Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 95
31. August 2016

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

neben der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihren Angehörigen ist es eine unserer zentralen Aufgaben, über die Möglichkeiten hospizlicher Begleitung und palliativer Versorgung zu informieren. Und so nutzen auch in diesem Jahr zahlreiche Einrichtungen und Dienste den Welthospiztag, um mit Tagen der offenen Tür, Konzerten, Infoständen u.a. an die Öffentlichkeit heranzutreten. Viele Dienste haben wieder unser für den Welthospiztag entwickeltes Material bestellt. Wir freuen uns über dieses Interesse, zumal es der Hospizarbeit an diesem wichtigen Tag ein einheitliches Gesicht gibt.

Auch die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ist immer wieder Anlass, über Hospiz- und Palliativarbeit zu informieren. In jüngster Vergangenheit haben Augsburg und Ludwigsburg die Charta unterzeichnet, mittlerweile unterstützen über 17.000 Institutionen und Einzelpersonen die Charta.

Der DHPV selber ist beim diesjährigen Bürgerfest des Bundespräsidenten am 9. und 10. September eingeladen, sich und die Hospizarbeit zu präsentieren. Wir werden mit dem Projekt „Before I die / Bevor ich sterbe“ der Künstlerin Candy Chang vor Ort sein. Wir freuen uns sehr auf diese Gelegenheit, stellt sie doch eine Wertschätzung der Hospizarbeit, vor allem auch der Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dar.

Für heute wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre unsers Newsletters! Und bitte denken Sie daran, uns Ihre Veranstaltung zum Welthospiztag mitzuteilen, damit wir sie auf die gemeinsame Veranstaltungsübersicht aufnehmen und so zeigen können, wie bunt und vielfältig Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland ist.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Ambulante Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V: weiterer Einbezug der PKV in die Förderung
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Der DHPV beim Bürgerfest des Bundespräsidenten
Bundesverdienstkreuz für Dr. Anja Schneider
Gemeinsames Rahmenkonzept für Hospizarbeit und Palliativversorgung in der Region Augsburg
Prof. Dr. Verena Begemann neu im Wissenschaftlichen Beirat des DHPV
Neues von der DHPStiftung

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Material zum Welthospiztag
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Rechtliches

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Ambulante Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V: weiterer Einbezug der PKV in die Förderung

Am 8.12.2015 ist das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) in Kraft getreten. Vor diesem Hintergrund ist die für die ambulante Hospizarbeit maßgebliche Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 2 SGB V überarbeitet worden und rückwirkend zum 1.01.2016 in Kraft getreten. In der Folge war eine Überarbeitung des Vertrags zwischen den Spitzenorganisationen der ambulanten Hospizdienste auf der Bundesebene und dem Verband der PKV notwendig geworden. Die Verhandlungen darüber wurden unter Federführung des DHPV parallel zur Überarbeitung der Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 2 SGB V geführt und wurden zwischenzeitlich abgeschlossen. Der DHPV hatte Mitte Juli 2016 das Unterschriftenverfahren eingeleitet. Nach Erhalt des letzten unterschriebenen Vertrags in den letzten Tagen ist das Unterschriftenverfahren jetzt abgeschlossen. Zu den Änderungen hat der DHPV eine Handreichung erarbeitet, die den Mitgliedseinrichtungen des DHPV in Kürze über die Landesverbände zur Verfügung gestellt wird.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Über 17.000 Institutionen und Einzelpersönlichkeiten (1457 Organisationen / Institutionen und 15.795 Einzelpersonen), darunter auch zahlreiche Politiker auf allen Ebenen, haben die Charta seit ihrer Verabschiedung im September 2010 unterzeichnet, zuletzt Stadt und Landkreis Augsburg sowie Vertreter der Kommunen, der Kirchen und sozialen Einrichtungen aus dem Landkreis Ludwigsburg.

Machen Sie sich diese Unterzeichner-Zahl zunutze und organisieren Sie eine Unterzeichnung der Charta mit den lokalen Politikern Ihrer Kommune, um die kommunalen Politiker der Region auf Ihre Arbeit aufmerksam zu machen, deren politische Verantwortung für eine regionale Daseinsfürsorge aufzuzeigen und zugleich deutlich zu machen, dass Sie und Ihre Einrichtung sich bereits in der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen engagieren. Die Geschäftsstelle der Charta kann Sie in Ihrem Engagement für eine Charta-Veranstaltung unterstützen.

