Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 84
31. August 2015

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

neben dem Hospiz- und Palliativgesetz und der gesetzlichen Neuregelung der "Sterbehilfe" hat der Bundestag jetzt auch das zweite Pflegestärkungsgesetz auf den Weg gebracht. Der neue, differenziertere Pflegebegriff wird sicher eine besser auf den einzelnen Menschen und seine Bedürfnisse angepasste Versorgung mit sich bringen. Dass dies – vor allem auch bei den höheren Pflegestufen – die Begleitung von sterbenden Menschen einschließt, findet im Kabinettsentwurf leider keine Erwähnung bzw. spart der Entwurf den Zusammenhang mit einer guten Versorgung von Menschen am Lebensende aus.

Was Hospiz- und Palliativarbeit hier leisten kann, darüber wollen wir alle gemeinsam am diesjährigen Welthospiztag informieren. Zahlreiche Einrichtungen und Dienste haben unsere Materialpakete bestellt und gehen mit Tagen der offenen Tür, Konzerten, Infoständen u.a. an die Öffentlichkeit.

Wir als Dachverband freuen uns sehr, dass dieser Newsletter, mit dem wir monatlich über Neuigkeiten aus der Hospiz- und Palliativszene berichten, mittlerweile über 1000 direkte Abonnenten erreicht zusätzlich zu den Adressaten, die über die Landesverbände und Landesarbeitsgemeinschaften informiert werden. Zusammen mit den weit über 1500 Menschen, die uns in den sozialen Netzwerken folgen, sprechen diese Zahlen für das – immer weiter steigende – Interesse an der Hospizarbeit im Allgemeinen und der Arbeit des DHPV im Besonderen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre unsers Newsletters! Und bitte denken Sie daran, uns Ihre Veranstaltung zum Welthospiztag mitzuteilen, damit wir sie auf die gemeinsame Veranstaltungsübersicht aufnehmen und so zeigen können, wie bunt und vielfältig Hospiz- und Palliativarbeit in Deutschland ist.

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Zweites Pflegestärkungsgesetz
§ 39a SGB V
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Kunstwettbewerb Yolo 2015
18. Berliner Hospizwoche
Westerwälder Hospizpreis 2015
Nachrichten von der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den Medien
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV
Welthospiztag 2015

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Internes

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Zweites Pflegestärkungsgesetz

Das Bundeskabinett hat am 12. August den Entwurf des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) beschlossen. Mit diesem Gesetz soll der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff sowie ein neues Begutachtungsverfahren umgesetzt werden. Außerdem sollen die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung ab dem 1. Januar 2017 umgestellt werden.
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§ 39a Abs. 2 SGB V

Die Verordnung zum Einbezug der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes in die Finanzierung der ambulanten Hospizarbeit gem. § 39a Abs. 2 SGB V ist in Kraft getreten und die ersten Beträge sind von den ambulanten Hospizdiensten bei den entsprechenden Beihilfestellen zwischenzeitlich angefordert worden.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass bisher ausschließlich der Einbezug der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes geregelt ist. Der Einbezug der Beihilfestellen in Trägerschaft der Länder, der Kirchen usw. ist bisher nicht geregelt. Die Anforderung von Beträgen bei den bisher nicht einbezogenen Beihilfestellen hat z T. zu größeren Irritationen auch bei Angehörigen geführt. Der DHPV möchte daher noch einmal auf die in seiner Handreichung detailliert beschriebenen Regelungen hinweisen.    

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Das Interesse von Einzelpersonen und Institutionen am laufenden Prozess zur Umsetzung der Charta im Rahmen einer Nationalen Strategie ist ungebremst. 1.126 Organisationen und Institutionen sowie 13.564 Einzelpersonen – darunter auch zahlreiche Politiker aller Ebenen – haben sich bisher mit ihrer Unterschrift für die Charta und ihre weitere Umsetzung eingesetzt. So haben in jüngster Vergangenheit die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kaiserswerther Diakonie sowie der Humanistische Verband Bayern die Charta unterzeichnet. In Sachsen fordern Bündnis 90 / Die Grünen im Sächsischen Landtag die schon länger geplante Unterzeichnung der Charta endlich in die Tat umzusetzen.
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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Kunstwettbewerb Yolo 2015

