rechtliches

Die Sorgerechtsverfügung: Absicherung der Abschied nehmenden Kinder

Für die Eltern ist es besonders wichtig zu wissen, dass ihre Kinder auch nach dem Tod ihrer Eltern gut aufgehoben und versorgt sind. Häufig ist den Eltern jedoch nicht bewusst, dass beim Tod beider Eltern oder des allein Sorgeberechtigten das Sorgerecht nicht automatisch auf die nächsten Verwandten oder z. B. den Taufpaten übergeht. Eltern sollten daher rechtzeitig eine Sorgerechtsverfügung verfassen.

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