Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 87
30. November 2015

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

Anfang November ist der Gesetzentwurf zum HPG im Bundestag verabschiedet worden, der Bundesrat hat das Gesetz inzwischen gebilligt. Auch das Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese ist verabschiedet worden.

Damit sind zwei äußert wichtige Entscheidungen zur Sterbebegleitung gefallen, denn die verabschiedeten Gesetze vereinen die klare Absage an organisierte, gewerbliche Beihilfe zum Suizid und die Stärkung der zugewandten hospizlichen und palliativen Versorgung und Begleitung. Im Ergebnis werden uns beide Gesetze dabei helfen, dass jeder Mensch unabhängig von seiner zugrunde liegenden Erkrankung, der persönlichen Lebenssituation oder vom Versorgungsort eine qualitativ hochwertige palliative und hospizliche Behandlung und Begleitung erhält!

Beide Gesetzgebungsverfahren sind vom DHPV durch intensiven Kontakt zu den entsprechenden Ministerien und Gremien maßgeblich mitgestaltet worden. Beim Hospiz- und Palliativgesetz geht es jetzt darum, die vorgesehenen Verbesserungen über entsprechende weitergehende Regelungen zügig in die Praxis zu überführen.

Bereits jetzt ist die gesellschaftliche Aufmerksamkeit, welche die Hospizarbeit durch das Gesetzgebungsverfahren zum HPG und mehr noch durch die Debatte zum Verbot der gewerblichen und organisierten Formen der Beihilfe zum Suizid erfahren hat, als großer Gewinn zu betrachten. Aber gerade im Hinblick auf Information und Aufklärung muss nachgelegt werden, damit noch mehr Menschen über die Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativarbeit Bescheid wissen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und ein schöne Vorweihnachtszeit.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Bundesrat billigt Hospiz- und Palliativgesetz (HPG)
Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung verabschiedet
§ 39a SGB V / Bezugsgröße gem. § 18 Abs.1 SGB IV
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Tagung „Hospiz und Sorgekultur – Für eine solidarische Gesellschaft“
„Vereinsamtes Sterben – ‚verwilderter‘ Tod?“
Gesucht! Interviewpartner für das Projekt „Männeransichten im Lebensende"
Bundesverdienstkreuz am Bande für Johanna Weymar

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den Medien
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Internes

Mitgliederversammlung 2015 und neuer Gesamtvorstand

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Bundesrat billigt Hospiz- und Palliativgesetz (HPG)

Der Bundesrat hat das am 5. November 2015 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) in seiner Sitzung am 27.11.2015 gebilligt. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) hatte im Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens in Gesprächen mit der Politik Vorschläge für Neuregelungen unterbreitet und im Rahmen der Stellungnahmeverfahren die aus Sicht des DHPV notwendigen Änderungen benannt. Der DHPV begrüßt die durch das HPG beschlossenen Änderungen sehr, denn dadurch erfährt die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland eine ganz wesentliche Verbesserung.

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Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung verabschiedet

Am 6. November 2015 hat der Bundestag das Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese verabschiedet. Mit dem Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung wurde eine zentrale Forderung des DHPV aufgegriffen. Es stellt sicher, dass nicht nur der auf Gewinn abzielenden, sondern auch der regelmäßig wiederkehrenden, in organisierter Form durchgeführten Förderung der Selbsttötung die Basis entzogen wird.

§ 39a SGB V / Bezugsgröße gem. § 18 Abs.1 SGB IV

Ebenfalls im November hat der Bundesrat die bis dahin vorläufigen Rechengrößen in der Sozialversicherung für das Jahr 2016 nun bestätigt. Die entsprechende Verordnung tritt am 1.01.2016 in Kraft. Danach beträgt die monatliche Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV ab 1.01.2016: 2905,00 €.

Durch das HPG wurde u. a. eine Änderung in Bezug auf die Finanzierung der ambulanten Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V beschlossen. Der Prozentsatz der Bezugsgröße wurde von bisher 11 % auf 13 % angehoben, so dass der Betrag pro Leistungseinheit vor dem Hintergrund der hier genannten Änderungen im kommenden Jahr 377,65 € beträgt.

Auch für die stationären Hospize wurde der Prozentsatz der Bezugsgröße angehoben: auf 9 %. Dies entspricht einem Betrag in Höhe von 261,45 €.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Auswirkungen des HPG auf den weiteren Prozess der Nationalen Strategie
Am 16. November 2015 ist der 15. Runde Tisch der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in den Räumlichkeiten der BÄK zusammen gekommen. Die Vertreter der drei Trägerorganisationen, Dr. Mischo für die BÄK, Prof. Hardinghaus für den DHPV und Herr Melching für die DGP, führten gleichermaßen aus, dass nach der Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes und dem Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid auch allen Beteiligten im Gesundheitswesen eine noch größere gesellschaftliche Verantwortung zuwächst. Zugleich seien auch Auswirkungen auf den weiteren Prozess der Nationalen Strategie bei der Ausgestaltung der Arbeitspapiere offensichtlich. Einige Arbeitspapiere und deren Ausrichtung werden nun auf die neue Gesetzeslage überprüft und ggf. angepasst.

