Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 92
31. Mai 2016

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

in Deutschland gilt seit Dezember letzten Jahres das Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung. Die Entscheidung war für die Hospiz- und Palliativarbeit ein Erfolg und für den gesellschaftlichen Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen richtungsweisend. Allerdings dürfen wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen, denn die Diskussionen zu diesem Thema dauern an. So soll in den Niederlanden eine neue Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht werden, die es Senioren ermöglichen soll, ihr Leben mittels einer Selbsttötungspille zu beenden, auch wenn keine medizinische Indikation vorliegt. Und aus Südkorea ist zu hören, dass sich täglich fünfzig Menschen das Leben nehmen, auch hier vor allem alte Menschen, die allein und arm sind und die niemandem zur Last fallen wollen. Auch in Deutschland steigt die Zahl älterer Menschen, die sich das Leben nehmen, weiter.

Die Einrichtungen und Dienste der Hospiz- und Palliativarbeit müssen hier weiter deutlich Stellung beziehen, präsent sein, die Möglichkeiten von Hospiz- und Palliativarbeit bekannter machen. Dazu werden wir auch in diesem Jahr den Welthospiztag nutzen, der wie immer am zweiten Samstag im Oktober stattfindet. Der DHPV stellt wie in den letzten Jahren Material zur Verfügung, das Sie vor Ort bei der Gestaltung des Welthospiztages nutzen können. Das Motto in diesem Jahr lautet in Anlehnung an das HPG und die damit verknüpften Erwartungen: Hospiz- und Palliativversorgung. Stärken. Ausbauen. Vernetzen. Denn nur mit einem gut ausgebauten Angebot können wir glaubhaft machen, dass wir am Lebensende für alle Menschen da sind, die uns brauchen, unabhängig von Krankheit, Wohnort und Geldbeutel.

PS: Mit dieser Ausgabe führen wir eine neue Rubrik ein, in der wir auf rechtliche Diskussionen und Entscheidungen hinweisen, die auch für die Hospiz- und Palliativarbeit relevant sind.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Verhandlungen über die Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 1 SGB V
Ambulante Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V / Beihilfe
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Hospiz- und Palliativzentrum Heinrich Pera in Halle nimmt Arbeit auf
Kinderpalliativzentrum an der UK München wird eröffnet
Palliative Care für Social und Health Professionals - Universität Bremen startet berufsbegleitenden Masterstudiengang
Neues von der DHPStiftung


3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den sozialen Medien
Material zum Welthospiztag
3. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Rechtliches

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Verhandlungen über die Rahmenvereinbarung gem. § 39a Abs. 1 SGB V

Am 25.05.2016 fand ein weiteres Gespräch mit dem GKV-Spitzenverband statt. Zentraler Punkt dieses Gespräches war erneut die Personal- und Raumausstattung stationärer Hospize. Ziel der Verhandlungen wird es sein, auf der Bundesebene u. a. Anhaltszahlen zum Raum- und Personalbedarf in der Rahmenvereinbarung festzulegen. Für die weiteren Verhandlungsgespräche ist eine valide Datengrundlage von zentraler Bedeutung. Dazu hatte der DHPV über die Geschäftsstellen der Landesverbände (LV) / Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) eine Umfrage gestartet, wodurch bei den stationären Hospizen für Erwachsene Daten zum Raum und Personalbedarf erhoben werden. Der DHPV bittet die stationären Hospize auf diesem Weg noch einmal um ihre Mitwirkung bei der Erhebung und um Rücksendung der ausgefüllten Tabellen an den DHPV. Die Daten werden vertraulich behandelt. Das weitere Vorgehen und die weitere Vorbereitung der nächsten Verhandlungsgespräche erfolgt innerhalb des DHPV im Rahmen der nächsten Sitzung des geschäftsführenden Vorstands des DHPV mit den Mitgliedsorganisationen.