Das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf schreibt die zweite Edition des Kunstwettbewerbs „YOLO* – you only live once“ für junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren aus. YOLO* möchte einen kontinuierlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs über Tod und Sterben leisten und besonders jungen Menschen einen Anstoß zur Entwicklung einer persönlichen, reflektierten Haltung zu den Themen geben.
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18. Berliner Hospizwoche

Vom 23. 9. Bis 29.9.2015 findet die 18. Berliner Hospizwoche statt. Die Berliner Hospizwoche ist die traditionelle Veranstaltung des Hospiz- und PalliativVerbandes Berlin, welche die Vielfalt der hospizlichen und palliativen Arbeit in Berlin zeigt. Zudem öffnen viele Hospizeinrichtungen ihre Türen für Interessierte und Neugierige.
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Westerwälder Hospizpreis 2015

Am 12. September 2015 verleiht die Eduard-Bay-Stiftung erstmal den Westerwälder Hospizpreis an fünf Einzelpersonen und zwei Einrichtungen.
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Neues von der Hospiz- und PalliativStiftung

Ausschreibung DHPStiftungspreis 2015 für Projekte zur Hospizarbeit für Menschen mit Behinderung
Schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten, vorzugsweise zuhause, ist Aufgabe der Hospiz- und Palliativdienste. Dieses Angebot muss auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sein, zumal vor dem Hintergrund der Inklusionsdebatte. Die Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist, soll allen Menschen die uneingeschränkte Teilnahme und Inanspruchnahme gesellschaftlicher Angebote und Aktivitäten möglich machen. Das heißt, auch am Lebensende sollen Menschen mit Behinderungen ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend begleitet und unterstützt werden. Die Deutsche Hospiz- und PalliativStiftung lobt ihren diesjährigen Stiftungspreis deshalb für Projekte aus, die bereits in der  Hospizarbeit für Menschen mit Behinderung engagiert sind.
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Treffen des Stiftungsrates
Am 28. August 2015 hat sich der DHPStiftungsrat getroffen. Dem Stiftungsrat, der vor allem die laufendende Arbeit und die zukünftige Entwicklung der Stiftung besprach, gehören Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Gründerin des Interfraktionellen Gesprächskreises „Hospiz“ im Deutschen Bundestag und langjährige Schirmherrin des DHPV, Franz Müntefering, Bundesminister a.D., Prof. Dr. Andreas Heller und Prof. Dr. Reimer Gronemeyer sowie Erich Bethe vom Vorstand der Bethe-Stiftung, einer der größten Sozialstiftungen in Deutschland, an.

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

12.08.2015 - Schwerstkranke und sterbende Menschen sowie die Angehörigen stärker berücksichtigen

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) begrüßt anlässlich des verabschiedeten Kabinettsentwurfs die Neuerungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes. „Vor allem der mit fünf statt drei Pflegestufen differenziertere Pflegebegriff wird eine besser auf den einzelnen Menschen und seine Bedürfnisse angepasste Versorgung mit sich bringen“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV. „Aus hospizlich-palliativer Perspektive ist allerdings zu kritisieren, dass an keiner Stelle auf die Begleitung sterbender Menschen Bezug genommen wird.“
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Der DHPV in den Medien

12.08.2015 ÄrzteZeitung
Das Pflegestärkungsgesetz II ist auf dem Weg, das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf verabschiedet. Im nächsten Jahr soll die umfassende Reform in Kraft treten - und ab 2017 dann vieles besser werden. (Link)

12.08.2015 Süddeutsche Zeitung
Alle Bedürftigen seien gleichberechtigt, alle bekämen schnelle Hilfe: Gesundheitsminister Gröhe verteidigt seine Pflegereform gegen Kritik. (Link)

12.08.2015 Deutsches Ärzteblatt
Berlin – Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf des zweiten Pflegestärkungs­gesetzes (PSG II) beschlossen. Mit diesem Gesetz soll der neue Pflegebedürftig­keitsbegriff und damit ein neues Begutachtungsverfahren für die Feststellung einer Pflegebedürftigkeit in die Praxis umgesetzt werden. (Link)