Essen - Eine Stadt entscheidet sich für Palliativversorgung und Hospizkultur
Am 14.11.2015 veranstaltete das Netzwerk Palliativmedizin gemeinsam mit der Stadt Essen das Symposium "Eine Stadt entscheidet sich für Palliativversorgung und Hospizkultur". Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichnete Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen die Charta.

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Tagung „Hospiz-und Palliativversorgung – Alles für Alle in jedem Alter?“
Am 2. Dezember 2015 fand die Tagung „Hospiz-und Palliativversorgung – Alles für Alle in jedem Alter?“ in den Räumen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Glinkastrasse 24, 10117 Berlin) statt.

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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Tagung „Hospiz und Sorgekultur – Für eine solidarische Gesellschaft“

Am 18. November 2015 fand in Mainz die Tagung „Hospiz und Sorgekultur – Für eine solidarische Gesellschaft“ statt. Die Kooperationsveranstaltung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und des Hospiz- und PalliativVerbands Rheinland-Pfalz wollte vor dem Hintergrund der Entscheidungen zum Hospiz- und Palliativgesetz und der gesetzlichen Neuregelung der organisierten und gewerblichen Formen der Beihilfe zum Suizid Impulse für eine zukunftsorientierte Hospizarbeit setzen.

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„Vereinsamtes Sterben – ‚verwilderter‘ Tod?“

Am 12. November haben das Berliner Institut für christliche Ethik und Politik in Kooperation mit der Katholischen Akademie in Berlin, dem Deutschen Caritasverband und dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband, zu einer Fachkonsultation und Podiumsdiskussion zur politischen Brisanz eines tiefgreifenden kulturellen Wandels eingeladen.

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Interviewpartner für das Projekt „Männeransichten im Lebensende“ gesucht

Männer nutzen seltener als Frauen Beratungs- und Begleitangebote. Mit nur 10 % ist diese Geschlechterverteilung in Trauergruppen oft noch ausgeprägter. Auch für haupt- und ehrenamtliche Hospizler gelten diese Verhältnisse. All das führt dazu, dass in der Hospizarbeit zu wenig über die Wünsche und Gedanken von Männern bekannt ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fürsorge für hochbetagte und lebensbegrenzt erkrankte Männer z.B. in Hospizen frauendominiert und damit einseitig weiblich geprägt ist. Doch die Hospizbewegung möchte auch Männern gerecht werden. Das Hamburger Hospiz hat ein Projekt gestartet, um zu erfahren, was Männer in ihrem letzten Lebensabschnitt bewegt und was ihnen wirklich wichtig ist. Die Ergebnisse sollen über ein Buch, eine Ausstellung und Vorträge weitergetragen werden.

Mit dem Flyer sucht das Hamburger Hospiz Betroffene, die Interesse haben über ihr Leben zu berichten und sich über ein schriftliches und fotografisches Portrait freuen würden.

Bundesverdienstkreuz am Bande für Johanna Weymar

Am 17. November 2015 ist Johanna Weymar mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow überreichte die Ehrung im Namen des Bundespräsidenten Joachim Gauck für Johanna Weymars dreißigjähriges Engagement für ein soziales Gemeinleben und für ihren Einsatz in Pflege, Palliativ- und Hospizbegleitung. So hat sie ehrenamtlich den Ambulanten Hospizdienst in Bad Salzungen und der Rhön aufgebaut und sich u.a. um Angebote für trauernde Kinder und Jugendliche eingesetzt. Wir gratulieren!

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

6.11.2015 - Die richtige Entscheidung für eine solidarische Gesellschaft
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) begrüßt das heute im Bundestag verabschiedete Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese ausdrücklich.

