Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Logo

Nummer 83
31. Juli 2015

  DHPV Aktuell
  Bundesweites Informationsmedium für alle in der Hospiz- und Palliativarbeit Tätigen
 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

am 2. Juli haben in erster Lesung vier Abgeordnetengruppen ihre fraktionsübergreifenden Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe bzw. Sterbebegleitung im Bundestag vorgestellt. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass der Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese die meisten Stimmen auf sich vereinen kann. Mit der Möglichkeit, auch gegen die geschäftsmäßige, d.h. regelmäßig wiederkehrende oder serielle Unterstützung der Selbsttötung vorzugehen, auch wenn sie nicht auf Gewinn abzielt, folgt dieser Gesetzentwurf einer zentralen Forderung des DHPV.

Ebenfalls im Juli hat der DHPV ein Sonderheft der hospiz zeitschrift zur aktuellen Debatte um die Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid heraus gebracht, das – neben grundlegenden juristischen Klärungen – insbesondere ausgewählte ethische, praktische und gesellschaftliche Dimensionen der aktuellen Debatte beleuchtet.

Wir alle wissen: Die Diskussion in Deutschland um Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid ist keine rein strafrechtliche und auch keine rein politische Debatte und darf nicht auf diese Aspekte beschränkt bleiben. Deshalb wollen wir den Welthospiztag, der am 10. Oktober – und somit kurz vor der Entscheidung im Bundestag Anfang November – begangen wird, nutzen, um auf die Hospizarbeit vor Ort aufmerksam zu machen. Wir freuen uns daher sehr, dass so viele Einrichtungen das vom DHPV entwickelte Material nutzen werden, um mit ihren Veranstaltungen zu zeigen, was hospizliche Begleitung und palliative Versorgung für schwerstkranke und sterbende Menschen tun kann.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre unsers Newsletters!

Für den Vorstand

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender

Inhaltsübersicht

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Erste Lesung der fraktionsübergreifenden Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe bzw. Sterbebegleitung
§ 39a Abs. 2 SGB V
Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

Vorstandsvorsitzende zu Besuch beim EKD-Ratspräsidenten
Ehrenpreis "Wissenschaft" des DHPV

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV
Der DHPV in den Medien
Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV
Welthospiztag 2015
Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

5. Zum Todestag Cicely Sauders

1. Aktuelles aus Politik und Verbänden

Erste Lesung der fraktionsübergreifenden Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe bzw. Sterbebegleitung

Am 2. Juli 2015 haben in erster Lesung vier Abgeordnetengruppen ihre fraktionsübergreifenden Gesetzentwürfe zur Neuregelung der Sterbehilfe bzw. Sterbebegleitung im Bundestag vorgestellt. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass der Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese die meisten Stimmen auf sich vereinen kann.
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§ 39a Abs. 2 SGB V

Nachdem im Juni die durch das Bundesministerium des Innern zu verabschiedende Verordnung in Kraft getreten war, die die Grundlage für den Einbezug der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes in die Förderung der ambulanten Hospizdienste ist, hatte der DHPV das Unterschriftenverfahren für alle Vertragspartner eingeleitet. Das Verfahren ist abgeschlossen. Der DHPV hat zwischenzeitlich den Mitgliedsorganisationen die Handreichung zum Thema "Einbeziehung der Privaten Krankenversicherung sowie der Beihilfestellen in Trägerschaft des Bundes in die Förderung der ambulanten Hospizdienste" mit Datum vom 13.02.2015 in aktualisierter Form zur Verfügung  gestellt. Darin wird nun auch über das Verfahren zur Anforderung der Beträge durch die ambulanten Hospizdienste bei den Beihilfefestsetzungsstellen in Trägerschaft des Bundes erläutert. Der Handreichung war auch das entsprechende Formular beigefügt.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Susanne Kränzle als AG1-Sprecherin bestätigt

Am 09.06.2015 wurde Frau Susanne Kränzle in der AG1-Sitzung von Herrn Prof. Müller-Busch und den AG-Teilnehmer als neue zweite AG1-Sprecherin bestätigt. Susanne Kränzle engagiert sich seit 1994 in der Hospizbewegung. Sie ist als Gesamtleitung für das Hospiz Esslingen und als 2. stellv. Vorsitzende des Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg e. V. (HPV BW) tätig und gehörte von 2012 bis 2014 dem Vorstand des DHPV an, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende. Susanne Kränzle ist Mit-Herausgeberin des Buches „Palliative Care Handbuch für Pflege und Begleitung“.