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Unterzeichnung der Charta durch Stadt und Landkreis Augsburg, v.l.n.r.:

Martin Sailer (Landrat des Landkreises Augsburg),
Melanie Huml (Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege),
Dr. Dr. Eckhard Eichner (Vorstandsvorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V.),
Dr. Birgit Weihrauch (Staatsrätin a.D., ehem. Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands),
Dr. Kurt Gribl (Oberbürgermeister der Stadt Augsburg).

(c) AHPV/Jost Thorau

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Der DHPV beim Bürgerfest des Bundespräsidenten

Der DHPV präsentiert sich und seine Arbeit beim diesjährigen Bürgerfest des Bundespräsidenten. Am 9. September findet das Fest für geladene Gäste, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren, statt. Zum Tag des offenen Schlosses am 10. September 2016 sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Es wartet ein attraktives Programm mit Musik und Tanz, mit Gesprächen, Schlossrundgängen u.a.m. Der DHPV informiert an seinem Stand über die ehrenamtliche Hospizarbeit und ist mit dem Projekt „Bevor ich sterbe // Before I die“ vor Ort.  (c) Bundesregierung / Henning Schacht

Weitere Informationen unter: www.bundespräsident.de/bürgerfest-2016

DHPV beim Bundespräsidenten

Bundesverdienstkreuz für Dr. Anja Schneider

Dr. Anja Schneider, stellvertretende Vorsitzende des DHPV, wurde für ihre Verdienste um die Hospiz- und Palliativarbeit in Sachsen-Anhalt mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Der Name der 47-Jährigen ist in Dessau und Sachsen-Anhalt untrennbar mit der Hospizarbeit und der palliativen Versorgung Schwerstkranker verbunden. Seit 2014 ist sie außerdem im Vorstand des DHPV engagiert.

Gemeinsames Rahmenkonzept für Hospizarbeit und Palliativversorgung in der Region Augsburg

Die Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. hat von 2014 - 2016 ein gemeinsames Rahmenkonzept erarbeitet und in Vorstand und Delegiertenversammlung beschlossen. Es wurde im Juli 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Globalziele des 300-seitigen Konzepts sind der Ausbau des bestehenden Netzwerkes der Hospiz- und Palliativversorgung, die Stärkung der Hospizarbeit, die Verankerung von Hospiz- und Palliativkultur in Pflegeheimen, Ausbau und Weiterentwicklung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung, das Überwinden stationär-ambulanter Grenzen, der Ausbau der Palliativversorgung im Krankenhaus, die Stärkung der Rahmenbedingungen der Hospizarbeit und Palliativversorgung.

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Prof. Dr. Verena Begemann neu im Wissenschaftlichen Beirat des DHPV

Prof. Dr. Verena Begemann, Dipl. Sozialpädagogin/-arbeiterin, ist Professorin für Ethik und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Hannover, Fakultät für Diakonie, Gesundheit und Soziales, zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster im Bereich „Studium im Alter“ mit Schwerpunkt Bürgerschaftliches Engagement in Wissenschaft und Praxis. Sie hat außerdem als Hospizkoordinatorin in ambulanten und stationären Kontexten gearbeitet. 2006 hat sie zum Thema „Hospiz – Lehr- und Lernort des Lebens“ promoviert.

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Neues von der Hospiz- und PalliativStiftung

Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung lobt ihren Stiftungspreis 2016 für Projekte aus, die bereits in der Hospiz- und Palliativarbeit für Menschen im Straf- und Maßregelvollzug engagiert sind und die zu einer Verbesserung der hospizlich-palliativen Begleitung und Versorgung von Menschen im Straf- und Maßregelvollzug beitragen. Weiterhin kommen Projekte in Frage, in deren Rahmen Sorge getragen wird, dass bei einer möglichen Entlassung eines sterbenden Menschen aus dem Vollzug eine weitere Versorgung gesichert ist. Anträge können bis zum 31.10.2016 eingereicht werden. (c) sinuswelle - Fotolia.com

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3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Material zum Welthospiztag – Nachbestellungen bis 19. September möglich

Vielen Dank an alle, die ein Materialpaket bestellt haben. Die Pakete sind unterwegs. Nachzügler haben noch bis zum 19. September die Gelegenheit, zu bestellen. Bestellungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt, solange der Vorrat reicht. Bitte schicken Sie uns Ihre Bestellung bis 19. September per Mail an g.cannizzaro@dhpv.de. Hier erhalten Sie außerdem den Link auf das Online-Material.