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5.11.2015 - Hospiz- und Palliativgesetz zügig umsetzen!
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) begrüßt das heute im Deutschen Bundestag verabschiedete Hospiz- und Palliativgesetz als großen Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss es um die zeitnahe Umsetzung gehen. „Vor allem von der Stärkung der ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung werden mehr schwerstkranke und sterbende Menschen am Lebensende profitieren“, so Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

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Der DHPV in den Medien

12.11.2015 jungle world
Fünf Zeilen für ein Halleluja. Der Bundestag hat die Gesetze zur Sterbehilfe sowie zur Palliativ- und Hospizversorgung neu geregelt. Großer Verbesserungsbedarf besteht weiterhin. (Link)

11.11.2015 Focus online
Lebensende im eigenen Bett
Helmut Schmidt starb so, wie es sich 70 Prozent der Deutschen wünschen: bis zum Lebensende in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Wenn Ärzte, Familie und Pfleger zusammenspielen, ist ein Tod in vertrauter Umgebung möglich. Das Recht darauf ist gesetzlich verbrieft. (Link)

07.11.2015 nachtmagazin - Das Erste
Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV, im Nachtmagazin am Abend nach der Entscheidung im Bundestag für ein Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung. Mitmenschliche Begleitung, Hilfe und Solidarität für schwerstkranke und sterbende Menschen statt assistiertem Suizid als gesetzlich legitimierte Behandlungsvariante.

06.11.2015 ÄrzteZeitung
So denken BÄK und Co. über die Entscheidung
BERLIN. Stimmen zum Verbot der organisierten Suizidbeihilfe (Link)

06.11.2015 Gesundheitsstadt Berlin
Sterben soll durch professionelle Sterbebegleitung menschlicher werden. Am Donnerstag hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung beschlossen. (Link)

05.11.2015 Bayerischer Rundfunk
Gesetz zur Palliativ- und Hospizversorgung. Wie können Sterbende besser begleitet werden?

05.11.2015 Bayerisches Fernsehen / Rundschau
Bessere Versorgung für Sterbende. Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV, zur Hospiz- und Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen.

05.11.2015 Tagesschau
Mehr Geborgenheit am Ende des Lebens
Ängste nehmen, Schmerzen lindern, mit Menschlichkeit begleiten. Die Palliativmedizin und Hospizversorgung hilft Sterbenden. Doch die Angebote reichen bei weitem noch nicht. Der Bundestag will das heute mit einem Gesetz ändern. (Link)

05.11.2015 rbb Inforadio
Bessere Versorgung für Sterbenskranke beschlossen
Die ambulante wie stationäre Versorgung sterbender Menschen wird künftig verbessert und flächendeckend ausgebaut. Der Bundestag beschloss dazu am Donnerstag das Palliativ- und Hospiz-Gesetz. Im Parlament bestand große Einigkeit, die Betreuung und Begleitung todkranker Menschen zu verbessern. Prof. Hardinghaus zu den Möglichkeiten einer guten hospizlichen und palliativen Begleitung. (Link)

03.11.2015 FOCUS / WZ /FNP / DNN / RN / Frauenzimmer
Palliativversorgung: Wie sich Angehörige informieren können
Ist ein Angehöriger unheilbar krank, ist das ein Schock für die ganze Familie. Es stellt sich die Frage, wie der Betroffene bis zu seinem Lebensende versorgt werden kann. Eine Möglichkeit ist die Hospiz- und Palliativversorgung - ambulant oder stationär, so Angela Hörschelmann vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV). (Focus / WZ / FNP / DNN / RN / Frauenzimmer)

03.11.2015 Deutschlandfunk
"Ein großer Schritt in die richtige Richtung"
Der Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands, Winfried Hardinghaus, begrüßt das neue Palliativgesetz, über das der Bundestag am Donnerstag abstimmen wird. Allerdings gebe es auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Winfried Hardinghaus im Gespräch mit Thielko Grieß.

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Die hospiz zeitschrift 65 widmet sich dem Leitsatz 5 der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ und somit der internationalen Vernetzung und Zusammenarbeit. In Kürze erscheint Heft 66 der hospiz zeitschrift. Es ist das letzte Themenheft zur Charta mit dem Schwerpunkt: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzender Erkrankung und ihre besondere Berücksichtigung in der Charta.

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Der aktuelle Bundes-Hospiz-Anzeiger (5/2015) hat das Schwerpunktthema „Hospiz für Menschen mit Behinderung“. Mitte Dezember erscheint Heft 6/2015 mit einem Einblick in die Hospizarbeit in anderen Ländern.

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

9. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit
03. und 04. Dezember 2015 in Berlin

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25 Jahre Regionalgruppe OMEGA Dinslaken / 30 Jahre OMEGA Bund
05. Dezember 2015, Dinslaken

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Internes

Mitgliederversammlung 2015 und neuer Gesamtvorstand

Am 19. November 2015 fand in Mainz die Mitgliederversammlung des DHPV statt. Der Vorstand legte seinen Bericht für die letzten zwölf Monate vor. Der Haushalt für das nächste Jahr wurde beschlossen. Außerdem stellten sich vier Kandidaten zur (Nach)Wahl in den Vorstand.

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Gesamtvorstand des DHPV.

 
     
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