Ambulante Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V / Beihilfe

Der DHPV hat ein Verzeichnis herausgegeben, in dem die Beihilfestellen ersichtlich sind, die bisher dem Vertrag zwischen den Hospizorganisationen und der Bundesrepublik Deutschland - vertreten durch das Bundesministerium des Innern - beigetreten sind. Das Verzeichnis wurde aktualisiert (Stand 19.05.2016):

Verzeichnis Beihilfestellen.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Am 30. und 31. Mai fand der 16. Runde Tisch der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und Sterbender Menschen in Deutschland" statt. In den Räumlichkeiten der Bundesärztekammer, gemeinsam mit DHPV und DGP Trägerin der Charta, arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter von 60 Organisationen weiter am gemeinsamen Konsens zur nationalen Strategie für die Verbesserung der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen. So wurden in den fruchtbaren und konstruktiven Diskussionen insgesamt 12 Arbeitspapiere, unter anderem zur Hospiz- und Palliativversorgung für Menschen mit geistiger Behinderung und zum Thema zu Hospiz und Schule, diskutiert. Im nächsten Schritt sollen die Papiere aus den einzelnen Arbeitsgruppen nun konsentiert werden.

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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Hospiz- und Palliativzentrum Heinrich Pera in Halle nimmt Arbeit auf

Unheilbar erkrankte Menschen, deren Lebensende absehbar ist, benötigen eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene medizinische und pflegerische Versorgung. Informationen und qualifizierte Beratung zur sogenannten Palliativmedizin und Palliativpflege sind für Patienten und deren Angehörige wichtige Entscheidungshilfen. Für die in der schwierigen persönlichen oder familiären Situation erforderliche, fachkompetente Beratung und Hilfe steht nun mit dem Hospiz- und Palliativzentrum Heinrich Pera in Halle ein gebündeltes Angebot von drei spezialisierten Einrichtungen zur Verfügung.

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Kinderpalliativzentrum an der UK München wird eröffnet

Nach zwei Jahren Bauzeit wird am 24. Juni 2016 das Kinderpalliativzentrum München feierlich eröffnet. Der Betrieb läuft bereits seit März. Das Kinderpalliativzentrum wird für bis zu acht unheilbar kranke Kinder und ihre Familien ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit bei gleichzeitig optimaler Palliativtherapie sein. Im Anschluss an die Eröffnung wird das Symposium „Kinderpalliativmedizin: Empathie und Evidenz“ stattfinden.

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Palliative Care für Social und Health Professionals Universität Bremen startet berufsbegleitenden Masterstudiengang

Ab Wintersemester 2016/2017 beginnt zum zweiten Mal der berufsbegleitende Masterstudiengang „Palliative Care“, den das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit der Akademie für Weiterbildung anbietet. Der berufsbegleitende Studiengang Palliative Care umfasst sechs Semester und 120 Credit Points. Er ist kostenpflichtig. Bewerbungsschluss ist am 12. September 2016.
 
Weitere Informationen.

Neues von der Hospiz- und PalliativStiftung

Die Stiftung sucht eine/n Mitarbeiter/in im Bereich Fundraising. Die Stellenausschreibung ist in Vorbereitung und erscheint demnächst auf der Homepage des DHPV.

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3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

12.05.2016 - Palliative und hospizliche Begleitung in Pflegeeinrichtungen sicherstellen und Pflegende unterstützen

Zum Tag der Pflege am 12. Mai 2016 fordert der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband eine bessere palliative und hospizliche Begleitung in Pflegeeinrichtungen und eine entsprechende Unterstützung der Pflegenden. Durch die stetige Zunahme der Lebenserwartung werden viele Menschen erst im hohen Alter, mit fortgeschrittener Multimorbidität und/oder Demenz in die stationären Pflegeeinrichtungen aufgenommen.

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Der DHPV in den sozialen Medien

Der DHPV hat seine Präsenz in den sozialen Medien weiter ausgebaut. Er informiert jetzt über die Plattformen Facebook, Twitter, Xing und Google+ über seine Projekte und über Neuigkeiten aus der Hospiz- und Palliativarbeit.

Material zum Welthospiztag 2016

Der Welthospiztag am 8. Oktober 2016 rückt näher. Wir haben uns vor dem Hintergrund der Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes im Dezember letzten Jahres für das Motto: „Hospiz- und Palliativversorgung. Stärken. Ausbauen. Vernetzen.“ entschieden, geht es doch jetzt darum, die Neuerungen aus dem HPG in die Tat umzusetzen. Auch in diesem Jahr möchten wir Ihnen und Ihrer Einrichtung Material zur Verfügung stellen, das Sie bei der Gestaltung des Welthospiztages unterstützt (Anzeigen, Plakate, Ballons, Postkarten, Lesezeichen).