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Der neue Bundes-Hospiz-Anzeiger (4/2015) zum Schwerpunktthema „Spiritual Care" ist erschienen. Lesen Sie Beiträge von Prof. Eckhard Frick (Wie Cicely Saunders' Impuls konkret umgesetzt werden kann), Dr. theol. Erhard Weiher (Welche Funktion kommt der Seelsorge in Spiritual Care zu?), Torsten Ernst (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!?), Irmgard Icking (Raum und Resonanz geben / Interreligiöse Spiritualität im Hospiz), ein Gespräch mit Prof. Dr. Winfried Hardinghaus (Ist Glaube heilsam?) sowie weitere interessante Artikel (z.B. Tiere als Akteure in der Sterbebegleitung).
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Die hospiz zeitschrift (2/2015, Heft 64) zum Leitsatz 4 der Charta zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ist erschienen. Nach Leitsatz 4 der Charta hat jeder schwerstkranke und sterbende Mensch ein Recht darauf, nach dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse behandelt und betreut zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden kontinuierlich neue Erkenntnisse zur Palliativversorgung aus Forschung und Praxis gewonnen, transparent gemacht und im Versorgungsalltag umgesetzt. Dabei sind die bestehenden ethischen und rechtlichen Regularien zu berücksichtigen.
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Sonderheft der hospiz zeitschrift zur Sterbehilfedebatte erschienen
Mit dieser Sonderausgabe der hospiz zeitschrift sollen – neben grundlegenden juristischen Klärungen – insbesondere ausgewählte ethische, praktische und gesellschaftliche Dimensionen der aktuellen Debatte beleuchtet werden.
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Welthospiztag 2015 – Lassen Sie Ihre Veranstaltung eintragen!

Am 10. Oktober 2015 findet der diesjährige Welthospiztag statt. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) stellt seinen Mitgliedseinrichtungen auch in diesem Jahr Material zur Ausgestaltung des Welthospiztages zur Verfügung. Wir freuen uns über die überaus zahlreichen Bestellungen. Die Materialpakete sind auf dem Weg zu Ihnen und sollten in den ersten Septembertagen bei Ihnen eingehen. Wir haben auch in diesem Jahr wieder eine Karte eingerichtet, auf der wir alle Veranstaltungen rund um den Welthospiztag antragen. Bitte melden Sie uns Ihre Veranstaltung (Titel, Ort, Zeit, andere wichtige Details) an g.cannizzaro@dhpv.de. Wir wollen mit dieser Karte zeigen, wie bunt und zahlreich die Hospizbewegung den Welthospiztag begeht. Jeder Eintrag zählt!

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

„Palliativversorgung im Aufbruch - Fragen und Antworten von Akteuren, Versorgern und Kostenträgern“
10. September 2015, VKU Forum in Berlin
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10 Jahre Runder Tisch zur Hospiz- und Palliativarbeit in Thüringen
16. September 2015 in Erfurt
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20 Jahre Hospizbewegung Ratingen e.V.
19. September 2015 in Ratingen
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10. Fachtagung Palliative Geriatrie
9. und 10. Oktober 2015 in Berlin
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„Sterben in dieser Zeit“ – Vortrag von Franz Müntefering
10. Oktober 2015, Osnabrück
Veranstaltung des Hospiz – und Palliativstützpunktes Osnabrück und des DHPV zum Welthospiztag 2015
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Berliner Pflegekonferenz
3. und 4. November 2015 in Berlin
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6. Deutsches Kinderhospizforum
13. und 14. November 2015 in Essen
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Symposium: Eine Stadt entscheidet sich für Palliativversorgung und Hospizkultur
14. November 2015 in Essen
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Tagung „Hospiz und Sorgekultur – Für eine solidarische Gesellschaft“
Veranstaltung des DHPV in Kooperation mit der LAG Hospiz Rheinland-Pfalz
18. November 2015 in Mainz
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9. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit
03. und 04. Dezember 2015 in Berlin
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Internes

Neue Mitarbeiterin in der DHPV-Geschäftsstelle

Seit Anfang Juni unterstützt Katrin Weimann als Referentin die Arbeit der DHPV-Geschäftsstelle. Zu ihrer Person: Studium Internationales Informationsmanagement (M.A.); Studium Bachelor of Nursing (B.Sc.); examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Weiterbildung in Palliative Care; Tätigkeiten im Bereich der Pharmazie und IT als Quality Assurance und Projektmanagerin; u.a. in Online-Beratung sowie Konzeption und Entwicklung digitaler Hilfen für pflegende Angehörige; ehrenamtlich in der Sterbebegleitung tätig.
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