Materialübersicht.

Bitte geben Sie uns auch zu den von Ihnen geplanten Veranstaltungen zum Welthospiztag Bescheid, damit wir sie in unsere WHT-Karte eintragen können (Mail an g.cannizzaro@dhpv.de).

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

hospiz zeitschrift 2/2016 zum Schwerpunkt "Sorge tragen für das Alter"

Hospizkultur bedarf eines ethischen Diskurses, der auch Sorge trägt für das Alter. Die aktuelle Hospizzeitschrift belebt die Diskussion in vielerlei Hinsicht. Die Bedürfnisse der Menschen im Alter werden ebenso thematisiert wie die Entwicklung organisatorischer Strukturen. Im Praxisteil spiegeln sich Realität, Visionen und Supervision. Den Schlusspunkt setzt die Ehrenpreisträgerin des DHPV, Frau Afonin, mit ihren Theaterprojekten. Die hospiz zeitschrift 3/2016 zum Zusammenspiel von Forschung und Praxis in der Hospizarbeit und Palliativversorgung erscheint im September.

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Bundes-Hospiz-Anzeiger

Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (4/2016) zum Thema „Männer und Hospiz“ ist erschienen. In Niedersachsen sind laut einer Studie von Verena Begemann „nur 11 Prozent der Ehrenamtlichen Männer.“ Auch in der Trauerbegleitung oder bei den Trauergruppen sind Männer (als trauernde Angehörige) seltener vertreten. Dabei wünschen sich schwer erkrankte Männer oft eine männliche Begleitung, zum Beispiel weil die kurze und knappe Art von Männern oder die Möglichkeit, gemeinsame Interessen zu teilen, hilfreich ist.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

Bürgerfest des Bundespräsidenten
9. und 10. September in Berlin
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4. Tutzinger Hospizgespräch
"Stirbt die Hospizidee an der Hospizbewegung?"
9. / 10. November 2016 in Tutzing
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11. Fachtagung Palliative Geriatrie
30. September in Berlin
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2. Hospiz- und Palliativkongress Baden-Württemberg
11. Oktober in Stuttgart
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Letzte Hilfe – Umsorgen und begleiten am Lebensende
21. Oktober 2016 in München
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Saarländischer Hospiztag 2016
29. Oktober in Homburg/Saar
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5. Rechtliches

BGH: Patientenverfügung muss konkret sein

Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 06.07.2016 (Az.: XII ZB 61/16) die inhaltlichen Anforderungen an eine Patientenverfügung noch einmal präzisiert. Die Anforderungen an die Bestimmtheit einer Patientenverfügung dürfen zwar nicht überspannt werden. Eine Äußerung, „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ zu wünschen, reiche für eine bindende Patientenverfügung jedoch nicht aus. Die insoweit erforderliche Konkretisierung kann aber ggf. durch die Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen oder die Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen erfolgen.

Der im zugrunde liegenden Fall Betroffenen wurde im Jahr 2011 nach einem Hirnschlag eine PEG-Sonde gelegt. Die Fähigkeit zu kommunizieren verlor sie im Frühjahr 2013.

Die Betroffene hatte in ihrer Patientenverfügung festgelegt, dass „lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben sollen, wenn medizinisch eindeutig festgestellt ist, dass aufgrund von Krankheit oder Unfall ein schwerer Dauerschaden des Gehirns zurückbleibt“. Einer ihrer drei Töchter hatte die Betroffene eine entsprechende Vollmacht erteilt. Diese Tochter hatte – in Übereinstimmung mit der Hausärztin – einen Abbruch der Maßnahmen nicht verfügt, da beide der Auffassung waren, dies entspräche nicht dem Willen der Betroffenen. Die beiden anderen Töchter teilten diese Auffassung nicht.

Der BGH wies die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht Mosbach/Baden-Württemberg zurück. Der wirkliche Wille der Betroffenen stehe nicht fest. Ggf. müssten Zeugen zur Erforschung des wirklichen Willens der Betroffenen gehört werden. Auch sei zu berücksichtigen, dass die Betroffene der künstlichen Ernährung nicht widersprochen hatte, als sie noch kommunikationsfähig war.

Der DHPV hat in einem Papier Informationen zur Entscheidung des BGH zusammengetragen (Link).

 
     
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