Materialübersicht.

Die Gestaltungskosten, die Abwicklung und die Organisation des Versands übernimmt zunächst der DHPV. Die Produktionskosten liegen pro Paket bei 65 Euro einschl. Versand. Bitte geben Sie uns bis zum 15. Juli 2016 unter a.hoerschelmann@dhpv.de Bescheid, wie viele Pakete Sie zum Preis von 65 Euro abnehmen würden. Wir werden Ihnen das/die Materialpaket/e Anfang September (35. KW) zusenden. Bei weniger als 50 Bestellungen können wir das Angebot leider nicht realisieren.

3. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Für Kurzentschlossene: Es sind nur noch wenige Plätze für die 3. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unter dem Motto „Total sozial – Social Media in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit?!“ am 20. Juni 2016 in Berlin frei. Bitte beachten Sie: WS 1 ist ausgebucht, ebenso die Vorabendveranstaltung. Für die anderen, ebenfalls hochinteressanten Workshops können Sie sich noch bis zum 6. Juni anmelden.

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Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (2/2016) behandelt das Schwerpunktthema „Hospiz und Sexualität". Lesen Sie Beiträge von Prof. Traugott Roser (Sexualität in Zeiten der Trauer), Prof.in Marina Kojer (Sexualität und Demenz), Martina Kern (Sexualität in der Palliativpflege) und Sr. M. Hannelore Huesmann vom Hospizdienst Tauwerk über das Thema AIDS und Hospiz. Ausgabe 3/2016, die Mitte Juni erscheint, widmet sich dem Schwerpunkt Hospiz und Migration.

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Hospiz zeitschrift 2/2016 zum Schwerpunkt "Sorge tragen für das Alter" ist erschienen. Die vorliegende Hospizzeitschrift thematisiert die Bedürfnisse der Menschen im Alter ebenso, wie die Entwicklung organisatorischer Strukturen. Im Praxisteil spiegeln sich Realität, Visionen und Supervision.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

Fachtagung Bildungs-Gut Hospiz
7. Juni in Berlin
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25 Jahre Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard/Hamburg
10. Juni in Hamburg
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20 Jahre Hospiz- und PalliativVerband Baden-Württemberg
13. Juni in Stuttgart
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Festakt zur Präsentation des Rahmenkonzepts für Hospizarbeit und Palliativversorgung in der Region Augsburg
11. Juli in Augsburg
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Was braucht eine gute Hospiz- und Palliativversorgung?
19. August in Damme
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20 Jahre Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) e.V.
3. September in Erfurt
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Bürgerfest des Bundespräsidenten
9. und 10. September in Berlin
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11. Fachtagung Palliative Geriatrie
30. September in Berlin
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2. Hospiz- und Palliativkongress Baden-Württemberg
11. Oktober in Stuttgart
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Saarländischer Hospiztag 2016
29. Oktober in Homburg/Saar
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5. Rechtliches

Vor Anordnung einer Betreuung hat eine persönliche Anhörung zu erfolgen

Das Bundesverfassungsgericht hat in einem aktuellen Beschluss klargestellt, dass der Gesetzgeber die persönliche Anhörung vor einer Entscheidung über die Betreuung bzw. deren Verlängerung – von wenigen Ausnahmen abgesehen – als zwingend und nicht verzichtbar ausgestaltet hat. Die Anordnung einer Betreuung ohne vorherige Anhörung verletzt somit nicht nur den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG), sondern zugleich das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Betroffenen (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG). Das Bundesverfassungsgericht stärkt mit dieser Entscheidung die Rechte älterer und geistig hilfsbedürftiger Menschen: die Gerichte dürfen die betroffenen Menschen vor der Einrichtung einer Betreuung somit nicht einfach übergehen und „nach Aktenlage“ entscheiden.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 23.03.2016 (Az.: 1 BvR 184/13) finden Sie hier (Link), die Pressemitteilung des BVerfG Nr. 23/2016 vom 04.05.2016 hier (Link).

 
     
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