Christian Petzold ist nicht mehr als Co-Sprecher der AG1 tätig, sondern hat am 15.06.2015 in die Charta-Geschäftsstelle gewechselt (DHPV Aktuell 82). Die Organisationsinstanzen zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im Rahmen einer Nationalen Strategie können Sie auf der neuen Website einsehen.

Neue Charta-Website online

Die neue Website der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" ist online.

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2. Weitere Informationen aus der Hospiz- und Palliativarbeit

DHPV-Vorstandsvorsitzende zu Besuch beim EKD-Ratspräsidenten

Prof. Winfried Hardinghaus, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands und sein Stellvertreter Erich Lange waren am 14. Juli auf Einladung des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Heinrich Bedford-Strohm in dessen Büro in München. Der EKD-Ratspräsident hat sich aus erster Hand zur Position des DHPV zum Hospiz- und Palliativgesetz sowie zur aktuellen Debatte über Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid informiert.

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Ehrenpreis "Wissenschaft" des DHPV

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. verleiht auch im Jahr 2015 den DHPV-Ehrenpreis "Wissenschaft". Eingereicht werden können Masterarbeiten sowie abgeschlossene und unpublizierte Dissertationen und Habilitationen in deutscher Sprache von Einzelpersonen oder eigenständige, bislang nicht veröffentlichte, wissenschaftliche Werke, die von einer oder mehreren Personen erarbeitet worden sind. Einsendeschluss ist der 31.08.2015.

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Die Ausschreibung als PDF.

3. Neues aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Presseinformationen des DHPV

02.07.2015 - Für eine solidarische Gesellschaft – geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung verbieten

Anlässlich der ersten Lesung der Gruppenanträge zum Thema Sterbebegleitung bzw. Sterbehilfe im Deutschen Bundestag begrüßt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) den Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand und Kerstin Griese.

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Der DHPV in den Medien

27.07.2015 SPON - Patientenverfügung: Wie will ich sterben?
Will ich künstlich ernährt werden? Wie viele Schmerzen kann ich ertragen? Wer solche Entscheidungen nicht anderen überlassen will, muss eine Patientenverfügung verfassen. Doch das ist schwieriger, als man denkt. (Link)

09.07.2015 Jungle World
Der Bundestag hat sich in einer fraktionsübergreifenden Debatte mit der gesetzlichen Neuregelung der Sterbehilfe beschäftigt. Über die Folgen einer Liberalisierung wird auch aufgrund eines Falls von Sterbehilfe in Belgien debattiert. (Link)

02.07.2015 Ärzte Zeitung
Der Deutsche Bundestag hat in seiner ersten Beratung über das Maß der geplanten Sterbehilfe-Reform gestritten. Viele Abgeordnete beanspruchen, mit ihren Gesetzentwürfen die "Mitte" zu repräsentieren - und liegen weit auseinander. (Link)

Aktuelles zu den im hospiz verlag veröffentlichten Medien des DHPV

Der aktuellen Bundes-Hospiz-Anzeiger (3/2015) zum Schwerpunkt „Stationäre Hospize“ ist erschienen und bringt Beiträge zur Vergütung, zum Qualitätssiegel Niedersachsen, zum Ehrenamt im stationären Hospiz sowie zur computergestützten Dokumentation. Im August erscheint Heft 4/2015 zum Schwerpunkt „Spiritual Care“.

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Die hospiz zeitschrift (2/2015, Heft 64) zum Leitsatz 4 der Charta zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland ist erschienen. Nach Leitsatz 4 der Charta hat jeder schwerstkranke und sterbende Mensch ein Recht darauf, nach dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse behandelt und betreut zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden kontinuierlich neue Erkenntnisse zur Palliativversorgung aus Forschung und Praxis gewonnen, transparent gemacht und im Versorgungsalltag umgesetzt. Dabei sind die bestehenden ethischen und rechtlichen Regularien zu berücksichtigen.

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Sonderheft der hospiz zeitschrift zur Sterbehilfedebatte erschienen
Mit dieser Sonderausgabe der hospiz zeitschrift sollen – neben grundlegenden juristischen Klärungen – insbesondere ausgewählte ethische, praktische und gesellschaftliche Dimensionen der aktuellen Debatte beleuchtet werden.

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Welthospiztag 2015

Am 10. Oktober 2015 findet der diesjährige Welthospiztag statt. Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) stellt seinen Mitgliedseinrichtungen auch in diesem Jahr Material zur Ausgestaltung des Welthospiztages zur Verfügung. Bestellschluss ist der 24. August 2015. Bestellungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt, solange das produzierte Material reicht. Auf Grund der hohen Resonanz sind bereits jetzt nur eine noch wenige Pakete übrig.

Die hohe Zahl der Bestellung zeigt, dass auch 2015 wieder zahlreiche Hospiz- und Palliativeinrichtungen diesen Tag nutzen werden, um auf die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen aufmerksam und die Hospizidee einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Wie im letzten Jahr, so wollen wir auch 2015 eine Karte mit möglichst vielen der geplanten Veranstaltungen auf unserer Homepage und in den sozialen Medien veröffentlichen.

Bitte schicken Sie deshalb die Details zu den von Ihnen geplanten Veranstaltungen an g.cannizzaro@dhpv.de, damit wir diese in die Karte aufnehmen können. Wie das im letzten Jahr aussah, sehen Sie auf dieser Übersichtskarte.

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Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Am 6. Juli fand unter dem Motto „Richtig gut erzählen!“ die 2. Fachtagung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DHPV statt. Fünfzig Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Hospiz- und Palliativeinrichtungen von Vilsbiburg bis Ribnitz haben das Angebot genutzt um sich fortzubilden und zu netzwerken. Die nächste Tagung ist bereits in Planung. Sie wird am 20. Juni 2016 in Berlin stattfinden. Für die Aufnahme in den Verteiler schreiben Sie bitte an a.hoerschelmann@dhpv.de

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4. Veranstaltungen

Veranstaltungen unter Beteiligung des DHPV

10. Fachtagung Palliative Geriatrie
9. und 10. Oktober 2015 in Berlin
Weitere Informationen.

„Sterben in dieser Zeit“ – Vortrag von Franz Müntefering
10. Oktober 2015, Osnabrück
Veranstaltung des Hospiz – und Palliativstützpunktes Osnabrück und des DHPV zum Welthospiztag 2015
Weitere Informationen.

Berliner Pflegekonferenz
3. und 4. November 2015 in Berlin
Weitere Informationen.

6. Deutsches Kinderhospizforum
13. und 14. November 2015 in Essen
Weitere Informationen.

Symposium: Eine Stadt entscheidet sich für Palliativversorgung und Hospizkultur
14. November 2015 in Essen
Weitere Informationen.

Tagung „Hospiz und Sorgekultur – Für eine solidarische Gesellschaft“
Veranstaltung des DHPV in Kooperation mit der LAG Hospiz Rheinland-Pfalz
18. November 2015 in Mainz
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9. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit
03. und 04. Dezember 2015 in Berlin
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Zum Todestag Cicely Saunders

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
(Cicely Saunders)

Am 14. Juli 2015 jährte sich der Todestag Cicely Saunders zum zehnten Mal. Die englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester, die am 18. Juni 1918 in Barnet, Hertfordshire, geboren wurde, ist die Begründerin der modernen Hospiz- und Palliativarbeit. Ihrem Beispiel folgend, entstanden auch in Deutschland ab den 1980er Jahren die ersten Hospizinitiativen. Was vereinzelt begann, hat sich in den letzten 30 Jahren zu einer beeindruckenden Bewegung entwickelt. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 1.500 ambulante Hospizdienste, mehr als 200 stationäre Hospize und 300 Palliativstationen in Krankenhäusern. Über 100.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich und unterstützen die Arbeit für schwerstkranke und sterbende Menschen.

 

 
     
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